WIENER KLASSIK Bonn

Oktober 2021, Bonn

1. Konzert
Beethoven
> weitere Infos
Ludwig van Beethoven

Ouvertüre zu „Coriolan“ op. 62

Von dem Drama „Coriolan“ eines Dichters Heinrich Joseph von Collin ist allein die Ouvertüre übrig geblieben. Sie gehört heute zum Kernbestand des Konzertrepertoires. Inhaltlich beschreibt sie wie in einer symphonischen Dichtung den verblendeten Kampf eines „Helden“ gegen seine Vaterstadt.

Ludwig van Beethoven

Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Klavier: Cunmo Yin
1. Preisträger der International Telekom Beethoven Competition Bonn

Der besondere Reiz dieses Konzertes beruht auf seiner lyrisch idyllischen Grundstimmung. Das neue ist der alleinige Einstieg des Klaviers. Im 2. Satz lassen Orpheus und Eurydike grüßen. Beethoven entwickelt eine neue Art des Dialogs zwischen Klavier und Orchester.

Ludwig van Beethoven

Symphonie Nr. 4 B-Dur op. 60

Sie erfuhr bei der Uraufführung in Wien starke Beachtung und ungeteilte Anerkennung. Der Beginn ist ein typisches „per aspera ad astra“. Reiche Bläserunterstützung im 2. Satz, eine verzwickte Rhythmik im 3. Satz und ein sprudelndes Finale sind die Besonderheiten der Symphonie, die sich zwischen der „Eroica“ und der Fünften zu behaupten weiß.

November 2021, Bonn

2. Konzert
Händel · Mozart · Schubert
> weitere Infos

Georg Friedrich Händel

Suite aus der „Wassermusik“

Händels „Wassermusik“ hat ihren Ursprung in 3 Bootsfahrten, die der Kurfürst von Hannover nach seiner Inthronisation als König George I. von England auf der Themse unternahm. Es begleiteten ihn Händel und seine Musiker in guter Laune mit Freiluftmusiken in Form von kurzen Stücken wie einer französischen Ouvertüre, Tänzen und anderen barocken Formen. Natürlich fehlte auch eine typisch englische Hornpipe nicht.

Wolfgang Amadeus Mozart

Klarinettenkonzert A-Dur KV 622
Klarinette: Alexander Hildebrand

Dieses Konzert ist die Königin aller Klarinettenkonzerte. Erst spät hatte Mozart in Mannheim dieses dort schon weiterentwickelte Instrument kennengelernt. Das wienerische „Picksüßhölzel“ kannte man nur auf dem Tanzboden. Das ausdrucksvolle Adagio ist eine der schönsten Gaben Mozarts.

Franz Schubert

Symphonie Nr. 5 B-Dur D 485

Der Konviktschüler und im Domchor aktive Schubert komponierte bereits mit 16 Jahren seine 1. Symphonie, wenig später mit 19 Jahren seine 5. Die Reife der Erfindung, die technische Partiturbehandlung für ein großes Orchester und die Sicherheit für Instrumenteneinsatz sind rätselhaft. Die entzückende Melodik seiner 5. Symphonie ist schwärmerisch und typisch wienerisch.

Dezember 2021, Bonn

3. Konzert
Festliches Weihnachtskonzert
> weitere Infos
Festliches Weihnachtskonzert
 
Der immer wieder begeisterte Publikumszuspruch unseres festlichen Weihnachtskonzerts ermuntert uns, auch in diesem Jahr mit Musik fortzufahren, die in ihrer Gestaltung in einer entfernteren Beziehung zu Weihnachten steht. In allen Epochen haben unsere Komponisten Wunderbares geschaffen.

Januar 2022, Bonn

4. Konzert
Bach · Mozart · Haydn
> weitere Infos

Johann Sebastian Bach

Orchestersuite Nr. 2 h-Moll BWV 1067

Sie ist ein vollendetes Beispiel höfischer „Unterhaltungsmusik“. Nach einer kunstvollen französischen Ouvertüre mit einer feierlich daherkommenden Fuge schließen sich die üblichen Tänze Rondeau, Sarabande, Bourrée, Polonaise und Menuet an. Die Suite für Streicher und 1 Flöte endet mit einer leichten Badinerie.

