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Diese Musiker machen Lust auf mehr

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Hochstimmender Ausklang

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Orchester lässt die Saison in Höchstform ausklingen

General-Anzeiger vom 01.03.2010

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Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.02.2010
Die drei Großen im Bunde

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Klar konturiert, aber ohne Effekthascherei

Bonner Rundschau vom 26.01.2010
Das richtige Podium für junge Preisträger

General-Anzeiger vom 25.01.2010
Cellistin Kaori Yamagami und die Klassische Philharmonie

Wiesbadener Tagblatt vom 16.01.2010
Kaderschmiede junger Musiker

Bonner Rundschau vom 17.12.2009
Dem Volk Gottes erstrahlt im Dunkeln ein Licht

Bonner Rundschau vom 16.12.2009
Junge Violinistin mit erstaunlicher Reife

General-Anzeiger vom 23.11.2009

Wiesbadener Kurier vom 21.11.2009
Heitere „Wiener Klassik“ im Kurhaus.

Bonner Rundschau vom 12.10.2009
Ein Gespür für tüchtige Musiker

Wiesbadener Kurier vom 08.10.2009
KONZERT Wiener Klassik im Kurhaus

General-Anzeiger vom 03.10.2009
Heribert Beissel eröffnet „Wiener Klassik“-Reihe 2009/2010

Kölnische Rundschau vom 01.04.2009
Ein klassischer Donnerschlag

Kölner Stadt-Anzeiger vom 30.03.2009
Haydn zurück ins Zentrum

Weser Kurier vom 23.02.2009
Klangfiguren zu Leben erweckt

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.01.2009
Wellness mit Stilempfinden

Badische Neueste Nachrichten vom 15.01.2009
Mitreißende Darbietung

Weser Kurier vom 12.01.2009
Begeisternder Jubiläums-Auftakt

General-Anzeiger vom 25.11.2008
Bach und Bruckner

Badische Neueste Nachrichten vom 17.11.2008
Bemerkenswerte junge Solistin

Westfalen-Blatt vom 17.04.2008
Klassische Philharmonie Bonn beschließt ihre Saison

Badische Neueste Nachrichten vom 10.04.2008
Mit Esprit und Schwung

Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18.03.2008
Akkurat und feurig

Wiesbadener Kurier vom 15.02.2008
Die Lebenslust der „Frühjahrssinfonie“

Neue Westfälische vom 21.02.2008
Schumann frühlingsfrisch

Badische Neueste Nachrichten vom 01.02.2008
„Beethoven pur“ im Brahmssaal

Der Club zu Bremen Nr. 3251 vom 29.01.2008
Sinn für Nebenstimmen

Bonner Rundschau vom 22.01.2008
Großer Jubel um eine junge Pianistin

Badische Neueste Nachrichten vom 11.10.2007
Magie des Geigenspiels

Bonner Rundschau vom 21.08.2006
Nicht nur die Flöte spielte gegen das unbeständige Wetter an

General-Anzeiger vom 14.08.2006
Schubert und Mozart beim Poppelsdorfer Schlosskonzert

General-Anzeiger vom 01.08.2006
Charmantes Divertimento

Bonner Rundschau vom 25.07.2006
Raum für Melodiebögen

General-Anzeiger vom 24.07.2006
Beseelter Mozart

Bonner Rundschau vom 18.07.2006
Ein Sommerabend in strahlendem C-Dur

General-Anzeiger vom 18.07.2006
Kehraus mit Strauß

Bonner Rundschau vom 22.03.2006
Eine Rarität vorgestellt

General-Anzeiger vom 23.01.2006

Wiesbadener Tagblatt vom 20.01.2006
Poetische Stimmung

Badische Neueste Nachrichten vom 24.11.2005
Brahms und die Wiener Klassik

General-Anzeiger vom 23.08.2005
Schlosskonzerte: Finale mit der „Jupiter“-Sinfonie

Bonner Rundschau vom 15.08.2005
Verbeugung vor dem Vater der Klarinette

General-Anzeiger vom 21.03.2005
Brahms und die Wiener Klassik

Rhein-Zeitung vom 21.02.2005
Ganz einfach zum Verlieben musiziert

Badische Neueste Nachrichten vom 31.01.2005
Elegant und feurig

Westfalen-Blatt vom 21.10.2004
Tastenturner mit Sinn für Empfindsames

Bonner Rundschau vom 02.02.2004
Die Eleganz des höfischen Rokoko

General-Anzeiger vom 21.10.2003
Von Ostern bis zum Advent

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Von „Coriolan“ zur 7. Sinfonie: Drei Mal Beethoven mit Beissel

Westfalen-Blatt vom 16.10.2003
Beethoven zum Wohlfühlen

Badische Neueste Nachrichten vom 11.10.2003
Vom tragischen Vorspiel bis zur Apotheose des Tanzes

General-Anzeiger vom 07.08.2003
Kein Platz frei beim letzten Serenadenkonzert des Jahres

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Trotz Regen: Mozart für Genießer

General-Anzeiger vom 17.07.2003
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General-Anzeiger vom 19.08.2002
Zwei Klarinetten und die böhmische Bläserkunst

Hamburger Abendblatt vom 12.03.2002
Klassik - mal heiter, mal feurig

Bonner Rundschau vom 21.01.2002
Haydns Sturm und Drang

Bonner Rundschau vom 20.11.2001
Erste Geige

Weser Kurier vom 24.10.2001
Franz Schubert im Weichspülgang

Bonner Rundschau vom 27.08.2001
Mit liebenswürdigem Esprit

General-Anzeiger vom 18.08.2001
Beissel serviert Mozart pur

General-Anzeiger vom 24.07.2001
Virtuose Zugabe als Dank für den Beifall

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General-Anzeiger vom 19.03.2001
Beethovens düster gefärbte Rezitative

General-Anzeiger vom 20.02.2001
Musik macht munter: Matinee in Muffendorf

Bonner Rundschau vom 23.01.2001
Serenaden vor ernstem Hintergrund

Wiesbadener Tagblatt vom 13.01.2001
Solist und Orchester mit großem Elan

General-Anzeiger vom 03.01.2001
An der schönen blauen Donau

Wiesbadener Tagblatt vom 15.12.2000
Ausgefeilte Technik

Hannoversche Allgemeine vom 14.11.2000
Mit Parfüm

Karlsruher Neue Nachrichten vom 20.10.2000
Engagiert und leidenschaftlich

Corriere de la sera vom 21.5.2000
Die Klassische Philharmonie in Venedig

Bremer Nachrichten vom 29.03.2000
Bei Mozart ging es hurtig zu

Stuttgarter Nachrichten vom 14.03.2000
Das Geheimnis des singenden Tons

Westfalen-Blatt vom 21.01.2000
Winzigkeiten und weicher Klang

General-Anzeiger vom 10.10.1999
Kurzkritik


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General-Anzeiger vom 30.03.2010
Diese Musiker machen Lust auf mehr
Heribert Beissel dirigiert Abschlusskonzert der „Wiener Klassik“-Saison

Von Ulrich Bumann
Besser hätte die Werbung für die nächste Spielzeit nicht ausfallen können: Mit einer vitalen, außerordentlich fesselnden Interpretation der 1. Sinfonie von Ludwig van Beethoven beendeten Dirigent Heribert Beissel und die Klassische Philharmonie Bonn in der Beethovenhalle für diese Saison ihre Konzertreihe „Wiener Klassik“. Bevor Beissel sein Publikum mit einer innig gespielten Zugabe - das Andante aus Schuberts Schauspielmusik zu „Rosamunde“ - auf den Heimweg schickte, warb er ebenso launig wie eindringlich fürs Wiederkommen im Herbst. Das Orchester braucht seine Zuhörer, es spielt 95 Prozent seines Etats selbst ein.
Das Konzert auf jeden Fall machte Lust auf mehr. Bei Beethovens sinfonischem Einstieg fand Beissel auf ideale Weise die richtige Balance zwischen Konversationston und schroffen Ein-schüben, zwischen spannungsvollen Einleitungen und purer Spielfreude. Das Ganze hatte Maß und Stil - eine auf unaufgeregte Weise durchaus moderne Beethoven-Aneignung, die man guten Gewissens vorzeigen kann.
In seiner Programmgestaltung ist Heribert Beissel publikumsfreundlich, in seiner Solisten-Auswahl wie immer verlässlich. Er hat eine glückliche Hand für junge Talente.
Diesmal präsentierte er die aus Kasachstan stammende Pianistin Anastassiya Dranchuk, die Mozarts Klavierkonzert Nr. 19 in F-Dur mit Eleganz und unaufdringlicher Markanz spielte. Speziell die geradezu komödiantische Anlage des Finalsatzes bereitete größtes Vergnügen. Was die Zwanzigjährige alles an Empfindsamkeit vermitteln kann, zeigte sie mit dem draufgegebenen Regentropfen-Prelude von Frederic Chopin.
Begonnen hatte der angenehme Abend mit Maurice Ravels Orchestersuite „Le tombeau de Couperin". Das Orchester bewährte sich im dezenten Farbenspiel, speziell die Holzbläser mit einer vorzüglichen Oboistin machten Eindruck. nach oben

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Neue Westfälische vom 22.03.2010
Hochstimmender Ausklang
„Wiener Klassik" in der Oetkerhalle

VON MICHAEL BEUGHOLD
Bielefeld. Der Frühling ist (endlich) gekommen, die beliebte „Wiener Klassik“-Saison geht (schon wieder) zu Ende. Sie tat es im gewohnt vollen Haus der Oetkerhalle mit einer passend frühlingsgemäßen Programmfolge aus grazilen ganz neuen Tönen, beschwingter Anmut und erfrischendem Ungestüm.
Tönender Impressionismus wie Maurice Ravels Barockhuldigung „Le Tombeau de Couperin“ sprengt fraglos den hier gewohnten Hör-Rahmen. Warum auch nicht. Mit ihren bekannten Musizier-Tugenden wie Klangfrische, Esprit, Leichtfüßigkeit sowie nicht zuletzt vortrefflichen agilen Holzbläsern machte die Klassische Philharmonie Bonn die reizvolle Orchesteraufgabe zu einer aparten Hörbegegnung. Das ganz in Bewegung aufgelöste Prelude und die feinglied-rigen tänzerischen Gebilde dieser viersätzigen Suite erfuhren tonfunkelnde Delikatesse; das Raffinement und die pikante Harmonik Ravels wurden mit Akribie und viel Klangsinn umgesetzt.
Bestechend ausgefeilt folgte die Orchesterexposition zu Mozarts Klavierkonzert Nr. 19 F-Dur KV 459 mit der Solistin Elena Kolesnitschenko. Sie hat den Schritt von „Russlands Wunderkindern“ zu einer versierten jungen Künstlerin getan. Ihr Mozart-Spiel kommt scheinbar leichthin wie selbstverständlich daher, aber nicht unverbindlich stylish, sondern stil- und werkgemäß ausgeformt. Elegant in den Figurationen, gestisch nobel und nuanciert in den Dialogen und Einfärbungen der Musik. Der in diesem Konzert nicht wirklich „langsame Satz" pulsierte fein-beschwingt.
In der ebenso gewitzten wie „gelehrten“ Finalsatz-Fülle hinterließen Solistin und Orchester einvernehmlich den stärksten Eindruck. Ein Tschaikowsky-Impromptus als Zugabe ließ die reiche Musikalität und Gestaltungskraft der Ukrainerin in aller Prägnanz und Pointiertheit hören.
Der mitreißenden Lebensfreude bis hin zum vorwärts stürmenden Übermut von Beethovens 1. Sinfonie C-Dur kann sich kein Hörer entziehen. An rasantem Tempo-Schwung voller Präzisionslust und klanglichter Lebendigkeit hat es Orchesterchef Heribert Beissel in solchen Fällen nie fehlen lassen. In letzter Zeit ist eine überaus differenzierte Durcharbeitung in Sachen Artikulation, Dynamik und Akzentgebung hinzugekommen, die auch die aktuelle Wiedergabe des Viersätzers auszeichnete. Eine Schubert-Zugabe mit geradezu traumhaft tonangebenden Holzbläsern setzte den Saison-Schlusspunkt. nach oben

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Westfalen-Blatt vom 20.03.2010
Orchester lässt die Saison in Höchstform ausklingen
Letztes Konzert der Reihe »Wiener Klassik« begeistert

Von Uta Jostwerner
Bielefeld (WB). Früh endete in diesem Jahr die Saison der Wiener-Klassik-Konzerte. Bestens aufgelegt verabschiedeten sich die Klassische Philharmonie Bonn und ihr rühriger Leiter Heribert Beissel am Donnerstag in der Oetkerhalle von ihrem Publikum.
Erst am 19. Oktober gibt es ein Wiedersehen mit dem Orchester, das sich überwiegend den Kompositionen des Dreigestirns Haydn, Mozart und Beethoven widmet, ab und an allerdings auch einen Abstecher in die benachbarten Musikepochen unternimmt. Mit Maurice Ravels Orchestersuite »Le Tombeau de Couperin« (Das Grabmal von Couperin) entfernten sich die Gäste jedoch erstaunlich weit von ihrem angestammten Feld. Maurice Ravel wollte mit diesem Werk nicht nur den Barockmusiker Francois Couperin ehren, er widmete die Hommage an die französische Musik des 18. Jahrhunderts zugleich sechs seiner im Ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden. Mit Klarheit und feierlichem Ernst ging die Klassische Philharmonie Bonn das Werk an, fächerte Rhythmus und Ornamentierung in transparenter und facettenreich akzentuierter Klangrede auf und setzte mit dem beredten, lebendig atmenden Spiel der Holzbläser - allen voran der Solooboe - Akzente.
In einen konzertanten Dialog mit dem Orchester trat schließlich die junge, 1982 in der Ukraine geborene Pianistin Elena Kalesnitschenko mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 19 F-Dur KV 459. Die »richtige« Mozart-Interpretation zu finden, ist für jeden Pianisten ein heikles Unterfangen. Wenngleich die virtuosen Anforderungen an Sprung- und Akkordtechnik im Vergleich zu späteren Epochen eher bescheiden sind, so fordert der Mozartsche Solopart doch höchste Anschlagskontrolle bei intensiver musikalischer Einfühlung. Über beides verfügt Elena Kolesnitschenko in hohem Maße. Ihre perlenden Läufe zeichneten Mozartinterpretin Kolesnitschenko sich durch Klarheit, nuancierte Anschlagstechniken und ein hohes Maß an agogischer und dynamischer Gestaltung aus. Dadurch wirkt ihr Spiel so ungemein lebendig. Besonders hinreißend gelang ihr das virtuose Finale mit seinen fugierten Passagen und rasanten Tonketten, über die sie mit Leichtigkeit hinwegfegte. Das Orchester war ihr dabei ein animierter Dialogpartner und Stichwortgeber. Die betörende Wirkung ihrer raffinierten Anschlagskultur und musikalischen Gestaltung konnte die umjubelte Pianistin dann ein weiteres Mal in ihrer Zugabe, einem Impromptus von Peter Tschaikowski, herausstellen.
Furios gelang der Ausklang mit Beethovens Sinfonie Nr. 1. Stringent und logisch durchdacht führte Beissel sein Orchester zur Höchstform. Die feingliedrige, spannungsvolle Interpretation und die präzisionsgeschliffene Ausführung des Orchesters beeindruckten sehr. nach oben

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General-Anzeiger vom 01.03.2010
Von Mathias Nofze

Beethovenhalle. Der Dominator war wieder da. Hinrich Alpers, der bei der zurückliegenden Beethoven-Competition sämtliche Preise bis auf den als Publikumsfavorit abräumte, gastierte in der Beethovenhalle mit dem Stück, das ihm im Finale den Sieg brachte - Beethovens zweites Klavierkonzert; das in Wahrheit sein erstes ist, wenn man von einem ganz frühen aus Bonner Zeiten absieht.
Und wie bei seinen Wettbewerbs-Auftritten faszinierte Hinrich Alpers auch diesmal mit fabelhaft ausgereiftem Spiel, dem kein noch so kleines Detail entgeht. Er hat einen untrüglichen Sinn für Spannungsaufbau, Läufe rollen heran wie kraftvolle Wellen, Akzente sind klug gesetzt, thematische Entwicklungen entfalten sich wunderbar organisch.
Ein großartiger Moment im ersten Satz bildete die Kadenz, die Alpers genüsslich auskostete und zu einer weit ausgreifenden Fantasie umbildete. Von diesem ebenso vir-tuosen wie intelligenten Spiel ließ sich die Klassische Philharmonie unter Heribert Beissel, mit der Alpers derzeit auf Tournee ist, zu einem Spiel auf Augenhöhe anstecken, so federnd und agil wurde da musiziert. Mehrfach erreichte Alpers im Adagio die Grenze der Unhörbarkeit, bei vollem Pedal spielte er den rätselhaften Schlussdialog und erzeugte damit einen zauberhaften Sfumato-Effekt. Das Publikum entließ er mit Schumanns „Blumenstück“ in die Pause.
Umrahmt wurde das Klavierkonzert Beethovens von Haydns Sinfonie Nr. 88 und Mozarts „Pariser Sinfonie“. Die Klassische Philharmonie begegnete beiden Werken mit wendigem, kontrastreichen Spiel, das vor allem in den spritzigen Rondo-Finali beeindruckte. Als Zugabe kündigte Heribert Beissel eine Haydnsche Serenade an (die aber vermutlich eher von Romanus Hofstetter ist). Und da eine Serenade eine Sache „nur für Musiker“ sei, winkte der Orchesterchef kurz ins Publikum, ging von der Bühne und überließ die Ausführung des Stücks seinem Ensemble.