Wolfgang Amadeus Mozart

Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219
Violine: Natan Tishin 
In Verbindung mit Villa Musica Rheinland-Pfalz

Mozarts Violinkonzert ist vom Komponisten als Gelegenheitswerk zum eigenen Gebrauch verstanden worden. Wir sehen dieses Werk in seiner Fülle der melodischen Einfälle und technisch dankbaren Situationen anders. Kein Wunder, dass dieses Konzert zum eisernen Bestand jedes Künstlers geworden ist. Der damaligen Mode entsprechend lässt Mozart im 3. Satz auch türkische Motive aufblitzen.

Joseph Haydn

Sinfonie Nr. 94 G-Dur („mit dem Paukenschlag“)

Diese Sinfonie ist sicher die Berühmteste des Meisters. Damals wie heute erwartet das Publikum den einsamen Donnerschlag des Paukers, den Haydn eigentlich dem eingeschlummerten Publikum zugedacht hatte. Die Zensur für Aufbau, musikalischen Inhalt und technische Feinheiten kann nur heißen: eins plus.

 

Februar 2022, Bonn

5. Konzert
Wagner · Lebrun · Mozart
> weitere Infos

Richard Wagner

Siegfried-Idyll

Entstanden zur Geburt seines Sohnes Siegfried ist es ein liebevolles Geschenk an Wagners Frau Cosima.

Ludwig August Lebrun (1752-1790)

Oboenkonzert d-Moll
Oboe: Tsai-Chen Juan

Es ist aus Mozarts Zeit das Werk eines Mitglieds der Mannheimer Hofkapelle, der dieser auch nach der Übersiedelung des Hofes nach München folgte. Lebrun galt als einer der besten Oboisten seiner Zeit. Sein Œuvre stellt dankbare virtuose Aufgaben an den Solisten. Eine Mannheimer empfindsame Melodik im 2. Satz verbindet sich mit der aus Frankreich hergeleiteten Geste eines Rondos zum Schluss.

Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonie Nr. 35 D-Dur KV 385 („Haffner-Sinfonie“)

Sie ist der Salzburger Bürgermeisterfamilie Haffner gewidmet. Ihr musikalisches Material stammt von einer geplanten Serenade eben auch für die Haffners. Später sah Mozart den musikalischen Stoff eher für eine Sinfonie geeignet. Der 1. Satz mit dem kantigen Hauptmotiv bestätigt das. Bemerkenswert ist Mozarts Anweisung für den letzten Satz „so schnell als möglich“.

 

März 2022, Bonn

6. Konzert
Haydn · Beethoven · Schubert
> weitere Infos

Joseph Haydn

Sinfonie Nr. 92 G-Dur („Oxford-Sinfonie“)

Diese Sinfonie ist die Danksagung Haydns für die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Oxford. Dem aufmerksamen Zuhörer erschließt sich in diesem Werk eine Gründlichkeit der Ausführung, komplizierte Stimmführung und eine sorgfältige formale Ausgestaltung. Alles wirkt – wie bei Haydn zumeist – spielerisch. Hier aber wird gelehrtes Spiel zum „Ernst“

Ludwig van Beethoven

Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56 (Tripelkonzert)
Klavier: Ilaria Loatelli • Violine: Ervis Gega • Violoncello: Alexander Hülshoff

Das Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester ist keineswegs ein Rückschritt zum Concerto grosso, sondern eine fortschrittliche Lesart der „Konzertanten Sinfonie“. Die Partien der Violine und des Violoncellos sind sehr anspruchsvoll, dagegen der Klavierpart, den technischen Möglichkeiten des Erzherzogs Rudolf von Österreich angepasst, etwas weniger. Dieses wunderbare Werk wird leider heute nicht so häufig gespielt, weil Stil und musikalisches Einverständnis der 3 Solisten kongruent sein müssen.

Franz Schubert

Symphonie Nr. 6 C-Dur D 589

Genannt wird sie die „kleine C-Dur“ im Unterschied zu der „großen C-Dur“, der Symphonie mit der „himmlischen Länge“. Überschwang und kapriziöse Einfälle sind das äußere Merkmal, Innerlichkeit ist auch hier Schuberts ureigene Domäne. Der letzte Satz könnte mit Rossini abgesprochen sein.