Kleine Beethovenhalle. Dem Gesetz der Serie frönt das Chur-Cölnische Kammerorchester in der aktuellen Spielzeit. Die sechs Brandenburgischen Konzerte von Bach werden mit sechs bedeutenden Serenaden aus Mozarts Feder kombiniert. In der Kleinen Beethovenhalle wurde jetzt das zweite Brandenburgische Konzert mit Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ verknüpft. Letztere erlebte man in einer Lesart, die Gelassenheit und Tiefsinn überzeugend vermittelte. Der Fokus im zuvor gespielten Brandenburgischen Konzert richtete sich auf das Solistenquartett aus vier Ensemblemitgliedern (Ervis Gega, Violine, Ingo Nelken, Flöte, Joanne Walter-Unkel, Oboe, und Norbert Vohn, Trompete), die für eine temperamentvolle und lebendige Interpretation sorgten.
Ausdrucksstark geriet auch das Andante, in dem die (diesmal drei) Solisten die Musik sehr beredt formulierten. Das unter Heribert Beissels Leitung straff aufspielende Orchester hatte das Konzert mit Vivaldis Concerto grosso op.3 Nr. 9 eröffnet und das spritzige Motivspiel ebenso sorgfältig wie elegant herausgearbeitet. Konzertmeisterin Ervis Gega meisterte dabei den geigerischen Solopart bravourös. Dass sie auch das romantisch-seelenvolle Fach beherrscht, zeigte sie mit einer bewegenden Darbietung einer Romanze von Svensson. nach oben

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Neue Westfälische vom 19.02.2010
Neues vom Dreigestirn
„Wiener Klassik“ mit dem Pianisten Hinrich Alpers in der Oetkerhalle

Bielefeld Die Tage der Tollitäten sind vorbei, das Dreigestirn der Wiener Klassik aber herrscht in Ewigkeit, Das 4. Saisonkonzert der gleichnamigen beliebten Konzertreihe gehörte (nach deren Abwesenheit im vorhergegangenen) wieder exklusiv den drei Großklassikern Haydn, Mozart, Beethoven.
Auch Heribert Beissel und seine Klassische Philharmonie Bonn hatten während des närrischen Finales: fünf tourneefreie Tage eingelegt, um sich am Aschermittwoch im Reihen-Stützpunkt Bielefeld Oetker-halle hervorragend aufgelegt zurückzumelden.
In Haydns Sinfonie Nr. 88 G- Dur zeigte sich der Klangkörper in seinem ureigenen Element. Da wurde rhythmisch und dynamisch blitzsauber agiert, vorbildlich artikuliert und akzentuiert und so einmal mehr des Komponisten unver-gleichlich geistreiches Spiel mit selbst simplen Einfällen (wie den 2/4- Themen der Ecksätze) deutlich gemacht. Musikalisch war von beschwingter Transparenz über blühende Sanglichkeit in den Largo-Variationen bis zu Beissel-typischer straffer Rasanz im übermütigen Kehraus alles perfekt an seinem Platz.
Mozart geht stilistisch anders. In seiner „Pariser Sinfonie“ KV 297 konnte der stellungslose Salzburgcr Rebell bläserisch aus dem Vollen schöpfen, hatte sich aber französischem Geschmack anzupassen. Solch prunkend festlicher Gestimmtheit begegnete das Orchester mit einer einnehmend warmtönigen Fülle und Geschmeidigkeit. Damit wurde keinesfalls flächig-ober-flächlich musiziert, sondern der Dreisätzer in puncto Klangauslotung, Motivausformung und Gesangsatem unverwechselbar mozartisch erfüll.
Fehlten zur Komplettierung noch Beethoven und ein Solist. Technisch glänzenden Nachwuchs bietet eigentlich jedes „Wiener Klassik“ -Konzert, aber wohl selten einen so fortgeschrittenen Interpreten wie Hinrich Alpers. Gerade hat der bereits an ersten Adressen gefragte junge Mann den vom früheren Orchester-Sponsor Telekom ausgerichteten Bonner Beethoven-Wettbewerb mit dem (darum auch hier kurzfristig dem ersten vorgezogenen) 2. Klavierkonzert B-Dur op. 19 gewonnen.
Die Gründe sind ohrenfällig. Diese Klarheit und Nuanciertheit des Anschlags, das Finish (gerade auch in dahinperlenden und verklingenden Phrasen) und Gestaltungsvermögen (die auflösungsprozessual angelegte Mittelsatz- Kadenz als i-Tüpf-chen), womit Alpers in Verantwortung hing für jeden Einzelton das reich figurierte Kopfsatz-Brio durchzeichnet und den Gute-Laune-Drive des Rondos pointiert, verdienen höchste Bewunderung.
Und vom in schönster Orchester-Korrespondenz angestimm-ten Adagio durfte man als Erfüllung aus pianistischem Klangbewusstsein und Gedanklichkeit schwärmen.
Für den Rezensenten war dies eine der nachschwingendsten Solo-Begegnungen in der mehr als zehnjährigen Reihe. Zur Bestätigung gab es ein traumhaft ausziseliertes Chopin-Nocturne als Zugabe. nach oben

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Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.02.2010
Die drei Großen im Bunde
Klassische Philharmonie Bonn im Kurhaus Wiesbaden

Hell und leicht erklang Beethovens Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19 auf treffende Weise ganz im klassischen Stil Mozarts. Der Interpretationsansatz des ausgezeichneten Solisten Hinrich Alpers, der seinen Part mit fein differenziertem Anschlag äußerst klar und distinkt gestaltete, war dabei optimal auf den der Klassischen Philharmonie Bonn unter Leitung von Heribert Beissel abgestimmt. In der Reihe „Wiener Klassik“ im Wiesbadener Kurhaus gefiel besonders das Fi-nal-Rondo mit den quirligen und nadelstichartigen Stakkati des mehrfach preisgekürten, an der Musikhochschule Hannover ausgebildeten Pianisten.
Schon Haydns Sinfonie Nr. 88 G-Dur hatte Beissel deutlich auf die inspirierte Finalwirkung hin kalkuliert und von dem zunächst von Tempowahl und Phrasierungen her eher verhalten wirkenden Kopfsatz über das Adagio und das akzen-tuiertere Menuett hinweg gesteigert. Mit dem glatten, homogenen Streicher- und dem milden Bläserklang war das nach alter Schule gedeutet, vom rauheren Klangbild der historischen Aufführungspraxis unbeeinflusst - mit Ausnahme lediglich des Paukenparts, der mit harten Schlägeln trocken ausgeführt war und doch sauber integriert wirkte.
Als dritter Großer im Bunde der Wiener Klassik, der sich die Reihe der Klassischen Philharmonie Bonn neben Wiesbaden an zehn weiteren Spielorten in Deutschland nicht nur dem Titel nach widmet, war schließlich Mozart mit seiner Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297 ebenso stilgerecht vertreten: spritzig, elegant und apollinisch ebenmäßig, in den polyphonen Teilen bestens durchhörbar.
GUIDO HOLZE nach oben

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Wiesbadener Tagblatt vom 13.03.2010
Klar konturiert, aber ohne Effekthascherei
WIENER KLASSIK Pianist Hinrich Alpers im Kurhaus

Von Richard Hörnicke
WIESPADEN. Inzwischen richtet sich das Interesse der Besucher der Reihe „Wiener Klassik“ besonders auf den jeweiligen Solisten. Denn schon oft markierte dieser Abend eine Trittstufe zur erfolgreichen Karriere. Mit dem Pianisten Hinrich Alpers präsentierte sich den Zuhörern im Thiersch-Saal des Kurhauses jetzt der Erste Preisträger der 3. International Telekom Beethoven Competition Bonn mit Ludwig van Beethovens zweitem Klavierkonzert in B-Dur op. 19.
Alpers ist kein Mann des Effekts - er spürt dem Werk sehr verinnerlicht, klar konturiert und mit einer beachtlich großen Bandbreite des Anschlags nach, weiß die große Kadenz im ersten Satz, mit der der Komponist selbst bei der Uraufführung 1795 brillierte, mit fesselnder Prägnanz zu gestalten.
In ganz feinen, fast verschwe-benden Tönen, auch in feierlich gemessenem Zugriff, erklingt das Adagio, das beschließende Rondo erhält eine in klassischem Ebenmaß feinfühlig durchgliederte Form, glasklar figuriert sind die Läufe, bis zur beschließenden Stretta lebt die Interpretation von mitreißender Musizierfreude in bestechender technischer Perfektion. Begeisterter Beifall für diese exzellente Leistung, der Künstler bedankte sich mit der sensiblen Nachzeichnung von Robert Schumanns „Erinnerung".
Heribert Beissel, mit der Klassischen Philharmonie Bonn zuverlässiger Begleiter des Pianisten, hatte das Konzert mit Joseph Haydns Sinfonie Nr. 80 in G-Dur (Hob.I:88) eröffnet. Unter seinem nuanciert nachspürenden Dirigat lebten die Ecksätze von frisch zugreifendem Elan und kapriziöser Statur, fein ausgesponnen war das Adagio, dem das Menuett in Ländlerart resolut entgegenstand. Auch in Wolfgang Amadeus Mozarts „Pariser Sinfonie“ Nr. 31 in D-Dur (KV 297), Ausklang des Abends, herrschte nach dem spritzig musizierten Entree dieser elegante, grazile, oft auch höfisch noble Ton. In leicht dahingleitender Form wurde die Darbietung des glänzend disponierten Ensemble zu einem Musterbeispiel apart akzentuierten Konzertierens.
Auch hier herzliche Zustimmung, der Dank - eine in feinem Klang interpretierte Serenade Haydns. nach oben

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Bonner Rundschau vom 26.01.2010
Das richtige Podium für junge Preisträger
Erstes Wiener Klassik-Konzert der Klassischen Philharmonie Bonn im neuen Jahr

Von H.D. TERSCHÜREN
BONN. Seine Wiener Klassik-Reihe durch jeweils ein Dutzend der renommiertesten Konzertsäle stattet Heribert Beissel seit langem mit jungen Preisträgern aus. Das empfiehlt sich der Nachahmung. Jetzt hat er für den 26. Februar Hinrich Alpers eingeladen mit Beethovens B-Dur-Klavierkonzert, mit dem dieser die Telekom Competition im Dezembergewann. Und gerade stellte Beissel im ersten Programm im neuen Jahr die in Köln lebende kanadische Cellistin Kaori Yamagami vor. Sie kann aus ihren Preisen schon Kränze flechten.
Sie hat nun in der Beethovenhalle Peter Tschaikowskys Rokoko-Variationen pp. 33 gespielt und sich von den begeisterten Bonnern zur Zugabe einer virtuosen Paganini-Capri-ce in der Cello-Bearbeitung von Alfredo Piatti überreden lassen. Doch sie hat sie auch_ noch mal für sich selbst apart zurecht gelegt. Normalerweise findet die Caprice in der hohen Lage statt, staccato. Sie aber lässt das kuriose Thema auch auf der tiefen Saite entdecken. Das ist geistreich. Beide Stimmen tragen das Kontinu-um geschmeidigen Passagenspiels, das sie dazwischen ausbreitet.
Natürlich haben Kaori Yamagami und die von Heribert Beissel sorgfältig dazu geführte Klassische Philharmonie Bonn auch bei Tschaikowsky nichts unentdeckt gelassen. Die Variationen pflegen einen klaren Stil, klassisch in ihrer einfachen Linienführung. Man verstand auch, dass sie sich danach mit Paganini schadlos hielt. Aber sie hat sich auch mit Verve die vierte und achte Variation und mit Eleganz auf die figurativen Umspielungen des Themas eingelassen. Tschaikowsky war bei ihr und Beissel in guten Händen. Um das Solistische herum standen Antonin Dvoraks „Böhmische Suite" und Joseph Haydns C-Dur-Sinfonie Nr. 97. Der Dvorak-Titel ist nicht original, vielleicht weil der deutsche Verlag „Tschechische Suite" nicht verkaufsfördernd fand.
Was aber den Inhalt angeht, ist die Suite original, originaler geht es nicht: Anders als in der Streicherserenade münzen die fünf Sätze (die Sousedska hieß beim Verlag Minuetto) das tschechische oder eben böhmische .Bläserkolorit elegant und schön aus wie sonst, nur noch in den Slawischen Tänzen. Die Haydn-Sinfonie, auch wenn sie in London entstand, hielt dann die Wiener-Klassik hoch. Nach kurzer Adagio-Einleitung hat Heribert Beissel mit Aplomb, das Vivace auftrumpfen lassen und das heitere Ende später umso gelassener formuliert. Auch das nicht ohne Zugabe: Das Adagietto aus George Bizets L'Arlesienne-Suite Nr. 1. nach oben

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General-Anzeiger vom 25.01.2010
Cellistin Kaori Yamagami und die Klassische Philharmonie

Von Mathias Nofze
Er spielte in einer Liga, mit Anton Rubinstein oder Joseph Joachim: der Cellist Wilhelm Fitzenhagen. Diesem hochberühmten Virtuosen schrieb Peter Tschaikowsky seine „Variationen über ein Rokoko-Thema“ auf den Leib. Auf Augenhöhe mit Fitzenhagen bewegt sich, knapp hundertfünfzig Jahre später, auch die in Köln lebende Cellistin Kaori Yamagami. Sie spielte die Variationenfolge im Konzert mit der Klassischen Philharmonie in der Beethovenhalle sehr souverän, die Balance zwischen Virtuosität und feinsinniger Gestaltung gelang ausgezeichnet.
Das Thema, ein im Stil der Empfindsamkeit neu geschaffenes, eingängiges Gebilde, nahm sie angemessen leicht, hütete sich aber, es zu verniedlichen. Die Variationen sollen einem Cellisten die Möglichkeit geben, sein ganzes Können ins rechte Licht zunicken. Kaori Yamagami ließ sich die Chance nicht entgehen. Ob fein gesponnene Figurationen, schwärmerisches Kantabile, Trillerexzesse oder rasante Motorik, alles gelang ihr mit sehr viel Geschmack und Empfinden. Das Spiel der Klassischen Philharmonie unter Leitung von Heribert Beissel gefiel durch Agilität und Durchsichtigkeit. Meisterhaft ge-, lang die Introduktion, in der der Hornist seinen Part ebenso glänzend; ausführte wie die Klarinette in der Moll-Variation, in der sie gleichsam tröstend zur Klage des Cellos hinzutritt. Opulent hatte der Abend begonnen, mit Dvoraks „Böhmischer Suite". Das Ensemble zeigte einen untrüglichen Sinn fürs Koloristische, die reizvollen Bläserpartien erklängen charmant und gelöst. Dem Schlusssatz, einem „Furiant“, folgten Bravorufe. Haydns Sinfonie Nr. 97 und ein Adagietto von Bizet beendeten den Abend. nach oben

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Wiesbadener Tagblatt vom 16.01.2010
Kaderschmiede junger Musiker

WIESBADEN (rhe). Die Reihe „Wiener Klassik“, von Anfang an auch in Wiesbaden beheimatet, kann auf ein Stammpublikum zählen. Dies liegt zum einen an der Programmausrichtung, die sich an Werken der klassischen Epoche orientiert, zum anderen aber an der Qualität des Musizierens. Aus gutem Grund kann man die auf Initiative des Dirigenten Heri-bert Beissel entstandene Klassische Philharmonie Bonn auch als eine Kaderschmiede für junge Orchestermusiker bezeichnen. Auch im jüngsten Konzert konnte man im Kurhaus das Ergebnis gründlicher Probenarbeit mit den jungen Instru-mentalisten feststellen, in satten Farben erklang unter der eleganten Zeichengebung Beissels eine ursprünglich vom Komponisten als Tschechische Suite op. 39 bezeichnete fünf-sätzige „Böhmische Suite“ Dvoraks, mit einem drahtig und elanvoll und in eine mitreißend gespielte Stretta mündenden Finalsatz. Auch in der femsinnigen und filigran aufgelichteten Sinfonie Nr. 97 In C-Dur von Haydn aus dessen erstem Londoner Aufenthalt imponierte wieder der geschliffene und federnd leichte Klang, die Liebe zum gestalterischen Detail mit einer glänzend disponierten Bläserriege. Auch bei der Auswahl seiner Solisten gilt für den agilen Beissel das Prinz.ip „Jugend voran“, diesmal mit der aus. Kanada stammenden Cellistin Kaori Yamagami. Die schon vielfach mit Auszeichnungen dekorierte 28-jährige Künstlerin spielte mit Peter Tschaikowskys „Rokoko-Variationen“ für Violoncello und Orchester op. 33 ein in melodischen Wohllaut eingebettetes Virtuosenstück. In samtweichem1 Ton, intonati-onssicher, in technischer Hochform, Doppellgriffe, Glis-sandi und glasklar konturierte Flageolettöne ließen keinen Wunsch offen - ein Musizieren in klassischem Ebenmaß, das mit begeistertem Beifall bedacht wurde. nach oben

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Bonner Rundschau vom 17.12.2009
Dem Volk Gottes erstrahlt im Dunkeln ein Licht
Der Chur Cölnische Chor beeindruckte in der Stiftskirche mit der Aufführung von Handels „Messias“

BONN. 50 Jahre ist Heribert Beissels Klassische Philharmonie in diesem Jahr alt, 40 Jahre der Chur Cölnische Chor. Er trägt noch den alten Namen, unter dem einst, auch das Orchester begann, das unter dem neuen in den zurückliegenden Jahrzehnten einen Höhenflug durch die großen Konzertsäle der deutschen Metropolen antrat.
Den Zenit erreichte der Chor als Chur Cölnischer Kammerchor in den 70er Jahren, als er in Bonn, für den WDR und auf Wettbewerben sehr erfolgreich war mit modernen A-cappella-Sätzen. Kurz vor Jahresschluss hat Beissel mit Händels „Messias“ in der Stiftskirche nicht ohne saisonale Rechtfertigung nun noch einen Jubiläumsgipfel für beide, nachdem,das Orchester schon im Oktober ge- feiert hatte, drangehängt. So schön wie gehabt. Bonn hat in der Stiftskirche mitgefeiert.
Es wurde eine Aufführung von großer Ausstrahlung. Beissels Chor hatte gerade die Größe, die in der Akustik den Chören und den fein schwingenden Instrumentalstücken Durchhörbarkeit sicherte. Sehr schön jung waren auch die Solopartien besetzt. Beissel greift dafür auf die Wettbe werbe Kammeroper Schloss-Rheinsberg zurück, wo er als Generalmusikdirektor in Halle /Saale und Frankfurt/Oder viel dirigierte. Wer einmal diese, der Kunst zurückgewonnene märkische Idylle der Preußenprinzen - in der DDR, auch nicht schlecht, diente sie als Sanatorium-voll Musik erlebt hat, wundert sich nicht, dass dort junge, schöne Stimmen entdeckt werden.
Anett Fritsch (Sopran), Evelyn Krähe (Alt), Daniel Kim (Tenor) und Marcell Bakonyi (Bass) - alle vier haben dort ihre Auftritte und Preise gehabt und Karrieren begonnen. Es wurde englisch gesungen. Die wundervoll gepflegte Bassstimme von Bakonyi in der Arie vom Volk, dem im Dunkeln ein großes Licht erstrahlt, gehörte sicher zu den besonders schönen Erfahrungen in dieser Aufführung. Die dunklen überhaupt, die Alt-Arien von Evelyn Krähe waren Glanzpunkte, gut daneben auch Sopran und Tenor. Schön in Szene setzten sich auch die Jubilare, der Chor im berühmtesten Stück, dem „Halleluja“, und das Orchester mit der „Pifa“, der reinen Instrumentalmusik von Hirten und Verkündigung. Viel Beifall aus vollen Herzen und voller Kirche. (ter) nach oben

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Bonner Rundschau vom 16.12.2009
Junge Violinistin mit erstaunlicher Reife
Klassische Philharmonie bot diesmal Stücke von Brahms, Schubert und Tschaikowsky

Von FELICITAS ZINK
BONN. Große Zusprache und weitgehend voll besetzte Reihen in der Beethovenhalle durften Heribert Beissel und die Klassische Philharmonie Bonn beim jüngsten Konzert der Reihe „Wiener Klassik“ verbuchen. Den im strengen Sinn mit den Komponisten Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart sowie Ludwig van Beethoven verbundenen Begriff der „Wiener Klassik“ sprengt der Veranstalter be-wusst für weiteres Repertoire jenseits der Moderne. Diesmal für die Serenade op. 48 von Peter Tschaikowsky, das Violinkonzert op. 77 von Johannes Brahms sowie die Sinfonie Nr. 4 von Franz Schuber.
Gespannt war man natürlich auf die junge Solistin Mayu Kishima aus Kobe. Ihr war mit ihren 23 Jahren ein Klassiker der Violinkonzerte anvertraut worden. Kein Geringerer als Mstislav Rostro-powitsch hat sie gefördert. Studiert hat die mit namhaften Preisen ausgezeichnete Japanerin unter anderem in Köln bei Zakhar Bron.
Es war schon ziemlich eindrucksvoll, wie die junge, eher zart wirkende Musikerin den von einem wunderschönen Oboensolo eingeleiteten zweiten Satz von Brahms ruhig und ausdrucksvoll aufblühen ließ oder der innig tönende Wiedereinstieg ins Tutti nach ihrer extravaganten Kadenz im Kopfsatz. Erstaunlich reif und „fertig“ wirkte das Finale „Allegro giocoso“. Mit körperlicher Präsenz und energischen Spiel erzeugte sie die gewünschte Fröhlichkeit durch entfesselt federnde Punktierungen. Das Publikum applaudierte hingerissen von dieser großen Spielfreüde und dem virtuosen Können.
Zuvor hätte die Klassische Philharmonie mit der in Melodien schwelgenden Streicherserenade op. 48 von Tschaikowsky eine gute Figur gemacht. Bereits die melancholische Einleitung schuf Atmosphäre. Zu hören waren mit ziemlich gestochener Präzision artikulierte Läufe im Allegro con spirito. Den Schluss bildete eine von Paukenwirbeln, klangschönen Bläsersoli sowie federnder Leichtigkeit geprägte Version der 4. Sinfonie von Schubert in c-Moll. nach oben

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General-Anzeiger vom 23.11.2009

Beethovenhalle. Zarte Klänge der Romantik bestimmten die erste Konzerthälfte des Konzerts mit der Klassischen Philharmonie Bonn. Den Auftakt machte Felix Mendelssohn Bartholdys Konzertouvertüre zum „Märchen von der schönen Melusine“ op. 32. Eine Ouvertüre zu dem Konzertabend schlechthin, zeigten doch die Bläser unter der Leitung von Heribert Beissel unerhörte Strahlkraft. Ein schlanker Ton bei gedämpfter Dramatik bestimmte den Verlauf der Ouvertüre.
Carl Maria von Webers erstes Klarinettenkonzert in f-Moll op. 73 fand mit Alexander Hildebrand einen brillanten und gleichwohl emphatischen Interpreten. Dunkle Farbgebung in moderatem Tempo bestimmte den ersten Satz. Das Adagio interpretierte der Solist geradezu sphärisch, während das Rondo mit immer wieder charmanten Überleitungen zum The ma schwungvoll erklang. Für den Applaus bedankte Hildebrand sich mit der Einleitung zum dritten Akt aus „Die Macht des Schicksals“ von Verdi.
Joseph Haydns Sinfonie Nr. 101, „Die Uhr“, begeisterte mit witzigem Uhrengeticke durch die Fagotte im Andante und einem glanzvollen Finale. Die Zugabe schaffte den Bogen zum Anfang: Es erklang der zweite Satz aus Mendelssohns Italienischer Sinfonie.
Barbara Pikullik nach oben

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Wiesbadener Kurier vom 21.11.2009
Heitere „Wiener Klassik“ im Kurhaus.

WIESBADEN (rhe). Das zweite Konzert der Reihe „Wiener Klassik", war von einer Atmosphäre besinnlicher Heiterkeit geprägt, sieht man vom Schick-sal des Ritters ab, der im „Märchen von der schönen Melusine“ ins Wasser gelockt, wird. Die Instrumentalsten der Klassischen Philharmonie Bonn ließen in dieser den Abend eröffnenden Konzert-ouvertüre Felix Mendelssohn-Bartholdys die Meeresfluten im Gegensatz zwischen verführerischem und markantem Klang beeindruckende Gestalt annehmen.
Für die Interpretation von Carl Maria von Webers erstem Konzert für Klarinette und Orcehester in f-Moll verließ mit Alexander Hildebrand der Soloklarinettist des Orchesters seinen angestammten Platz hinter dem Notenpult.
Mit seiner Interpretation erfuhr die hochromantische Stimung der vorangegangenen Ouvertüre eine Weiterung. Das Spiel des exzellenten Künstlers bestach durch noble, fein abschattierte Tonführüng, imponierte in den Ecksätzen in der rechten Mischung voluminöser und sensibel nachspürender Tongebung, das Adagio mitt seiner „Freischützstimmung“ erhielt in feinen, leisen Tönen ariose Kontur.
Für den herzlichen Beifall bedankte sich der Künstler in. der Begleitung des Orchesters mit einem verinnerlicht gestalteten „Poeme juit“ aus der Feder des Schweizer Komponisten Ernest Bloch (1880-1959). Joseph Haydns Londoner Sinfoni Nr. 101 in D-Dur („Die Uhr“) führte aus der romantischen zurück in die klassische Klangwelt. Unter dem präzisen, jedem Detail nachgehenden Dirigat Heribert Beissels wurde diese „heitere Sinfonie“ zu einem von beschwingter Musizierlaune geprägten Finale.
Nach der feierlichen Einleitung spielten die bestens disponierten jungen Musiker das Presto in mitreißendem Elan, die „Pendeltakte" des Andante erklangen in gleichmäßig schwebender Manier; das Menuett bekam nachdrücklich ausschreitende Statur. Der Schlusssatz zeigte das Ensemble hoch einmal in temperamentvoll zupackender Hochform. Auch hier wieder viel Beifall im Thiersch-Saal des Kurhauses, die Zugabe: der feinfühlig interpretierte zweite Satz aus Mendelssohn-Bartholdys „Italienischer Sinfonie“.
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Bonner Rundschau vom 12.10.2009
Ein Gespür für tüchtige Musiker
Jubiläumskonzert der Klassischen Philharmonie fabelhaft

BONN. Ihr Jubiläumskonzert zum 5O-Jährigen hat die Klassische Philharmonie mit Mozarts Ouvertüre zu „Le nozze di Figaro“ eröffnet, heitere Laune versprühend. Für die quirligen Streicherfiguren hat Heribert Beissel das untrügliche Gespür, er ist gleich mit festem, spritzigem Tempo mitten drin. Er versteht sich darauf. Wo das Beethoven Orchester in den vergangenen Jahrzehnten mehr oder weniger darauf angewiesen war, sich für Mozart Dirigenten von draußen zu holen oder von der Oper (Lothar Koenigs), kann sich sein Orchester rühmen, für die Klassiker eine Naturbegabung am Pult zu haben.
Es ist Heribert Beissels Geschöpf, das Geburtstag feiert. Mit Blick darauf haben wir seine Historie seit 1958 (Chur Cölnisches Instrumentalensemble) und 1959 (am 4. Oktober das erste Konzert in der neuen und auf Anhieb ausverkauften Beethovenhalle) an dieser Stelle bereits rekapituliert. Eine richtiggehende kleine Orchestergeschichte aber hat jetzt die Musikwissenschaftlerin und Orchester-Dramaturgin Inge Forst vorgelegt. Sie hat Quellenstudium betrieben. Am Anfang stand für Beissel als l. Kapellmeister der Auftrag, junge Leute für die Bühnenmusik zu engagieren. Das war die Urzelle.
Über etliche Stationen wurde daraus die Klassische Philharmonie Bonn. Umstritten war vor Jahren der finanzielle Unterschlupf bei der Telekom, als Klassische Philharmonie Telekom auch mit dem Namen. Im Nachhinein erwies der sich aber auch als eine der wichtigsten Etappen. Erst da bekam Beissel die Mittel an die Hand, sich einen richtig guten Pool tüchtiger junger Musiker heranzuziehen. Erst mit ihnen (und mit dem rührigen Geschäftsführer Jürgen-Peter Freudenberg, seit 1978) Wurde nach der Trennung von der Telekom das Wunder möglich mit einem Dutzend Konzertreihen in den wichtigsten deutschen Konzertsälen.
Einer davon ist die Beethovenhalle, wo das Jubiläumskonzert die neue „Wiener-Klassik“-Saison eröffnete. Tianwa Yang, eine exzellente junge chinesische Geigerin, die mit einem DAAD-Stipendium nach Deutschland kam und seither von hier aus ihre Karriere betreibt, hat Edouard La-los Symphonie espagnol gespielt, So sorgsam wie seine jungen Musiker wählt Beissel auch seine jungen Solisten: Einmal den heiklen Auftakt von Lalos Violinkonzert hinter sich gebracht, hat sich Tianwa Yang dessen wahnsinnigen Ansprüchen mit größter Sicherheit und atemberaubendem Temperament gewidmet. Auch die üppige Zugabe (Eugene Ysaye) hat sie fabelhaft gemeistert. Schließlich noch Beethovens c-Moll-Sinfonie - nicht als Pflichtübung, sondern als starker orchestraler Leistungsbeweis. Beissels Publikum war begeistert und ließ sich die Orchestergeschichte am Ausgang mit auf den Heimweg geben (ter)
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Wiesbadener Kurier vom 08.10.2009
Brillant gespielt
KONZERT Wiener Klassik im Kurhaus
Von Richard Hörnicke

WIESBADEN, Edouard Lalos „Symphonie espagnoie“ In d-Moll stand im ersten Konzert der Reihe Wiener Klassik im Kurhaus zwischen zwei Wer-ken, die das Aufbegehren gegenüber jeder Form von Gewalt auf verschiedene Art demonstrierten. Einmal zu Beginn mit der von Heribert Beissel und seinen jungen Instru-mentalisten in duftigen Ton gestalteten Ouvertüre zu Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“. Hier wird dem Herrschaftsstreiben des Grafen durch spielerisch gewandte Spielzüge eine deut-liche Abfuhr bereitet, während bei Beethoven der ständige Kampf gegen die Macht des Schicksals mit einem Sieg der Willenskraft endet.
In Lalos „Symphponie espagnole“ ließ die erst 22-jährige, mit vielen Auszeichnungen versehene chinesische Geigerin Tianwu Yang in einer gut disponierten Mischung zwischen resolutem Zugriff und feinsinnig ausgewogenem Spiel das spanische Kolorit Ge-stalt annehmen. Die technischen Schwierigkeiten meisterte sie mühelos. Mit Elan erhielten dta Habanera-Rhyth-men Kontur. Nach dem be-schließenden Rondo wurde die junge Künstlerin für die virtuose und sensibel austarierte Interpretation mit überaus herzlichem Beifall bedacht. Sie bedankte sich mit einem brillant gespielten Solo aus der Feder des berühmten belgischen Geigenvirtuosen Eugene Ysaye.
Zweifellos ist Beethovens Fünfte ein schwerer Brocken. Heribert Beissel gelang in präziser Zeichengebung eine gut durchdachte und fesselnde, im Pathos maßvolle Interpretation.
Er versah mit seinen Musikern den sich gegen die „Dämonen der Finsternis“ (Beethoven) auflehnenden Charakter der Komposition mit insis tierendem Klang, fand nach dem spannenden Pianoübergang Im Schlusssatz mit der „Siegerfanfare“ der Presto-Stretta zum strahlendem C-Dur-Ausklang des begeistert applaudierten Konzerts. Für diese Zustimmung bedankten sich Dirigent und Orchester mit dem Vorspiel zum dritten Akt von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“.
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Artikel vom 03.10.2009
Heribert Beissel eröffnet „Wiener Klassik“-Reihe 2009/2010
Geigerin Tianwa Yang brilliert zum Auftakt der Konzert-Saison mit der Klassischen Philharmonie im Kurhaus

Von Andrea Simons
Bad Neuenahr. Die Bühne war fast zu klein. Mit 60 Musikern hatte Dirigent Heribert Beissel zum Auftakt der bundesweiten „Wiener Klassik“-Reihe 2009/2010 ein so großes Orchester ins Bad Neuenahrer mitgebracht wie selten, und die Klassische Philharmonie Bonn, die in diesem Jahr ihr 50. Bestehen feiert, war nicht nur numerisch stark.

Zupackend, frisch und bestens aufeinander eingestimmt realisierte sie schon die auftaktige Ouvertüre zu Mozarts „Figaros Hochzeit“. Doch dann legten die Akteure an Tempo und Dramatik noch deutlich eins drauf und Beissel zog im Jubiläumsjahr des von ihm gegründeten Ensembles ein Juwel aus dem Ärmel.

Bereits vor zwei Jahren hatte Tianwa Yang an gleicher Stelle für Begeisterung gesorgt, und nach dem Konzert am Donnerstag werden viele der rund 600 Zuhörer ihren Namen nicht mehr vergessen, ebenso wenig wie den von Edouard Lalo, der nur ein Beispiel dafür ist, dass der Dirigent nach Jahren des Sichergehens diesmal auch bei der Programmauswahl für die Wiener Klassik wieder experimentierfreudiger ist.

Wobei diese Kombination kein Risiko bot, denn als die 22-jährige Violinistin die „Symphonie espagnole“ des französischen Komponisten interpretierte, machte flir die nächsten 35 Minuten keiner mehr einen Mucks und vergaß zum Teil schier das Atmen. Sie bot Schönklang und technische Perfektion.

Zum erst rauen, ernsten Orchesterspiel versetzte sie ihr Instrument gleich in die höchsten Töne, und ihre Geige bis zu ihrem endgültigen Verklingen hört nicht mehr auf zu singen. Unter Körpereinsatz brachte sie das effektvolle Werk mit dem mächtigen Hauptthema zum Beben. Ein emotionsgeladenes Vibrato ging ihr ebenso mühelos von der Hand wie kniffligste Doppelgriffe, kraftvolle oder grazile Passagen.

Zu lockenden Bläserklängen züngelte Tianwa Yangs Violine, drohende Orchesterpassagen beantwortete sie mit schmerzlich hohen Tönen. Immer schmeichelte sie dem Ohr ohne je in liebliche Schwere zu verfallen und meisterte jede technische Tücke.

Auch Beissels Orchester brauchte sich nicht hinter der höchstens 1,60 Meter großen Solistin zu verstecken. Von Anfang an war auch dessen Tempo rasant, das Spiel der Musiker wendig und vital, präzise die Pizzikato-Passagen, warm und voll der Saitenanschlag. Besonders hervor trat das harmonische Spiel von Flöte und Klarinette, und Pauke oder Triangel sorgten für effektvolle Akzente.

Mal tänzerisch oder rhythmisch gab sich das Orchester, aber auch das dunkel gefärbte, eher schwermütige Andante gelang und gipfelte in einem funkelnden Finale. Bravorufe für die Solistin und nicht nur von ihr verlangte das Publikum am Ende noch eine Zugabe, die jeweils gewährt wurde.

Mit Beethovens fünfter Sinfonie hatte sich die Klassische Philharmonie noch einmal ein beliebtes Bonbon ausgesucht, in dem sie ihre Qualitäten voll zur Geltung nahmen und sie den viel zitierten Weg „von der Nacht ins Licht“ der sogenannten Schicksalssinfonie mit Tiefe und Transparenz nachzeichnete.

Fanfarenartige Tutti-Schläge, sanfte Melodienlinien, drängende Dynamik, kurzzeitige empfindsame Unruhe und periodisches Auf- und Abschwellen bis zum strahlenden Triumphgedanken am Ende machten Lust auf die anderen fünf Wiener Klassik-Konzerte der Saison.
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Kölnische Rundschau vom 01.04.2009
Ein klassischer Donnerschlag
Philharmonie Bonn spielte Brahms und Haydn unter Heribert Beissel

OLAF WEIDEN
Die Reihe „Das Meisterwerk“ wartete überraschend mit Besuch auf: Normalerweise tritt hier das Kölner Kammerorchester auf, nun aber gastierte die Klassische Philharmonie Bonn mit ihrem Chef Heribert Beissel und zwei fesselnden Solisten in der Philharmonie. Überraschung barg auch die Haydn-Sinfonie, nämlich die mit dem Paukenschlag. Und es war beeindruckend, wie auch nach 200 Jahren dieser Donner die Gemüter schüttelt, erst ein Ruck und dann ein Raunen folgten der Attacke des Paukers.

Natürlich hatte Beissel die Dynamik zuvor zurück gefahren, er lullte mit dem kindlichen Dreiklangsthema und einer vermeintlichen Verlangsamung seine Opfer ein, um sie dann in die Luft zu sprengen - ganz musikalisch, versteht sich. Ansonsten hatte er die Sinfonie mit frischen Tempi und heraus gebürsteten Themenköpfen gut vorbereitet. Und die Philharmonie Bonn gefiel dem Publikum. Man hört, dass das Ensemble Konzertserien in einem Dutzend deutscher Kulturstädte pflegt, international tourt und in der Edition Deutsche Telekom Aufnahmen produziert. Gereifter aber gelangen dem Klangkörper Brahms' Haydn-Variationen, ein paar tage zuvor bereits von der Dresdner Philharmonie zu hören. Beissel fand genau die richtige Dosierung in Tempo und Farbe für sein wesentlich dünner besetztes Orchester, erweckte mit seinem jungen Ensemble die akademischen Kunstübungen des jungen Brahms zu emotionaler Musik.

Sehr perfekt in gleicher Richtung funktionierte das Duo Daishin Kashimoto (Violine) und Claudio Bohorquez (Cello), die im Doppelkonzert wirklich ein einziges Instrument zum Klingen brachten. Technisch standen beide absolut über dem anspruchsvollen Notentext; sichere Intonation und satter Klang waren obligatorisch.

So wurden die Besucher wieder einmal Zeugen, wie multikulturell gebildete Künstler - Kashimoto studierte in Tokio, New York und Lübeck, Pergamenschikow-Schüler Bohorquez ist peruanisch-uruguayischer Abstammung und lebt in Deutschland - die deutsche Romantik in vollkommener Art verinnerticht haben. Die jungen Leute boten ein Fest für die Ohren, und auch das Orchester hinterließ einen sehr guten Eindruck.
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Kölner Stadt-Anzeiger vom 30.03.2009
Haydn zurück ins Zentrum
Die Klassische Philharmonie Bonn zu Gast in der Kölner Philharmonie.

VON MARKUS SCHWERING
Haydn einmal nicht als Einspielstück vor vermeintlich Größerem, sondern als finale Nummer nach der Pause: Wenn das laufende Gedenkjahr den Klassiker solchermaßen, zu einem der Romantik und Moderne gleichgewichtigen Zentrum der sinfonischen Agenda aufwertet, dann soll das Kennern und Liebhabern nur recht sein. Die Klassische Philharmonie Bonn, die jetzt unter ihrem Chefdirigenten Heribert Beissel in der „Meisterwerk“-Reihe in der Kölner Philharmonie gastierte, braucht diesbezüglich nicht belehrt zu werden, sie hat die Wiener Klassik seit langem zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht. Und die Vertrautheit mit deren Idiom schlägt dann auch in anderen Stilbereichen positiv durch - zum Beispiel bei Brahms, mit dessen Haydn-Variationen und Doppelkonzert für Violine und Cello der Abend begann.
Ein luftiger, heller, kammermusikalisch beflügelter Grundton, deutliche Kontraste ohne Übertreibungen, eine genaue Ausleuchtung der rhythmischen und klanglichen Schichten - das alles beförderte eine schöne, gediegene Interpretation. Beissel ist ein handwerklich souveräner Kapellmeister bester deutscher Tradition, der auch als Orchestererzieher der Formation hörbar viel Gutes mitgegeben hat. Ausgezeichnet auch die Solisten des Brahms-Konzerts - Daishin Kashimoto und Claudio Bohórquez -, die Violine und Cello gleichsam zu einem einzigen „Großinstrument“ verschmelzen ließen.

Mit dem Paukenschlag

Dann, wie gesagt, Haydn. Die späte Sinfonie mit dem Paukenschlag, die man, obwohl sie zu den berühmtesten des Meisters gehört, im Konzertsaal eher selten zu hören bekommt. Dass die Gäste und ihr Dingent mit der überkommenen Verharmlosung nichts am Hut haben, zeigte sich immer wieder. Etwa in der langsamen Einleitung mit ihrem geheimnisvollen Abtauchen; etwa am Schluss des langsamen Satzes, wo fremdartige Harmonien das Thema in ein unheimliches Licht stellen; etwa im Menuett, das in Richtung Walzer beschleunigt wurde. Freilich: Haydn ist unerbittlich und rächt sich für kleinste Nachlässigkeiten. Was die an sich sehr agilen Violinen an rhythmischen und intonatorischen Ungenauigkeiten beitrugen, das war in der Summe nicht ganz unerheblich. Schließlich: Wenn ein Konzert schon nach eindreiviertel Stunden inklusive Pause zu Ende ist - warum wiederholt man dann nicht, wie vorgeschrieben, die Exposition des ersten Satzes? Richtig aufgefasst und realisiert, bedeutet diese Repetition keinen Spannungsverlust, sondern eine Spannungssteigerung. Derlei Nichtbefolgung ist allerdings eine Unart, die Beissel mit vielen Kollegen teilt. nach oben

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Weser Kurier vom 23.02.2009
Klangfiguren zu Leben erweckt
Shelly Ezsra glänzt beim Konzert der Philharmonie Bonn

Von Manfred Züghart
Bremen. Es klang wie ausgewechselt beim Konzert der Klassischen Philharmonie Bonn, als die junge Shelly Ezsra ihre Klarinette anblies und die Klangfiguren der konzertanten Musik von Louis Spohr sich mit spannendem Leben füllten. Gewiss, die vier Sätze der Haydn-Sinfonie Nr. 103 zuvor waren gut durchgearbeitet und das Orchester hielt in allen Stimmen auf technische Sicherhett und Tonqualität. Aber der erfahrene und routinierte Dirigent Heribert Beissel setzte auf ebenmäßiges Zeitmaß, zwar flott genommen in den schnellen Sätzen, aber mit wenig innerer, agogisch ausgelebter Spannung. Alles wirkte verändert, als die Klarinettistin die Szene bestimmte. Und die von ihr vorgestellte betörende Klangvielfalt, die rasanten Läufe und ausgelebten melodischen Figuren inspirierten deutlich wahrnehmbar auch die Orchestermitglieder. Dieses erste der vier Klarinettenkonzerte von Spohr hat es aber auch spieltechnisch in sich. Er komponierte durch alle Lagen hindurch und, wie übermittelt, über den Tonumfang hinaus, so dass die Instrumententechnik für ihn erweitert werden musste. Von allen Schwierigkeiten spürte man bei Shelly Ezra nichts. Es schien, als hätte sie ihrer Klarinette noch weitere, unvertraute Wirkungen abgewinnen können. So die überraschend wandlungsfähige Farbgebung über alle Lagen hin und eine hochflexible Dynamik, Gerne hörte man ihr weiter zu, als sie nach dem Spohr-Werk mit einer Zugabe auf den anerkennenden Beifall antwortete. Den zweiten Teil des Konzerts füllte nach der Pause Mozarts späte, mit dem Attribut „Jupiter“ versehene C-Dur-Sinfonie, das letzte seiner drei sinfonischen Gipfelwerke. Hier wurde engagiert musiziert, wurden zielstrebig Spannungsbögen geschlagen und Höhepunkte angesteuert. Die erstaunliche kompakte Geschlossenheit der sinfonischen Musik teilte sich mit, kumulierend natürlich mit den Hauptthemen und Fugeneinsätzen im letzten, so kunstvoll gearbeiteten Satz. Zum Schluss dann die gelungene, grandiose Schichtung der Haupt- und Nebenthemen: Das Einzigartige dieser Musik wurde erfahrbar.nach oben

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Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.01.2009
Wellness mit Stilempfinden
Klassische Philharmonie

Für die Grundversorgung mit Glanzlichtern des Standardrepertoires sind der regelmäßig in elf deutschen Städten auftretende Dirigent Heribert Beissel und seine Klassische Philharmonie Bonn ein unverzichtbarer Bestandteil des Musiklebens. Dies ist ganz wörtlich zu nehmen, denn die Aufführungsqualität ist in aller Regel beachtlich. Beissels Interpretationen zeichnen sich durch Präzision und sicheres Stilempfinden aus. Gern lauschte man im Kurhaus Wiesbaden seiner Darbietung der „Haffner-Sinfonie“ von Mozart und der „Schottischen“ von Mendelssohn: Beide wurden beherzt und schwungvoll angegangen, dabei jedoch exakt zwischen klassischer und romantischer Spielart unterschieden. Im Mittelpunkt stand die 18 Jahre alte Geigerin Kathy Kang - kein Geheimtipp, sondern eine Künstlerin mit angehender Weltkarriere, die auch schon in Langen, Frankfurt oder Weilburg gastierte. Das Violinkonzert e-Moll op. 64 von Mendelssohn spielte sie bezaubernd tonschön, perfekt auch im Legato und in den Bogenwechseln, geschmeidig im Ton und angemessen impulsiv. Der Beifall war groß. bud.nach oben

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Badische Neueste Nachrichten vom 15.01.2009
Mitreißende Darbietung
Konzert „Wiener Klassik“

Mozarts Œuvre ist unfassbar reich und schwerlich zu überblicken. Das geht nicht nur dem Hörer so. Auch der Komponist selbst hatte zuweilen Mühe. Am 15. Februar 1783 dankte er seinem Vater für die Übersendung einiger seiner Kompositionen: „Ich danke von Herzen für die überschickte Musique!... die Neue Hafner Sinfonie hat mich ganz surprenirt - dann ich wusste kein Wort mehr davon; - die muss gewiss guten Effect machen...".
Die Rede war von seiner späteren Sinfonie Nr. 35 KV 385, der „Haffner-Sinfonie“, die Mozart aus dem übersandten Konvolut gewann. Und dass sie auch heute noch „Effect macht“, davon konnten sich die Zuhörer im Karlsruher Brahms-Saal überzeugen: Der Klassischen Philharmonie Bonn gelang unter der umsichtigen und souveränen, so distinguierten wie engagierten Leitung ihres Dirigenten Heribert Beissel eine mitreißende Darbietung dieses zwischen D-Dur-Pracht und quirliger Spielfreude changierenden Meisterwerks. Gerade in diesem Werk zeigten sich bereits die Vorzüge dieses Ensembles: Solidität, Homogenität und eine Frische der Ausführung, die das Zuhören zu einem Genuss machen. Längst schon kann man diesem Ensemble auch stilistische Kompetenz zumessen. Das erwies sich nicht zuletzt in dem zauberhaften G-Dur-Andante, dessen Serenadenton die Musiker exakt trafen - Mozart hatte in dieser Sinfonie Material aus einer Serenade verwandt. Einen lebhaften Salutschuss zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy gaben die Musiker mit dessen Violinkonzert op. 64 und seiner „Schottischen Sinfonie“ op. 56 ab. Für das Konzert war die junge koreanische Geigerin Kathy Kang gewonnen worden, die mit blitzsauberer Intonation und rasantem Passagenspiel den virtuosen Momenten dieses Werks ebenso wenig schuldig blieb wie mit ihrem unforcierten Vibrato dem Espressivo des Kopf satzes oder der Liedhaftigkeit des Andante. Für den lebhaften Beifall revanchierte sich die junge Geigerin mit einem bravourösen Solo aus der Musik von John Corigliano zu dem Film „Le Violon rouge“ („Die rote Violine“). Mit großer dynamischer Vielfalt und rhythmischer Genauigkeit bewältigte das Ensemble die sich von Melancholie und Düsternis zu hymnischer Freude emporwindende Sinfonie des großen Romantikers, dessen Reiseeindrücke in diesem Werk so unvergleichlich Klang geworden sind. Den rauschenden Beifall, der den Musikern für diesen prächtigen Einstieg in das Mendelssohn-Jahr völlig zu Recht zuteil wurde, beantworteten sie mit einem charmanten, ebenfalls in Britannien beheimateten Ohrwurm, dem „Salut d'amour“ von Edward Elgar. Claus-Dieter Hanauernach oben

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Weser Kurier vom 12.01.2009
Begeisternder Jubiläums-Auftakt
Klassische Philharmonie Bonn in der Glocke

Von Benjamin-Gunnar Cohrs
BREMEN. 1959 gründete Heribert Beissel sein Ensemble, damals noch als „Chur-Cölnisches Orchester“. Daraus wurde später die Klassische Philharmonie Bonn, die somit in diesem Jahr 50 wird und in der Glocke ein rundum überzeugendes Konzert gab.
Zwar zog sich der langjährige Sponsor Telekom vor einigen Jahren zurück, doch nach wie vor bestreitet das Orchester seine seit 20 Jahren erfolgreiche Abo-Reihe in elf großen deutschen Konzertsälen und finanziert sich zu 95 Prozent aus den Einnahmen. Eine solche Leistung - die auch die persönliche Lebensleistung des Dirigenten ist - verdient Respekt.
Mit dem Abonnements-Konzert in der der Glocke begann das Orchester seine goldene Jubiläums-Saison und ließ dabei kaum Wünsche offen. Sauber intonierend und tadellos die Bläser; ein vorzüglicher Pauker, der mit wohlklingenden Drehventil-Pauken arbeitet; bei kleiner Besetzung in den Streichern alle Gruppen homogen, Alle Beteiligten wirken entspannt, engagiert und differenzierungswillig: A-Niveau!
Freilich: historische Aufführungspraxis ist Heribert Beissels Sache nicht. Geigen links/rechts, gezieltes Non-Vibrato-Spiel oder Stopftöne bei Hörnern sind bei ihm nicht zu erwarten. Andererseits ist er sehr erfahren und musikbegeistert. Er weiß, was er will, und wie er es bekommen kann. Seine Aufführungen sind durchdacht und ehrlich. Das mehr, als man heute oft erwarten kann, und er versteht es durchaus, sein Publikum zu begeistern.
Wolf gang Amadeus Mozarts Haffner-Sinfonie wirkte klar ausgelotet, innerlich ausgewogen und in der Dynamik differenziert: Ein Forte bei Mozart ist etwas anderes als l bei Mendelssohn, entspechend schlanker hier der Orchesterklang.
Schade war nur das traditionelle Taktschlagen in kleinsten Einheiten, denn das nimmt der Musik oft die Möglichkeit, in Taktgruppen und übergeordneten Einheiten zu schwingen. Gerade bei Mozart fehlte dadurch ein gut Teil jener Geschmeidigkeit und Beredsamkeit, die bei Musikern wie Norrington und Harnoncourt so berührt.
Völlig überzeugt haben dagegen die Aufführungen von Felix Mendelssohn-Bartholdys Schottischer Sinfonie und des Violinkonzerts in e-Moll. Im Falle der Sinfonie lag dies vor allem an der liebevollen, facettenreichen Gestaltung, an der Farbigkeit und Ausdruckskraft der Bilder dieser „Sinfonia Charatteristica“, die man aufgrund ihrer Struktur und der unüberhörbaren Ähnlichkeiten im Finale fast als „Anti-Pastorale“ bezeichnen könnte.
Beim Violinkonzert war es die vom Orchester auf Händen getragene, phänomenale Kathy Kang, die mit ihrer unwiderstehlichen Musizierlust das Publikum zu Bravo-Rufen hinriss.
Mit ihren gerade achtzehn Jahren hat sie schon ihren persönlichen Geigenton gefunden: warm schmelzend; leicht, doch intensiv; mit getragen aus der Resonanz des eigenen Körpers, am ehesten erinnernd an Boris Belkhin oder Sergej Khatchatryan, auch an Antje Weithaas. Eine derart vielversprechende Geigen-Begabung ist nur selten zu erleben.
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General-Anzeiger vom 25.11.2008
Bach und Bruckner
Der Chur Cölnische Chor in der Bonner Schlosskirche

Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Für ein Konzert in der Schlosskirche der Universität am Totensonntag hatten Heribert Beissel und sein Chur Cölnischer Chor ein A-cappella-Programm erarbeitet, das sich um zwei Zyklen von Marienliedern gruppierte. Interpunktiert wurden die beiden Programmteile von Werken für Violoncello und Cembalo beziehungsweise Orgel. Dabei beeindruckte die junge Cellistin Maria Kulowska, von Harald Hoeren zurückhaltend begleitet, mit warmem Ton in Werken von Tessarini und Schubert. Der Chur Cölnische Chor überzeugte unter Beissels überaus sorgsamem Dirigat einmal mehr durch exakte Intonation in allen Stimmlagen, durch Sicherheit und Klangschönheit im Tutti und schließlich auch durch Ausdrucksintensität und dynamische Flexibilität. Aus Renaissance und Barock und vor allem aus den verschiedenen Stilausprägungen der Romantik war das Chor-Programm zusammengestellt. Wobei mit Johann Sebastian Bachs inniger Motette „Komm, Jesu, komm“ und zwei Brahms-Motetten gleich drei satztechnisch und vom Espressivo her besonders anspruchsvolle Werke ausgesucht worden waren. Aber auch die für die Soprane sehr hoch gesetzten „Laudi alla Vergine Maria“ von Verdi und das „Ave Maria“ von Bruckner stellten beträchtliche Ansprüche, denen der Chor voll gerecht wurde.
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Badische Neueste Nachrichten vom 17.11.2008
Bemerkenswerte junge Solistin

Diesmal hat sich die Klassische Philharmonie Bonn im Karlsruher Brahms-Saal ganz auf die drei Komponisten der Wiener Klassik konzentriert, nach der die Konzertreihe benannt ist: Haydn, Mozart, Beethoven, und zwar in dieser chronologisch korrekten Reihenfolge. Und das Orchester unter der Leitung seines Gründers Heribert Beissel hat gezeigt, dass es auf seinem Spezialgebiet ein wirklich gutes Niveau anbieten kann. Hier wird mit schlanker Klangkultur musiziert, mit genauen Phrasierungen und sorgfältiger Dynamik. So wurde die Sinfonie Nr. 92 von Joseph Haydn, die „Oxford Sinfonie“ zu einem gepflegten Vergnügen, mit einem nachdenklichluftigen Adagio, einem launigen Menuetto und einem rasanten Finale. Auffallend schön dabei auch die Oboen-Soli. Auch Beethovens heitere achte Sinfonie ließ kaum Wünsche offen. In der klassischen Philharmonie Bonn wird mit Spielfreude musiziert, mit pulsierenden Tempi und Lust an der melodiösen Linie. Heribert Beissels angenehm zurückhaltendes, sehr diszipliniertes Dirigat sorgt dabei dafür, dass sich der sprühende, aber feine Charme des Werks in einem stabilen Rahmen voll entfalten kann. Bemerkenswert die junge Solistin, die für die Konzertreihe engagiert wurde: Sophie Pacini, 17 Jahre jung, spielte Mozarts Klavierkonzert Nr. 27 B-Dur, KV 595, ein Konzert, das im Vergleich mit Mozarts anderen Konzerten nicht hoch virtuos, sondern eher heiter und melodiös mit den typischen Anwandlungen großer Melancholie daherkommt. Die junge Pianistin bewies einen ausgezeichneten Sinn für das späte Werk. Besonders schön arbeitete sie die nachdenklichen Momente heraus, ihr Anschlag war klar und weich, sie entlockte dem Flügel sanft leuchtende Farben. Die Tempi wählte sie, ganz im Mozart'schen Sinn, moderat und hatte auf diese Weise genug Raum, deutlich zu phrasieren und die Dynamik klar abzustufen. Die Begleitung durch das Orchester hätte stellenweise etwas präziser sein können, doch klanglich waren Solistin und Begleitung dafür sehr gut abgestuft: Sophie Pacini hält sich als Solistin auch einmal zurück, wenn die Musik es erfordert, versteht es aber genauso gut, Akzente zu setzen und die Führung zu übernehmen. Dass sie auch virtuos ist, zeugte sie in der Zugabe mit Franz Liszts sechster ungarischer Rhapsodie - auch sie war aber mit ebenso viel Überlegung und Sinn fürs Melodiöse wie mit überlegener Technik gespielt. Wibke Gerking
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Westfalen-Blatt vom 17.04.2008
Klassische Philharmonie Bonn beschließt ihre Saison

Von Ruth Matthes
Bielefeld (WB). Mit drei schwungvollen Werken voll mitreißender Melodien beschloss die Klassische Philharmonie Bonn am Dienstag in der Oetker-Halle ihre Konzertsaison. Für dieses Finale hatte Dirigent Heribert Beissel mit der Oboistin Yeon-Hee Kwak eine hervorragende Solistin an seine Seite geholt.
Die gebürtige Koreanerin, die für ihre CD »Oboe solo« mit dem Echo Klassik 2007 ausgezeichnet wurde, begeisterte mit einem klaren, warmen Ton, der einem geradezu endlosen Atem zu entspringen schien.
Doch bevor sich die Virtuosin den wunderschönen Arabesken aus der Feder von Richard Strauss hingab, war zunächst der Klassiker des Abends, Wolfgang Amadeus Mozart, an der Reihe. Schließlich trägt die Konzertserie den Titel „Wiener Klassik“. Die Bonner hatten sich Mozarts jugendlich frische Sinfonie Nr. 29 ausgesucht.
Wenn der Ton der Violinen im ersten Satz auch etwas runder hätte klingen können, so gelang dem Orchester im Ganzen doch eine energiegeladene, abwechslungsreiche Interpretation dieser spritzigen Komposition.
Der Einfluss Mozarts und seiner klassischen Zeitgenossen war sowohl dem Oboenkonzert von Strauss als auch der 6. Sinfonie von Schubert anzumerken. Strauss wollte 1945 mit seinem harmonisch traditionell gehaltenen Oboen-Konzert ein Gegengewicht zur grausamen Realität des zerstörten Deutschland schaffen. Die optimistisch heitere Musiksprache erinnert an eine Klangwelt, die Strauss aus den Trümmern der deutschen Kultur hinüberretten wollte, eine Welt, die auch mit dem Namen Mozart verknüpft war: Dessen Musik hatte Strauss 1944 „welterlösend“ genannt.
Solistin Yeon-Hee Kwak erfüllte dieses Konzert, bei dem es um weit mehr als bloße technische Perfektion geht, vom ersten Ton an mit Leben. Mit viel Ruhe sang sie das sehnsüchtige Andante aus, voll Temperament nahm sie die kecken Sprünge des Finales. Was Strauss ihr an virtuosen Extremen verwehrt hatte, holte sie in ihrer grandiosen Zugabe nach.
Auch die philharmonischen Bläser hatten an diesem Abend reichlich Gelegenheit, ihr Können zu beweisen, spielten sie doch sowohl bei Strauss als auch in der Schubert-Sinfonie eine große Rolle.
Der Komponist setzte sich hier sowohl mit den Techniken der Klassiker auseinander als auch mit dem Opern-Kollegen Rossini. So war die Schubert-Interpretation der Klassischen Philharmonie Bonn denn auch eine gelungene Mischung aus italienischer Leichtigkeit und Verspieltheit und dem kraftvollen Ernst eines Beethoven. Ein ausgesprochen spielfreudiger und schwungvoller Ausklang der Spielzeit, für den sich die Zuhörer so temperamentvoll bedankten, dass sie vom Orchester mit einem stimmungsvollen Elgar-Andantino als Zugabe beruhigt werden mussten.
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Badische Neueste Nachrichten vom 10.04.2008
Mit Esprit und Schwung
Die Klassische Philharmonie Bonn gastierte mit Wiener Klassik im Karlsruher Brahms-Saal

Seit langer Zeit schon steht die Konzertreihe „Wiener Klassik“ für gediegene Symphonik und anspruchsvolles Musizieren im Umfeld von Haydn, Mozart und Beethoven. Dass die von Heribert Beissel mit großer Souveränität geleitete Klassische Philharmonie Bonn, die im Wesentlichen junge Musiker in ihren ersten Engagements vereint, zuweilen auch in anderen Epochen fündig wird, darf als weitere Bereicherung begrüßt werden. Die Konzertreihe fand nun ihren diesjährigen wohlgelungenen Abschluss mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Strauss und Franz Schubert.
Die Jahre in Salzburg, die sich seiner „Promotion-Tour“ mit seinem Vater Leopold in Italien anschlössen, erbrachten Mozart eine reiche symphonische Ernte, die mit nicht weniger als neun Werken zu Buche schlug. Unter diesen Symphonien, mit denen Mozart endgültig zu einem völlig eigenen Ausdruck fand, befindet sich die Symphonie Nr. 29 A-Dur KV 201, die 1774 vollendet wurde. Deren motivische Kopplungen in den Rahmensätzen wurden in dem klaren und ausgewogenen Spiel der Philharmoniker ebenso deutlich wie die klanglichen Schönheiten des zarten Andante oder des energischen Menuetts.
Für das sich anschließende Oboenkonzert D-Dur von Richard Strauss war eine Ausnahmekünstlerin gewonnen worden, die Koreanerin Yeon-Hee Kwak. Sie erhob die berückend schöne, zarte Stimme ihres Instruments mit großer tonlicher Präzision und geschmackvoller Phrasierung in dem Alterswerk des Komponisten, das im Jahre 1945 in seiner schweizerischen Zuflucht vollendet wurde. Die Solo-Oboistin des Münchner Rundfunkorchesters erwies sich, von den Philharmonikern distinguiert begleitet, mit brillanter Fingertechnik und geschmackvollem Melos als herausragende Interpretin dieses eher selten zu hörenden Werks, dessen vergleichsweise sparsame Instrumentalisierung zu seinem kammermusikalischen Charme beiträgt.
Der krönende Schluss des Konzerts erklang mit der „kleinen“ C-Dur-Symphonie von Franz Schubert, seiner Sechsten, D 589, aus dem Jahre 1818. Dass Wien damals vom „Rossini-Fieber“ erfasst war, hört man diesem Werk allenthalben an; doch viel stärker noch ist das unverkennbare Schubert'sche Idiom bestimmend, das im Spiel der Philharmoniker in prachtvoller Gesanglichkeit und tänzerischem Esprit lebendig wurde und das sich in dem rhythmisch durchpulsten Presto-Scherzo mit Beethoven'schem Impetus austobte. Mit dem Andante aus Edward Elgars Streicherserenade e-moll op. 20 bedankten sich die Musiker für die Treue und den Applaus ihrer Zuhörer. Claus-Dieter Hanauer
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Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18.03.2008
Akkurat und feurig
Die Wiener Klassik erfreut im NDR-Sendesaal Hannover

VON DANIEL BEHRENDT
Der klassischen Musik, so scheint es, drohen die jungen Hörer auszugehen. Bestes Beispiel sind die Konzerte der „Wiener Klassik“, veranstaltet von der Klassischen Philharmonie Bonn. Zwar ist die Reihe stets ausgebucht, im Publikum im hanoverschen NDR-Sendesaal jedoch finden sich kaum Musikfreunde unter sechzig. Vielleicht liegt dies daran, dass sich das - übrigens nahezu unsubventionierte - Orchester ziemlich konservativ verkauft (Schnörkelschriftplakate), es fast ausnahmslos auf die altertümliche Programmabfolge Ouvertüre, Konzert und Sinfonie setzt und sein Repertoire, wie der Name schon sagt, vor allem auf die Wiener Klassik beschränkt - von gelegentlichen Exkursionen in die Romantik oder zu einem bachschen Brandenburgischen Konzert einmal abgesehen. Die Reihe geht - vermutlich, um niemanden zu vergrätzen - keinerlei Risiko ein. Das immerhin tut sie auf gediegenem Niveau, wie sich am Sonntag wieder zeigte. Bemerkenswert ist vor allem, wie perfekt Heribert Beissel, ein altgedienter Taktstockfuchs, sein angenehm jung besetztes Orchester im Griff hat. Mit selbstverständlicher Souveränität animiert er die Klassische Philharmonie zu hoher Präzision, klanglicher Rundung und rhythmischem Drive. Beethovens „Fidelio“-Ouvertüre zieht so präzise und straff (wenn auch ein wenig artig) vorüber. Ein sicheres Händchen beweist Heribert Beissel nicht nur als Kapellmeister, sondern auch als Entdecker und Förderer junger Solisten. An diesem Abend ist es die aus Singapur stammende Geigerin Ning Kam, die bereits ein paar internationale Erfolge, etwa einen zweiten Preis beim Brüsseler „Concours Reine Elisabeth“, erspielte. Preiswürdig ist auch Ning Kams manuell unanfechtbare und von hohem Stilgefühl geprägte Interpretation des zweiten Violinkonzerts von Max Bruch. Mit schwelgerisch-rundem Ton kostete sie den hochromantischen Kopfsatz ebenso genussvoll aus wie das überschäumend virtuose Finale. Tiefgründiger Kontrapunkt ist die mit filigraner Gesanglichkeit zugegebene Sarabande aus Bachs d-Moll-Partita. Rundum überzeugen kann auch Mendelssohns in klassischem Geist gesetzte vierte Sinfonie, die „Italienische„. Highlight einer von Akkuratesse und südlichem Feuer strotzenden Darbietung: das herrlich vorwitzig in Szene gesetzte Schlusspresto. Ausgiebiger Applaus und - in volle, warme Streicherfarben getaucht - Edward Elgars „Chanson de Nuit“ zum Ausklang.
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Wiesbadener Kurier vom 15.02.2008
Die Lebenslust der „Frühjahrssinfonie“
Wiener Klassik im Wiesbadener Kurhaus mit Werken von Mozart, Schumann und Tschaikowsky

Von Richard Hörnicke
Mit Mozarts Sinfonie Nr. 28 in C-Dur (KV 200) begann das Konzert der Reihe Wiener Klassik in kapriziösem, tänzerischem Schwung, dem einleitenden Allegro spirituoso entsprach der pointierte und in wirbelnder Melodieführung realisierte Finalsatz, Dazwischen war das „himmlische Andante“ unter Heribert Beissels nuanciert ausformender Leitung in ruhig dahin gleitender Klang-Intensität zu hören, das Menuett mit seinen auffordernden Hornrufen erhielt aparte und akzentreiche Struktur. Die heitere Grundstimmung des Mozart fand später ihre Fortsetzung in Schumanns erster Sinfonie in B-Dur. Die von ihm selbst „Frühlingssinfonie“ genannte Komposition Ist Ausdruck der Freude Über die nach schier endlosen Widerständen geschlossene Ehe mit Clara Wieck. So betrat man nach dem einleitenden Ruf der Hörner und Trompeten ein Szenarium unbändig dahin strömender Lebenslust, die sich nach dem „Weckruf“ im Allegro molto vivace in vitaler Form manifestierte und im folgenden Larghetto kantabel ausschwingende Entsprechung fand. Der übermütig vorwärts stürmende Charakter des Scherzos mit seinen zwei wunderschönen Trios führte zum temperamentvoll und feingliedrig pulsierenden Melos des Schlusssatzes, der von den vorwiegend jungen Instrumentalisten unter dem präzisen und jedem Detail nachspürenden Dirigat Beissels exzellente Kontur erhielt. Im Mittelpunkt des Konzerts stand Peter Tschaikowskys zweites Konzert für Orchester und Klavier in G-Dur. Bei den Engagements seiner Solisten wartet Beissel immer wieder mit Überraschungen auf. An diesem Abend stellte er in Sergei Babayan einen russischen Pianisten der Sonderklasse vor, der die vertrackten Schwierigkeiten der Komposition, die nicht zu den stärksten Tschaikowskys zählt, mit Brillanz meisterte. Mit stupender Technik und hervorragend ausbalancierte Anschlagskultur stürzte er sich in das hochvirtuose Span nungsfeld, gestaltete im Andante in Verbindung mit dem ausgezeichneten Solisten Gjorgi Dimcevski (Violine) und Maria Kulowska (Violon cello) in bester Harmonie ein fein ausgewogenes Tripelkonzert, machte schließlich das Finale mit Elan zu einem Bravourakt - schade nur, dass bei Fortepassagen Vibrationsge-räusche des Flügels nicht zu überhören waren. Begeisterter Beifall im Thiersch-Saal des Kurhauses, für den sich der Solist mit der luziden Interpretation eines Satzes aus Johann Sebastian Bachs „Goldbergvariationen“ bedankte.
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Neue Westfälische vom 21.02.2008
Schumann frühlingsfrisch
Klassische Philharmonie Bonn in der Oetkerhalle

VON JULIA M. SCHMILGUN
Bielefeld. Auch wenn das Wetter sich nach einigen Tagen mit Sonne sehr schnell wieder eintrübte, war am Dienstagabend in der Oetkerhalle schon ein verfrühter Frühlingsanfang zu spüren.
Die Klassische Philharmonie Bonn spielte, unter der Leitung ihres Gründers und Chefdirigenten Heribert Beissel, so lebendig und mit einer erfrischenden Leichtigkeit, dass aller winterliche Trübsinn sogleich verschwand.
Für ein wenig mehr Schwere und Bedächtigkeit sorgte Peter Tschaikowskys Konzert für Klavier und Orchester, das im Programm umrahmt war von Mozarts Sinfonie Nr.28 und Robert Schumanns Frühlingssymphonie.
Der Pianist Sergei Babayan vermochte es den gewaltigen Charakter von Tschaikowskys Werk virtuos und kunstvoll herauszustellen. Durch seine herausragende Technik und die deutliche Akzentuierung der Themen in den jeweiligen Sätzen war sein Spiel ein Höhepunkt des Abends. Auch die Solisten Gjorgi Dimevski (Violine) und Maria Kulowska (Violoncello) müssen lobenswert erwähnt werden, da ihre Darbietungen maßgeblich zu der erstklassigen Ausführung dieses Werkes beigetragen haben.
Genauso glänzend intoniert und gespielt wurde von dem zum größten Teil aus jungen Musikern bestehenden Orchester Mozarts Sinfonie Nr.28 C-Dur. Besonders erwähnenswert ist die Präzision, die die Musiker im vierten Satz, dem Presto, an den Tag legten. Doch auch Schumanns Frühlingssymphonie konnte genau die frische Stimmung überbringen, die man von ihr erwartete.
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Badische Neueste Nachrichten vom 01.02.2008
„Beethoven pur“ im Brahmssaal

„Beethoven pur“, war das Motto des Konzerts der Klassischen Philharmonie Bonn im Brahmssaal. Die Musiker, die sich vor allem die Wiener Klassik auf die Fahne geschrieben haben, boten ihren Zuhörern unter der umsichtigen und souveränen Leitung ihres Dirigenten Heribert Beissel einen soliden Einblick in die Sinfonik und in das Konzertschaffen Beethovens. Solistin des Abends war die 1989 im kasachischen Karaganda geborene Anassiya Dranchuk.
Zwei Werke aus Beethovens mittlerer Schaffensphase, die Ouvertüre zu „Coriolan“ op. 62 und die 4. Sinfonie B-Dur op. 80 umrahmten sein chronologisch erstes Klavierkonzert, das B-Dur-Konzert op. 19. In den beiden sinfoni-schen Werken überzeugten die Musiker der Klassischen Philharmonie Bonn, wobei die Bläser, insbesondere die Fagottisten, hervorzuheben sind. Hätte man die Ouvertüre etwas gestraffter erleben wollen - gerade das dramatische Eingangsmotiv geriet etwas zu statisch -so erlebte man das Orchester mit der Sinfonie auf seiner ganzen Höhe, vernahm den reichen Dialog der Bläser mit den Streichern, etwa in den beiden ersten Sätzen und genoss den per-petuum-mobile-gleichen Schwung des rhythmisch vertrackten Finales, auf das wohl die Bemerkung eines Rezensenten aus dem Jahre 1811 gemünzt war: „Die nichts weniger als leicht auszuführende Symphonie wurde trefflich gegeben, und fand einstimmigen Beyfall“. Dieses Lob kann man auch den Bonnern aussprechen.
Ebenfalls zu einem Hörgenuss wurde Beethovens B-Dur-Klavierkonzert, welches Anastassiya Dranchuk sehr sicher, pointiert und mit angemessenen Tempi vortrug. Die junge Pianistin traf den jugendlichen Schwung dieser Musik genau. Sie verfügt über einen erstaunlich differenzierten und doch, wo nötig, kraftvoll tönenden Anschlag. Für die sehr gelungene Darbietung wurde ihr reicher Applaus zuteil, für den sie sich mit dem „Petrarca-Sonett“ Nr. 104 aus dem italienischen Heft der „Annès de Pèlerinage“ von Franz Liszt bedankte. Auch hier überzeugte das virtuose Moment ihres Spiels völlig. Das Orchester verabschiedete sich ebenfalls mit einer Zugabe - mit op. 43 von Ludwig van Beethoven. CDH
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Der Club zu Bremen Nr. 3251 vom 29.01.2008
Sinn für Nebenstimmen
Anastassiya Dranchuk musizierte mit der Klassischen Philharmonie

Von unserem Mitarbeiter Michael Pitz-Grewenig
BREMEN. Ein hochmotiviertes Orchester präsentierte der Dirigent Heribert Beissel beim 3. Konzert im Rahmen seiner Reihe „Wiener Klassik“ im großen Saal der Glocke. Und mit der Ouvertüre zu „Coriolan“, dem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 in B-Dur und der 4. Sinfonie in B-Dur wurde ein attraktives Beethovenprogramm präsentiert.
Besonnenheit und weiter Atem waren es, die die Formverläufe strukturierten und den Erlebnisgehalt der einzelnen Werke bestimmten. Heribert Beissel entwickelte ein leidenschaftliches Pathos, das um so mehr überzeugte, als es nicht einer primär hitzigen Annäherungsweise entsprang. Das Orchester bewies hier großes Beethoven-Format - nicht zuletzt in der ungeschönten Sprödigkeit der tragisch-gewittrigen Klanggestalten.
Man mochte sich vielleicht bei Beethovens 4. Sinfonie über die eher bedächtigen Tempi wundern, aber so kamen strukturelle und instrumentale Details zum Vorschein, die allzu oft einer strafferen Konzeption der Tempi zum Opfer fallen.
Das 2. Klavierkonzert überzeugte durch ähnliche Qualitäten, und Heribert Beissel hatte mit Anastassiya Dranchuk eine Pianistin verpflichtet, die in der Lage ist, eine Interpretation jenseits ausgetretener Pfade zu finden.
Bereits die Exposition ließ aufhorchen. Die liebevolle Präzision, mit der noch die kleinste Nebenstimme artikuliert wurde sowie der herrlich satte Klang überzeugten sofort. Anastassiya Dranchuk und die „Klassische Philharmonie Bonn“ zelebrieren eine Behutsamkeit im Umgang mit strukturellen Zusammenhängen, die sich jeder dramatisierenden Verschleifung verweigerte. Das ist in der Tat bei einer solch jungen Pianistin - sie ist gerade mal 18 Jahre alt - bemerkenswert. Anastassiya Dranchuk ist eine Instrumentalistin, die sehr genaue Vorstellungen hat, diese konsequent umsetzt und sich als profunde Kennerin der Musik Beethovens erwies.
Nach rauschendem Beifall gab es einen Liszt (Petrarca-Sonett) als Zugabe. Kraftvoll und versponnen zugleich vertiefte sich Anastassiya Dranchuk in die Komposition. Kennzeichen waren nicht nur atemberaubende Registerwechsel, sondern auch kleine, pointierende Stockungen, Dieses Changieren zwischen kernigem Zupacken und den Momenten stillstehender Meditation, ein quasi ln-sich-Hineinlauschen ließ Dranchuks Interpretation zum Ereignis werden, denn sie kümmerte sich abseits virtuoser Abwege um den romantischen Gehalt dieser Musik.
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Bonner Rundschau vom 22.01.2008
Großer Jubel um eine junge Pianistin
Wiener-Klassik-Konzert unter der Leitung von Heribert Beissel spielt Beethoven

BONN. Der Dirigent Heribert Beissel kümmert sich um den Nachwuchs. Er kriegt bei ihm seine Chance, wie im Wiener-Klassik-Konzert in der Beethovenhalle die 1989 in Kasachstan geborene Anastassiya Dranchuk. Auf sie waren die offenbar noch gut funktionierenden Talentsucher der ehemaligen Sowjetrepublik schon früh aufmerksam geworden. Mit sechs Jahren kam sie in die Musikschule für Hochbegabte am Konservatorium in Karaganda, 2001 nahm sie die mit ähnlichen Einrichtungen vertraute Hanns-Eisler-Hochschule in Berlin in ihr Gymnasium für musikalische Sonderbegabungen auf, 2003 folgte das Julius-Stern-Institut.
So optimale Vorgaben haben die 19-Jährige zu einer überraschend guten Klavierspielerin heranwachsen lassen. Beethovens B-Dur-Konzert kam in seiner Lyrik ihrer Jugendlichkeit entgegen. Ihr Spiel überzog es mit einem gedämpften Schimmer. Sie spielt alles mit einer großen, schön fließenden Natürlichkeit und Sicherheit, die in den klavieristischen Figurationen des langsamen Satzes ihren gut austarierten Kontrast fanden. Im Rondo-Finale ließ sie die köstlichen Akzentverschiebungen munter kobolzen. Von Anastassiya Dranchuk wird man noch hören, ihr Publikum feiert sie begeistert.
Mit dem reinen Beethoven-Programm hatte Beissel die Beethovenhalle ohnehin bis oben hin gefüllt. Das neue Jahr nimmt sich bereits gut aus für die Klassische Philharmonie. Begonnen hatte ihr Chef mit der dunkel-dräuenden „Coriolan“-Ouvertüre groß und tragisch. Die c-Moll-Ouvertüre ist die einzige bei Beethoven, die auch in Moll endet. Und ansonsten hatte er die Sinfonie am Ende nach dem Klavierkonzert ausgewählt - die vierte, ebenfalls in B-Dur. Auch sie von heiterem Wohllaut erfüllt. Doch die gut gelaunten stehen in der Publikumsgunst hinter den heroischen zurück. Die B-Dur-Sinfonie braucht allerdings ziemlich lange mit einer seltsam tastenden Adagio-Einleitung, bis sie die Wendung ins Helle schafft. Die vierte Sinfonie gehört zu den eher selten gespielten, was Beissel dazu bewegte, dagegen zu halten, unter anderem durch eine verschlankte Besetzung. Das klang gut bis auf zwei, drei vernachlässigbare Unklarheiten. Viel Beifall. (ter)
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Badische Neueste Nachrichten vom 11.10.2007
Magie des Geigenspiels
Klassische Philharmonie Bonn mit Tianwa Yang in Karlsruhe

Die klassische Philharmonie Bonn wartete diesmal im Brahms-Saal der Karlsruher Stadthalle mit Sinfonien von Mozart und Beethoven sowie Tschaikowskys Violinkonzert auf. Heribert Beissel und sein wach und präzise agierendes Orchester zeichneten mit Mozarts 30. Sinfonie ein kontrastreiches Bild: Die Sinfonie gehört einer Werkgruppe an, die vom neuartigen Stil der „Mannheimer Schule“ beeinflusst ist, und besticht durch geschärfte Akzente, ein schwingendes Seitenthema, energische Einwürfe und rokokohafte Eleganz. Im Mittelpunkt des Abends stand das Tschaikowsky-Konzert: Die junge Solistin Tianwa Yang ist eine ausgesprochene Virtuosin; ihr Spiel löst Beifallsstürme aus - und das liegt nicht nur an ihrer stupenden Technik, mit der sie gestochen scharfe und intonatorisch lupenreine Läufe bis in extreme Lagen führt, sondern auch an ihrer extravertierten Interpretation: Mit viel Körpereinsatz taucht sie ein in die erste Phrase, sie selbst scheint gepackt von jedem Ton, vor allem von den energetischen Passagen, die sich zu regelrechten Stromschnellen verdichten. Souverän sind die Stimmungswechsel hin zum leichten, tänzerischen Tonfall, den das Orchester sofort nachempfindet. Im zweiten Satz, der „Canzonetta“, scheint die Zeit stillzustehen. Ein Andante, das die Szenerie beruhigt. Eine melancholische, stellenweise verschattete Musik, die erst am Übergang in das überschäumende Finale wieder wachgerüttelt wird. Schon nach dem ersten Satz konnte sich das Publikum vor Begeisterung kaum zurückhalten, am Ende gab es jubelnde Bravorufe. Ein reizvoller Kontrast war die rhythmische Pointiertheit, die Klarheit und Strenge in Beethovens zweiter Sinfonie: Der erste Satz sehr durchpulst, in einem edlen, warmen Klang, der zweite mit romantischem Zauber, das Scherzo knapp auf den Punkt gebracht und das Finale mit einem geschmackvollen Wechsel aus weit angelegten Phrasen und rhythmischer Zuspitzung: Das Publikum bedankte Sich mit herzlichem Applaus, und Heribert Beissel und die Klassische Philharmonie lieferten mit Elgars „Chanson de nuit“ als Zugabe noch den romantisch-elegischen Ton in dieser großen Palette. Christine Gehringer
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Bonner Rundschau vom 21.08.2006
Nicht nur die Flöte spielte gegen das unbeständige Wetter an
Die Klassische Philharmonie Bonn beim sechsten und letzten Poppelsdorfer Schlosskonzert

von JÜRGEN BIELER
BONN. Auch beim 6. Poppelsdorfer Schlosskonzert war das Wetter der Klassischen Philharmonie Bonn nicht gerade hold. Allerdings hatte die unbeständige und wenig sommerliche Witterung aber kaum jemanden davon abgehalten zu kommen. Somit war auch das letzte Open-Air-Konzert in dieser Saison sehr gut besucht.
Dirigent Heribert Beissel und sein Ensemble hatten zum Ausklang der Reihe Werke von Mozart, die „Haffner-Sinfonie“ Nr.35, D-Dur KV 385 und Haydn, seine Sinfonie Nr. 92, die „Oxford-Sinfonie“, ins Programm genommen. Und als Solo-Instrument war diesmal die Flöte dran.
Flächig, kompakt und klar konturiert, erklangen gleich zu Beginn der zweigeteilte Eröffnungssatz und das nachfolgende Adagio der „Oxford-Sinfonie“. Was auffiel, war die fein abgestimmte, äußerst synchron intonierende Bläsergruppe. Die spielte durchweg akkurat bis in die Haltetöne, selbst die Hörner. Die sonst auch versiert aufspielenden Streicher standen ihnen am Samstag allerdings kaum nach. Zu hören war das vor allem im rasanten Finalsatz mit seinen, von Dirigent und Ensemble intelligent herausgearbeiteten Finessen. So in den immer wieder raffiniert gegeneinander gestellten Klanggruppen und den gelehrten kanonischen Künsten, die Haydn in dieses spritzige Rondo eingebettet hat.
Auf hohem Niveau entwickelte sich, neben den Sinfonien, am Samstag auch der Konzert-Teil, bestritten von Dejan Gavric, Preisträger verschiedener Wettbewerbe und mittlerweile Soloflötist beim Philharmonischen Orchester Graz. Gavric stellte seine Können im Konzert für Flöte und Orchester e-Moll op. 57 des heute kaum noch bekannten Opernkomponisten Saverio Mercadante unter Beweis. Den Opernfachmann konnte man vor allem in den Solopartien hören. Sie klangen organisch, aber auch äußerst virtuos. Gavric interpretierte sie perfekt und mit wunderschönem Legato. Und kam nach dem schmissig-tänzerisch herausgespielten „Rondo russo“ - Polka-Klänge und Folklore - am Schluss um eine Zugabe nicht herum.
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General-Anzeiger vom 14.08.2006
Schubert und Mozart beim Poppelsdorfer Schlosskonzert

Von Guido Krawinkel
Die himmlischen Schleusen blieben trotz der drohenden Wolkenkulisse geschlossen, trotzdem wollte sich nicht zuletzt aufgrund der deutlich milderen Temperaturen kein richtiges Sommerfeeling einstellen.
Zumindest in musikalischer Hinsicht herrschte aber dennoch gut Wetter beim fünften Poppelsdorfer Schlosskonzert, zeigten sich die Klassische Philharmonie Bonn und ihr Leiter Heribert Beissel doch in ausgesprochener Bestform. Mit Franz Schuberts fünfter Sinfonie zu Beginn und der g-Moll Sinfonie (KV 550) von Wolfgang Amadeus Mozart am Schluss standen zwei Werke auf dem Programm, die in ihrer heiteren Grundstimmung bestens miteinander korrespondierten und dem Orchester Gelegenheit gaben, seine Qualitäten auszuspielen. Dazu zählte neben einer ausgeprägte Spielfreude, die beispielsweise in den Kopfsätzen beider Sinfonien für eine sehr pointierte Darstellung sorgte, auch die große Disziplin, mit der Phrasierung und Artikulation gestaltet sowie Themen prägnant herausgearbeitet wurden. Besonders deutlich war dies in den langsamen Sätzen, etwa im Andante der Mozart-Sinfonie, wenn scheinbar unwichtige Nebenlinien aus dem musikalischen Geschehen herausgeschält wurden, oder den Finalsätzen, die - temperamentvoll und furios bei Mozart oder locker und auf den Punkt genau bei Schubert serviert wurden. Nur die Hörner fielen im Laufe der Schubert-Sinfonie durch kleinere Misstöne zuweilen leicht aus dem Rahmen.
Ein besonderer Genuss war das mit markant herausgemeißelten rhythmischen Akzenten und einem zackigem Duktus gespielte Scherzo aus Mozarts g-Moll Sinfonie, das - wie auch sein Pendant in Schuberts Werk - durch eine unverkrampfte Präzision zu beeindrucken wusste. Solistin des Abends war die Sopranistin Cordula Berner, die mit ihrer fein austarierten Stimme und einem hellen, aber nie zu spitzen Timbre beeindrucken konnte. Mit zwei Konzertarien und der sensibel ausgestalteten Arie der Susanna aus „Le nozze die Figaro“ von Mozart zeigte sie technisches Raffinement aber auch subtile Gestaltungskunst.
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General-Anzeiger vom 01.08.2006
Charmantes Divertimento
KONZERT Matinee des Chur-Kölnischen Kammerorchesters

Von Mathias Nofze
Musik, „bei der man nicht ins Grübeln gerät“, versprach Heribert Beissel für das letzte der drei Matineekonzerte in der Bad Godesberger Redoute. Er hielt Wort. Mit unwiderstehlichem Charme etwa bezaubert das „Divertimento“ in D-Dur von Mozart, erst recht dann, wenn es so impulsiv und frisch musiziert wird, wie es das Chur-Cölnische Kammerorchester tat.
Ebenso unterhaltsame und abwechslungsreiche Musik schrieb Henry Purcell in seiner „Sommernachtstraum“-Musik, der das Orchester mit dem nötigen Spielwitz begegnete. Wirkungsvoll ließ man in der Ouvertüre dem gravitätischen ersten Thema das zweite kontrastieren, das an die Welt der Elfen denken lässt, die „Hornpipe“ verdichtete sich zum schillernden Klangspiel, und die ideenreichen Variationen der abschließenden „Chaconne“ erfuhren eine nuancierte Darstellung.
Intensive Leuchtkraft entwickelte das Ensemble in Regers „Lyrischem Andante“ und Elgars „Chanson de matin“, auch Tschaikowskys „Elegie“ gelang sehr bewegend. Liebevoll ausgemalt schließlich wurden die reizvollen Genrebildchen, die Edvard Grieg in seiner Suite „Aus Holbergs Zeit“ schuf. Ein Happen aus Mozarts Divertimento KV 438 gab's als Dessert, bei Schumanns „Träumerei“ für Streicher hingegen geriet man doch etwas ins Grübeln.
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Bonner Rundschau vom 25.07.2006
Raum für Melodiebögen
KONZERT Chur Cölnisches Kammerorchester in der Godesberger Redoute

Von Thomas Kirchhoff
Mit Vivaldis Concerto e-Moll und dem daran anschließenden Konzert in a-Moll für Violoncello und Streicher (RV 418) gelang dem Chur Cölnischen Kammerorchester und der Solistin Shiho Nishimura ein packender Auftakt zum zweiten Matinee-Konzert in der Bad Godesberger Redoute. Nishimura, aus den eigenen Reihen des Orchesters, begeisterte durch eine kraftvolle Interpretation. Ihr Spiel vereinte die ruhigen und empfindsamen Momente des Andante und die zahlreichen raschen, lebhaften Passagen der Ecksätze. In der Zugabe brillierte sie mit dem zweiten Satz „Sardana“ aus Cassadós Cellosuite.
Mit Haydns Orchesterquartett B-Dur ließ sich das Orchester mit der gewohnt hohen Spielfreude und Spielkultur hören. Der „Valses nobles“ von Schubert gab insbesondere dem Stimmführer Raum für zahlreiche solistische Melodiebögen. Tschaikowskys lyrischer „September“ aus „Die Jahreszeiten“, op. 37a versprach keineswegs Abkühlung angesichts der sommerlichen Temperaturen, vielmehr überzeugte das Orchester durch den warmen Gesamtklang und die Intensität der Interpretation. Auch mit den vier Stücken für Streichorchester von Tschaikowsky galt das Interesse den kleineren musikalischen Formen.
Wie schon bei der ersten Matinee legten die Musiker zum Ende ihre Bögen beiseite und zupften. Dieses Mal allerdings die Neue Pizzicato-Polka von Johann Strauß. Das Publikum in der gut besuchten Redoute applaudierte herzlich, wobei Beissel auf offenbare Reibungsverluste durch die zeitliche Umstellung der Serenadenkonzerte auf die morgendliche Matinee hinwies. Es könne doch nicht so schwer sein, dass sich dies herumspreche, gab Beissel scherzhaft mit auf den Weg.
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General-Anzeiger vom 24.07.2006
Beseelter Mozart
KLASSIK Heribert Beissel dirigiert Poppelsdorfer Schlosskonzert

Von Mathias Nofze
Schon nach dem berühmten Adagio des Mozartschen Klarinettenkonzerts rührten sich im Innenhof des Poppelsdorfer Schlosses die ersten Hände zum Applaus. Alexander Schätzle, Solo-Klarinettist der Klassischen Philharmonie Bonn, hatte sich dem Stück mit poetischem, verinnerlichten Spiel genähert, den Charakter kunstvoller Schlichtheit damit aufs Schönste getroffen und das Publikum beim zweiten Poppelsdorfer Schlosskonzert bezaubert.
Garanten für diesen fabelhaften Auftritt waren eine perfekt kontrollierte Tonbildung, die weichen Ansatz, feine Artikulation, ein strömendes Legato und atemberaubende Abschattierungen ins beinah Unhörbare ermöglichte. Dieses makellose Spiel verband sich mit musikalischer Intelligenz zu einem beeindruckenden Gestaltungsvermögen. Auch in den Ecksätzen erlebte man einen Interpreten, der alles bloß Virtuose im Zaum hielt, sich auf die Durchdringung der Komposition konzentrierte und dabei sein Instrument auf hinreißende Weise beseelte. Heribert Beissel war mit der Klassischen Philharmonie ein feinfühliger, kluger und höchst sorgfältiger Begleiter.
Extrovertierte Virtuosität holte Schätzle dann mit Paganinis Caprice Nr. 5 nach, hielt aber auch darin weiten Abstand von purer Artistik. Phänomenal, wie er das relativ belanglose Passagengenudel in ein vom ersten bis letzten Ton fesselndes Ereignis verwandelte. Das schlanke, federnde und durchsichtige Spiel des Orchesters bewahrte auch die zuvor gegebene „Kleine Nachtmusik“, ein Evergreen bei den Poppelsdorfer Schlosskonzerten, vor dem Abgleiten ins bloß Gefällige, das galante Divertissement blieb auf die Tiefenschicht hin durchsichtig. Die Tempi waren stets flüssig, das Klangbild in viele Details hinein belebt. So erklang etwa das Anfangsmotiv nicht als starrer Dreiklangsblock, sondern, versehen mit einem Crescendo, als Spannungskurve, in der „Romanze“ schien bereits romantischer Scherzo-Spuk auf, die Maschinerie des Rondo lief gut geölt. Manchmal allerdings, im Menuett etwa, hätte man sich gewünscht, dass Beissel die Zügel des Einheitstempos ein wenig gelockert hätte.
Mit vitalem Schwung, zugleich mit offenem Ohr für die differenzierten Strukturen bot das Orchester schließlich Haydns Sinfonie „L'Ours“ dar. Und als Zugabe erklang der betörende zweite Satz aus Elgars Streicherserenade in die lauschige Sommernacht hinein.
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Bonner Rundschau vom 18.07.2006
Ein Sommerabend in strahlendem C-Dur
KONZERTE Heribert Beissel und seine Klassische Philharmonie eröffnen die Poppelsdorfer Schloss-Serie mit einem reinen Mozart-Programm. Und auch das Hofgarten-Orchester verbeugt sich mit dem „Schauspieldirektor“ vor dem Jubilar.

Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
POPPELSDORFER SCHLOSS. Ein heller Sommerabend garantierte eine prall gefüllte Hof-Rotunde beim ersten der Poppelsdorfer Schlosskonzerte 2006 der Klassischen Philharmonie unter ihrem Chef Heribert Beissel. Und was könnte schöner und passender sein an einem solchen Abend als eine Hommage an den Jubilar Mozart, zumal wenn so feinnervig und dynamisch differenziert gespielt wird wie hier.
Drei Mozart-Werke in C-Dur präsentierten Beissel (wie stets genau und suggestiv in seinen Direktiven) und seine in den Bläser- wie vor allem auch in den Streicher-Riegen überaus präzise und klangreich aufspielende Mannschaft: die relativ frühe Salzburger Sinfonie Nr. 34 KV 338, das Oboenkonzert KV 285 d und die Sinfonie Nr. 36 KV 425 „Linzer Sinfonie“.
Die reizend-liebenswürdige Sinfonie Nr. 34 kam charmant heraus, fast zärtlich artikuliert im Andante und imponierend exakt „dahingeplappert“ im Finale. Im blühend schönen Oboenkonzert, das man des öfteren auch als Flötenkonzert (KV 324) hört, gefiel in höchstem Maße die 1982 geborene Oboistin Sandra Schumacher, Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und des Deutschen Musikwettbewerbs, weshalb der Deutsche Musikrat das Konzert auch mitveranstaltete. Ihr sanglich-feiner, mitunter überraschend zarter Ton und eine exzellente Atem- und Fingertechnik sorgten im besten Einvernehmen mit Dirigent und Orchester für bildschöne Wiedergaben der drei Sätze.
Zum Abschluss dann die „Linzer Sinfonie“: sinfonisch größer dimensioniert, stilistisch geistreicher. Die Empfindsamkeit des Andante war genauso gut getroffen wie die leicht derbe Attitüde des Menuetto oder die mitunter etwas „türkisch eingefärbte“ Leichtigkeit des Presto-Finales. Viel Beifall und als Zugabe noch der 1. Satz aus der „Kleinen Nachtmusik“.
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General-Anzeiger vom 18.07.2006
Kehraus mit Strauß
KONZERT Matinee des Chur Cöllnischen Kammerorchesters

Von Guido Krawinkel
Mit einer Nachtmusik zur Morgenstund? begann das erste der drei Matineekonzerte in der Godesberger Redoute, die das Chur Cöllnische Kammerorchester mit seinem Dirigenten Heribert Beissel in dieser Spielzeit statt der bisherigen Serenaden anbieten. Der Publikumszuspruch war erfreulich hoch. Der erste Teil des Konzertes stand mit der „Kleinen Nachtmusik“ und dem Divertimento C-Dur (KV 157) von Mozart ganz im Zeichen nächtlicher Kammermusik.
Beissel ließ die Kleine Nachtmusik wie gewohnt sehr akkurat und melodiebetont, aber stets mit lockerer Attitüde spielen. Zwischen den beiden Werken hatte man mit der Gavotte und der Pantomime aus dem Ballett „Les petits riens“ von Mozart zwei gefällige Miniaturen platziert. Nach der Pause bewegte man sich mit Werken von George Bizet, Edward Elgar und Johann und Josef Strauß nicht minder gekonnt auf romantischem Parkett.
Auch da bewies das Chur Cöllnische Kammerorchester mit einem kompakten Ensembleklang und einer ausgezeichneten Spielkultur seine Qualitäten. Drei für Streichorchester bearbeitete Stücke aus der Oper Carmen von Bizets spielte man mit viel Sinn für das typische Lokalkolorit, ein schlichtes Andantino B-Dur mit großer Sensibilität. Auch bei Elgars pathetischer Elegie op. 58 traf man den richtigen Tonfall und mit der schalkhaften Pizzicato-Polka der Strauß-Brüder gab es einen vergnüglichen Kehraus.
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Bonner Rundschau vom 22.03.2006
Eine Rarität vorgestellt
Heribert Beissel und die Klassische Philharmonie führten Telemanns Brockes-Passion auf

BONN. Eine Rarität hat Heribert Beissel, der Chef der Klassischen Philharmonie, mit Telemanns Brockes-Passion in der bis zum letzten Platz gefüllten Remigiuskirche vorgestellt; vielleicht zum ersten Mal im Bonn. Dabei war der Hamburger Ratsherr Barthold Brockes, was die Verbreitung seiner Passionsdichtungen anging, ein Bestseller-Autor. Auch dieser Passionstext wurde ein Dutzend Mal vertont, und die erste Aufführung der Telemannschen Passion war 1716 in der Frankfurter Barfüßerkirche ein gewaltiger Erfolg.
Aber Brockes konnte auf Dauer nicht lebendiger sein als Telemann. Und das Bild von Telemann wechselt sehr in der Geschichte. Nun entdeckt man in jüngster Zeit die Brockes-Passion wieder. Wer die gereimte Dichtung sich ansieht, versteht auch warum: Brockes barocke Bildersprache produziert drastische Wirkungen, die zu exzessiven Darstellungen herausfordern.
Beissel lässt das Telemann-Werk vielleicht zu sehr in Bachs Schatten, greift das Üppige der Sprache zurückhaltender auf, als es vorstellbar wäre. Aber er verleiht dem Ganzen eine erstaunliche Kraft und lässt sich auch Bizarres nicht entgehen. Da reißt Petrus sein Schwert aus der Scheide, begleitet von rasselnd aufsteigender Cembalopassage (sehr tüchtig: Harald Hoeren), und schlägt dem Hohen Priester das Ohr ab. Lachkoloraturen oder spöttisches Gehechel gehört ebenfalls zu Telemanns Ausdrucksmitteln.
117 Nummern umfasst das Werk, aber braucht nicht mal zwei Stunden. Telemann bevorzugt schnelle dramatische Abläufe und steht damit neben Bachs Johannes-Passion mit kurzen, heftigen Turbaechören. Dagegen steht die geschmeidig wiegende Bewegung der Sinfonia und es Eingangschores „der gläubigen Seelen“. Telemann spult alles temporeich ab, aber hat dann auch wundervolle Einhalte in den Accompagnati zum Sterben Jesu.
Klaus Schneider war als Evangelist die vokale Stütze, übernahm aber auch vom jungen Bruno Michalke (Petrus, Judas, Kaiphas, Pilatus) eine Petrus-Arie. Sea-hwan Ahn sang einen würdigen Christus, für die Frauenpartien war Cordula Berner da. Der Chur Cölnischer Chor und die Klassische Philharmonie haben unter Beissels sorgsamem Dirigat eine gute Figur gemacht, alles wurde begeistert gefeiert. (ter)
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General-Anzeiger vom 23.01.2006

BEETHOVENHALLE. Wenige Tage vor Mozarts 250. Geburtstag war es auch für Heribert Beissel und seine Klassische Philharmonie ein Muss, einen reinen MozartAbend auszurichten. Dirigent und Orchester sind ja mit diesem Wiener Klassiker besonders vertraut, und das demonstrierten sie dem Publikum in der sehr gut besuchten Beethovenhalle jetzt aufs Neue.
Begonnen wurde mit einem wahren Kleinod, dem charmanten und spritzigen Salzburger Divertimento D-Dur KV 136 des gerade 16-Jährigen, das von der Streicher-Formation des Orchesters ganz entzückend realisiert wurde. In der Programm-Mitte stand das das A-Dur-Klavierkonzert KV 488 aus dem „Figaro-Jahr“ 1786. Thomas Duis, einer der heute renommiertesten Pianisten in Deutschland, war als Solist gewonnen worden, und er spielte einen Mozart, wie man ihn sich wünscht: mehr kammermusikalisch feinsinnig als brillant auftrumpfend, dennoch aber mit federnder Energie und Temperament. Von großer Klangschönheit und Tiefe die anrührende Elegee des Siciliano-Andante, das - wie aber auch die Rahmen-Sätze - von Dirigent und Orchester adäquat mitgestaltet wurde. Den Beifall quittierte Duis mit einer rasanten Wiedergabe des „Türkischen Marsches“, die ihm Bravo-Rufe einbrachte.
Den rein orchestralen Beschluss dieses Jubiläumskonzertes machte dann die Es-Dur-Sinfonie KV 543, die erste der drei letzten, bedeutendsten Sinfonien Mozarts. Ausdrucksvoll ließ Beissel das feierlichfestliche Einleitungs-Adagio zum l. Satz erklingen, mit einem gewissen Pathos sogar, um den kräftig-lebensbejahenden Grund-Gestus des nachfolgenden Allegro umso deutlicher werden zu lassen. Dynamisch sehr fein aufgefächert war dann das Andante con moto ausmusiziert, mit schönen Dialogen von Klarinette, Fagott und Flöte, die auch im reizend sanglichen Trio des etwas derben Menuetts charmant zur Geltung kamen. Gewissermaßen ausgelassene Stimmung schließlich Finale. Viel herzlicher Beifall.
Barbara Kaempfert-Weitbrecht
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Wiesbadener Tagblatt vom 20.01.2006
Poetische Stimmung
„Wiener Klassik“ mit Mozart-Programm

Von Richard Hörnicke
WIESBADEN Keine Konzertveranstaltung, die Im Mozartiahr an den Kompositionen des Meisters vorüber gehen könnte. So vor allem auch schon eingedenk der Namensgebung die Konzertreihe „Wiener Klassik“,
die den Zuhörern im gut besuchten Thiersch-Saal des Kuhrhauses ein reines Programm des Salzburger Meisters bescherte. Dirigent Heribert Beissel hatte bei der Zusammenstellung wohl die Biografie des Komponisten bedacht, konfrontierte das Auditorium mit Werken der frühen, mittleren und letzten Schaffensperiode.
Er begann mit seinen bestens disponierten Musikanten mit dem Divertimento In D-Dur (KV 136), das Mozart mit 16 Jahren schrieb und dessen vitale jugendliche Frische temperamentvoll und mit graziler Eleganz in weichem, subtilem Streicherklang verwirklicht wurde. Wunderschön spritzig und delikat gerieten die Ecksätze, Duft und Farbe bestimmten das Andante in feiner Schwebung.
Für die Interpretation des Klavierkonzerts Nr. 23 in A-Dur (KV 488) hatte man den in Wiesbaden geborenen Pianisten Thomas Duis Verpflichtet. Duis, der sich inzwschen im Kreis der gefragten Pianisten international behauptet hat, gestaltete das Werk technisch makellos, wie nachsinnend, fernab jeden Strebens nach Effekt. Bemerkenswert die variable Anschlagskultur, die Befähigung, den Lyrismen nachzuspüren. So wurde das Andante zu einem Musterbeispiel poetischen Stimmungsgehalts. Den Finalsatz interpretierte er mit glasklar perlenden Läufen in luzider Verfolgung der Themen, grazil, aber auch durchaus markant zugreifend, insgesamt eine Wiedergabe, die in ihrer Schlankheit und Feinfühligkeit sehr beeindruckte. Herzlicher Beifall - die Zugabe, den Türkischen Marsch aus Mozarts Sonate in A-Dur (KV 331) widmete er als noble Geste dem Andenken seines Wiesbadener Lehrers Kurt Gerecke.

Bläsertrio nach Ländlerart

Beissel beschloss den Abend mit der Sinfonie Nr. 39 in Es-Dur (KV 543). Nach der pochenden Einleitung ließ der Dirigent im nachfolgenden Allegro den festlichen Grundgehalt des Kopfsatzes in sehr bestimmtem, pointiertem Duktus in straffer Ausrichtung erklingen. Dem kontrastierte die schwärmerische und kantable Nachzeichnung des Andante mit Betonung der ernsten Grundstimmung. Rustikal, forsch und recht kantig geriet das Menuett mit einem bäurisch gefärbten Bläsertrio nach Ländlerart. Zügig, mit starken Akzenten, sehr nachdrücklich ausformend, machte Beissel mit seinen ausgezeichneten Instrumentalisten den Finalsatz con fuoco zu einem hinreißenden, munteren Schlusspunkt eines ambitionierten Mozartabends.
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Badische Neueste Nachrichten vom 24.11.2005
Brahms und die Wiener Klassik
Unter großen Bögen
„Wiener Klassik“ in Karlsruhe: Von Bach zu Haydn

Beste Abendunterhaltung bot Dirigent Heribert Beissel mit seiner Klassischen Philharmonie Bonn im Karlsruher Brahms-Saal, ein Programm aus der Reihe „Wiener Klassik“ gewissermaßen zum Mitschwingen - so temperamentvoll, luftig und tänzerisch wurde hier gespielt - und das alles klar und klangschön.
In kleiner Besetzung begann das Orchester, mit Bachs drittern (und meistgespieltem) Brandenburgischen Konzert; anfangs fiel das Klangbild zwar noch etwas auseinander, aber die Musiker glichen dies aus mit enormer Energie. Sie warfen sich mit Schwung in den ersten Satz, den man schon oft langweilig gehört hat. Im Finale (die Kadenz zwischen den Sätzen wird hier vom Cembalo übernommen) passte dann alles: Sie spielten in großen Bögen und fein ziselierten Läufen, trotz fulminantem Tempo, warfen sich bei den kurzen Einwürfen (ausgesprochen zart musizierte hier die Viola) flink die Bälle zu.
Leichtigkeit und Eleganz waren das Markenzeichen des ganzen Abends: Auch in Mozarts A-Dur-Violinkonzert blieb man voller Tatendrang, gestaltete man mit pointiertem Akzent und fein gezeichneten Phrasen, reflektierte dabei genau den Part der Solo-Violine: Der junge Kirill Troussov begann seinen ersten Soloeinsatz ganz versonnen, spielte fadenfeine Linien, alles in durchweg obertonreichem Klang, glatt und makellos. Das Adagio kam wie aus einem entrückten Schwebezustand, und nach dem Mozart-Konzert zeigte Troussov schließlich noch, welch vollendeter Virtuose er ist: Zwei Zugaben forderte das Publikum, und der junge Geiger bewegte sich traumwandlerisch sicher durch Paganinis heikle Springbogen- und Flageolett-Passagen hindurch.
Haydns Sinfonie Nr. 84 - durchweg liedhaft, schwungvoll und spielerisch - machte Dirigent Heribert Beissel zu einem Stück voll knapper, präziser Aussagen; kurz und bündig, aber immer mit weichem, gefälligem Fluss, mit viel Charme und Galanterie. Danach stellte Beissel noch einen romantischen Abschluss in Aussicht - allerdings erst als zweite Zugabe nach einem kurzen Mozart-Satz - und der Applaus war so herzlich und lang anhaltend, dass das Publikum am Ende noch in den schwärmerischen Klängen von Johan Svendsens Romanze (gespielt von Konzertmeister Gjorigi Dimcevski) schwelgen durfte.
Christine Gehringer
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General-Anzeiger vom 23.08.2005
Schlosskonzerte: Finale mit der „Jupiter“-Sinfonie

Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Es war noch einmal ein (freilich etwas kühler) Sommerabend, als das letzte der diesjährigen Poppelsdorfer Schlosskonzerte in der einmal mehr dicht gefüllten Hof-Rotunde über die Bühne ging. Und es war wieder ein Programm klassischer Ausrichtung, das Heribert Beissel mit seiner vorzüglich präzise, klangschön und ausgesprochen differenziert aufspielenden Mannschaft präsentierte. Denn auch die programmeröffnende Rossini-Ouvertüre zur „Italienerin in Algier“ zeugt ja von klassischer Machart. Der man auch recht frisch und lebendig Rechnung trug bei der Wiedergabe.
In der Mitte des Abends platziert war wie üblich das Solo-Konzert, diesmal ein Oboenkonzert F-Dur op. 52 des zu seiner Zeit sehr angesehenen und beliebten gebürtigen Böhmen Franz Krommer (1759-1831), für dessen Wiederentdeckung Beissel schon einiges getan hat. Das Werk ist sehr gut gearbeitet, thematisch ansprechend und führt das Solo-Instrument ebenso melodiös wie bewegungsreich. Es war bei Akeo Watanabe, Mitglied des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt, wie auch bei der sorgsam-zurückhaltend spielenden Klassischen Philharmonie Bonn und ihrem Dirigenten in besten Händen.
Watanabes Oboen-Ton ist von feiner, oft geradezu süßer Bukolik; der Solist besticht zudem durch geschmeidiges Bewegungsspiel. Der elegisch-schöne Gesang des ausdrucksvollen Adagios und das beschwingte Rono-Finale gefielen besonders. Watanabe erhielt zu Recht viel Beifall und bedankte sich mit einer hochvirtuosen modernen Solo-Etüde.
Nach der Pause dann der große Abschluss des Abends mit Mozarts „Jupiter-Sinfonie“, Nr. 41 C-Dur KV 551. Die melodisch-harmonischen Schönheiten dieser Partitur, speziell natürlich im ganz fein und anmutig realisierten Andante cantabile, und die satztechnische Kunst vor allem in dem Sonaten- und Fugenform so großartig vereinenden Finalsatz ließ Heribert Beissel genau und feinfühlig nachzeichnen. Der Beifall danach war denn auch berechtigt begeistert und ausgedehnt und erzielte noch zwei delikate Zugaben (Schubert und Elgar).
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Bonner Rundschau vom 15.08.2005
Verbeugung vor dem Vater der Klarinette
Die Klassische Philharmonie spielte beim fünften Schlosskonzert Werke von Mozart und Beethoven

BONN. Kenner haben es gewusst, als im Poppelsdorfer Schlosskonzert Sabine Grofmeier Mozarts A-Dur-Konzert für Klarinette mit der weiten Farbpalette blies, für die ihr Instrument gerühmt wird. Sie haben gewusst, dass diese Aufführung genau auf den 13. August fiel, an dem vor 350 Jahren Johann Christoph Denner geboren wurde, der Erfinder der Klarinette.
Das ist auch deshalb erwähnenswert, weil nicht oft in der Geschichte der klassischen Instrumente es nur einen Erzeuger gibt, der Name und die bis heute wesentlichen Merkmale ins Register eintrug: Einfachrohrblatt, integriertes Schnabelmundstück, zylindrische Bohrung und Überblasloch, das den Namen gab. Denn damit stieß die so genannte Klarinette in das schwierige hohe Clarin-Register der Trompeten vor.
Und Mozart als Gratulant passte, weil er auf die Klarinette abfuhr, wie wir heute sagen würden, wobei allerdings das von Mozart besonders geliebte Bassethorn, eine tiefe Klarinette, praktisch nicht mehr auftaucht. Beissel hat ein richtig historisches Programm für die Klassische Sinfonie gespielt, dazu noch Beethovens Ouvertüre „Die Geschöpfe des Prometheus“. Seit Beethoven ist die Klarinette, 100 Jahre nach Denner, selbstverständlich geworden im Orchester. Vermutlich war es zuviel des Guten, das Bassethorn zu reaktivieren, das Beethoven in der „Prometheus“-0uvertüre noch verlangt. Heribert Beissel hat sie mit schönem Pathos aufgeführt. Das Stück verlangt Größe, aber auch schon das Revolutionäre, das daran rüttelt. Das Orchester hat sich hier und in der ersten Sinfonie - mit doppeltem Holz und Hörnern, wie es damals üblich wurde - dem klassischen Beinamen gewachsen gezeigt. Ein schlanker, eher leichter Ton. Bei Mozart gab es schöne Wechselspiele von So-loklarinette und Orchester. Im Adagio hat Beissel, vielleicht mit Rücksicht auf das weniger brillante als empfindsame Spiel der Solistin, das Orchester fast bis zum Nullprofil zurückgenommen. Sabine Grofmeier hat sich mit ihrer Puccini-Zugabe schadlos gehalten, das Orchester bei Händel. (ter)
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General-Anzeiger vom 21.03.2005
Brahms und die Wiener Klassik
KONZERT Die Pianistin Irene RUSSO und Beissels Orchester in der Beethovenhalle

Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Voll war es wieder geworden, auch auf dem Podium, beim letzten Saisonkonzert „Wiener Klassik“ von Herbert Beissels Klassischer Philharmonie. Der erste Teil des Abends entsprach dabei wieder ganz dem Titel der beliebten Reihe, denn Mozart und Haydn standen auf dem Programm. Mit der Ouvertüre zur Oper „La Clemenza di Tito“ wurde begonnen, die von Beissel zwar dynamisch abwechslungsreich disponiert war, jedoch nicht durchweg ganz stimmig realisiert wurde.
Es folgte Joseph Haydns heiter gestimmte Sinfonie Nr. 101 in D-Dur mit dem Beinamen „Die Uhr“ nach dem gleichmäßigen „Ticken“ der Fagotte und gezupften Streicher in den Rahmenteilen des charmanten Andantes. Hier zeigten Heribert Beissel und seine Mannschaft, wie gut und inspiriert ihnen eine Haydn-Sinfonie gelingt. Schön und ausdrucksvoll die langsame Einleitung zum ersten Presto, prägnant das groß angelegte Menuett, dessen kontrastierendes Trio mit zarten Flöten und Fagott-Soli aufwartet.
Und dann, nach der Pause, der Sprung in die Romantik mit dem großartigen ersten Klavierkonzert in d-Moll von Johannes Brahms. Die italienische Pianistin Irene RUSSO hatte den Solopart des „symphonischen Konzerts“ übernommen. Und dieser gleichberechtigten Partnerschaft zwischen Orchester und Solist trugen beide Parteien Rechnung. Irene RUSSO zeigte gleichermaßen Kraft und Empfindungstiefe. Die düster auffahrenden Intervallsprünge und Trillerkaskaden des ersten Satzes kamen beim Orchester wie der Solistin markant heraus, die melodische Süße dann des Seitenthemas oder die ruhevolle Innigkeit des langsamen Satzes waren differenziert nachgezeichnet. Aber auch die kraftvollen Energien des stürmischen Finales waren bei der Solistin wie auch beim Orchester in besten Händen.
Für den besonders langanhaltenden Beifall bedankte sich Irene RUSSO mit einer imponierenden Zugabe - einer mit hämmernden Ostinati und Tremolo-Attacken bestückten Pièce von Aram Katschaturian.
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Rhein-Zeitung vom 21.02.2005
Ganz einfach zum Verlieben musiziert
„Wiener Klassik“ im Kurtheater: Spielfreudiges Ensemble überzeugte solistisch und symphonisch

BAD NEUENAHR. Von der Klassik zur Romantik: Das „Wiener Klassik“- Konzert im Kurtheater Bad Neuenahr schlug einen Bogen zwischen diesen beiden Musikepochen und überzeugte sowohl symphonisch, als auch solistisch mit Spitzenleistungen.
Statt mit einer Ouvertüre begann Orchesterleiter Heribert Beissel mit Joseph Haydns Symphonie C-Dur (Nr. 97). Vom ersten Ton des Kopfsatzes „Adagio-Vivace“ an wurde kostbar, akkurat, kurz: einfach zum Verlieben musiziert. Glockenrein phrasierten die Violinen, umsichtig und delikat platzierte der Dirigent mal hier einen kleinen Schwerpunkt, mal dort ein zartes Drückerchen, und seine jungen Musikerinnen und Musiker reagierten feinfühlig noch auf die beiläufigste Geste des Maestro. Das viersätzige Werk hat nur kurzen „langsamen Satz“, der noch dazu als „Adagio ma non troppo“ leichtfüßig daherkommt. Umso bewundernswerter, wie diszipliniert und dadurch manchmal richtig swingend Beissel die Gesamtdisposition zwischen den beiden genannten Sätzen, dem Allegretto-Menuett und dem „Finale Presto assai“ austarierte.
Das folgende Camille Saint Saens’ Cellokonzert Nr. l a-moll ist ein wunderbar beredtes Stück Musik, in dem das Soloinstrument nicht nur virtuose Erstaunlichkeiten zu zeigen hat, sondern sich mit dem Orchester in emphatischer Manier zu gemeinsamem Musizieren verbindet. Das Werk des französischen Vollblutromantikers fand in Justus Grimm einen ebenso feinfühligen wie wandlungsfähigen Interpreten. Der 1970 in Hamburg geborene heutige Solocellist der Brüsseler Staatsoper „La Monnaie“ und frischgebackene Professor des Konservatoriums Namur überzeugte sowohl durch technisch einwandfreies Spiel als auch durch eine wie selbstverständlich in der Musik verwurzelte Musizierweise. Sein Spiel wirkte an keiner Stelle forciert oder angestrengt, trotz den erheblichen Anforderungen dieses Spitzenwerks des Cellorepertoires.
Statt einer Zugabe spielte Grimm nach der Pause einen weiteren Standard-Reißer seines Instruments: Tschaikowskis Rokkoko-Variationen. Durch das beseelte Zusammenwirken von Dirigent und Solist erlebte man den ebenso ernsten wie verführerischen und eleganten Brückeschlag zwischen romantischer Klangsprache und der ausgewogenen, klassischen Tonwelt. Unglaublich, wie sich Heribert Beissel ganz selbstlos als kongenialer Partner seines sehr guten Solisten engagierte und dennoch sein Publikum die abschließenden Schubert-Symphonie (Nr.3 D-Dur) als Konzerthöhepunkt erleben liess. Ein echter Glücksfall eines symphonischen Konzerts, sowohl hinsichtlich Programmgestaltung als auch in seiner musikalischer Ausführung.
Thomas Rohde
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Badische Neueste Nachrichten vom 31.01.2005
Elegant und feurig
Tobias Steymans als Solist bei „Wiener Klassik“ in Karlsruhe

Das war mal ein heiteres Konzert: Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und Mozarts „Prager Sinfonie“ D-Dur. Das Publikum der Reihe „Wiener Klassik“ im Konzerthaus Karlsruhe dankte es der Klassischen Philharmonie Bonn mit regem Zuspruch. Der junge Solist war diesmal Tobias Steymans, der bereits seit mehr als zwei Jahren Konzertmeister im Opernhaus Zürich ist und schon eine beachtliche Konzertlaufbahn hinter sich hat. Das merkt man seinem Auftritt an: Souverän steht er auf der Bühne, und auch die kleine Panne mit der E-Saite, die kurz vor Schluss hoffnungslos abrutschte, brachte ihn nicht aus der Ruhe: ein kurzer Stopp - und weiter ging’s.
Tobias Steymans zeigte einen feinen, süßen Geigenton, der besonders die langsamen Sätzen aufblühen ließ, packte aber in den schnellen Sätzen auch schon mal kräftiger zu und ließ den Bogen virtuos springen. Elegant und geschmeidig gerieten auch die schnellsten Passagen. Insgesamt interpretierten die Musiker unter Heribert Beissels Leitung das Werk auf geschmackvolle Art modern und bildhaft: Sehr schön zart und sorgfältig mit Phrasierung und Piano spielend erwachte der Frühling, bäuerlich-tanzlustig der „Herbst“. Besonders knackig geriet der „Winter“: Kurz, fast ein bisschen kratzig die eisigen Akkorde am Anfang, dass man sich die zugefrorenen Seen richtig vorstellen konnte, und mit atemberaubend schnellen, feurig virtuos gespielten Geigensoli. Die Zugabe, die „Biene“ von Franz Schubert (ein Dresdener Namensvetter des berühmten Liedkomponisten), passte gut zu Steymans: geschmeidig, schnell, charmant.
Schwungvoll ging es im zweiten Teil mit Mozart weiter: Auch die D-Dur-Sinfonie KV 504, die so genannte „Prager“, gelang differenziert, mit Sinn für ausgewogene Tempi und dynamische Feinheiten. Die gut phrasierenden Streicher bildeten mit der kultiviert-zurückhaltenden Holzbläsergruppe ein fein austariertes Ganzes. Im ersten Satz überzeugten die sorgfältig herausgearbeiteten harmonischen Spannungen der langsamen Einleitung und der fließende Aufbau des schnellen Satzes. Im Andante gefiel vor allem der sehr fein herausgearbeitete Gegensatz zwischen den getragen, melodisch weich gespielten Passagen und den fein prickelnden Staccato-Läufen - ein unprätentiöser Mozart mit Esprit.
Wibke Bantelmann
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Westfalen-Blatt vom 21.10.2004
Tastenturner mit Sinn für Empfindsames
Start in die Wiener Klassik-Saison

Von Uta Jostwerner
Bielefeld (WB). Ausgeruht und aufgeräumt - so wirkte die Klassische Philharmonie Bonn beim Saisonauftakt der Reihe Wiener Klassik in der nahezu ausverkauften Oetkerhalle. Und Heribert Beissel, bestens aufgelegter Gründerchef, befeuerte sein junges Orchester nicht nur zu spannungsvollem, ausgewogen-differenziertem Spiel, er hatte mit Igor Kamenz auch einen Pianisten von außergewöhnlichem Format im »Gepäck«.
Der Tastenkunstturner, 1968 in Sibirien geboren, bestach durch eine künstlerisch wie manuell reife Sicht auf Sergej Rachmaninows beliebtes Klavierkonzert Nr. 2, in kongenialer und spannungsvoller Übereinkunft mit dem Orchester. Insgesamt wählte Kamenz gemessene Tempi, was ihm erlaubte, seinen Part intensiv auszuloten. Bereits die Einleitungsakkorde frischt er mittels filigraner Vorschläge auf - und die Trennschärfe und kapriziöse Handhabung, mit der er später immer wieder figurative Elemente - Triller. Vorschläge oder rasante Läufe hervorbringt, wirkt von Beginn an betörend.
Auf technischem Gebiet ein Hexenmeister, verharrt Kamenz jedoch nicht in selbstgefälliger Virtuosität, sondern füllt jede Note mit Gefühl. Im »Moderato« spielt er rhythmische Elemente formgebend aus, später im »Adagio sostenuto« dient ihm der Fluss der gebrochenen Akkorde als Quell höchster Empfindsamkeit. Keine Note, keine Phrase, in die er nicht genau hineinhorchen würde und mit jedem Ton eine lyrische Emphase hervorbrächte.
Im Finale brilliert Kamenz wieder mit manuell kaum verstellbaren Fähigkeiten, mit eigenwilliger Akzentuierung, die aber niemals in bloße Affektheischerei ausartet, sondern erfrischend neue Sichtweisen auf ein Werk liefert, das nur all zu oft einfallslos herunter gedonnert wird. In zwei stürmisch herbeigeklatschten Zugaben gab der Pianist dann noch zwei Visitenkarten ab: Die eine als brüllender Tastenlöwe (Franz Liszt, Etüde in f-Moll), die andere als intelligenter Klangarchitekt (Bach, Das Wohltemperierte Klavier).
Begonnen hatte der Abend kompositionsbedingt variationsreich (Brahms Variationen über ein Thema von Joseph Haydn) und ausführungsbedingt vortrefflich ausbalanciert in den Stimmgruppen und dynamischen Schattierungen.
Zu musikantisch fesselnder Höchstform liefen Beissel und seine jungen Musiker noch einmal am Schluss auf. In Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 5 sprühten die Bläserfunken, strahlten die Geigen und bebte die Pauke. Zügige Tempi, aber auch nuanciert pointiertes Spiel sorgten für Vitalität und Frische. Im Klangbild hat man dieses Orchester selten so durchsichtig und ausgewogen spielen hören und Beissel lenkte mit viel Liebe zum Detail. Bitte weiter so!
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Bonner Rundschau vom 02.02.2004
Die Eleganz des höfischen Rokoko
„Wiener Klassik“-Konzert der Klassischen Philharmonie in der Beethovenhalle

Von NIELS RÜHLE
BONN. Haydn, Mozart, Beethoven: Im vierten Konzert der Reihe „Wiener Klassik“ war die namensgebende Trias der Meisterkomponisten vollständig versammelt. Vielleicht deshalb präsentierte sich die Klassische Philharmonie Bonn in blendender Verfassung.
Am Beginn stand Haydns 70. Sinfonie, die eigenwillig Dreiklangs-Spielwerk und dichten Kontrapunkt gegenüberstellt: Leiter Heribert Beissel forderte von seinem Orchester hier gleich im ersten Satz ein rasantes Tempo, lud gleichsam das heitere Hin und Her der Kurz-Motive mit Energie auf. Hier bereits zeigte sich sein Klangkörper von den Kontrabässen bis zu den ersten Geigen hellwach, in jedem Detail präsent.
So gelang auch der zweite Satz ebenso selbstverständlich in leichtem, seidenweichen Klang, die d-Moll Elegie als Idylle, das Finale in ungewohnt ernster, kontrapunktisch verdichteter Brillanz.
Da traf es sich bestens, dass in Mozarts Violinkonzert Nr. 4 D-Dur, KV 218, mit dem jungen Polen Nathan Dondalski ein ausgezeichneter Virtuose den Solo-Part übernommen hatte: Mit leuchtendem Ton gespielt, mit der Eleganz und Leichtigkeit des Rokoko und jederzeit sensibel und empfindsam phrasiert, atmete hier jeder Takt lebendige Musikalität und mozartschen Geist.
Eine gewisse Mozart-Nähe kann man vielleicht Beethovens 4. Sinfonie zuschreiben: Anders als die Nachbarwerke „Eroica“ und „Schicksalssym- phonie“, erzählt sie kein groß angelegtes Drama, sondern inszeniert ein Spiel der Gegensätze, einen launigen Wechsel der Charaktere. Aufzuzeigen etwa am besonders geforderten Fagott, das als düstere Bassfärbung, als pastorale Schalmei oder virtuos konzertierend gefordert wird.
Dirigent Beissel ließ sein Orchester jeden Kontrast förmlich genießen, gab die Einleitung betont langsam, in feierlicher Spannung, um dann umso effektvoller den heiteren Vorwärtsschwung des Allegro-Teils zu zünden. Glänzend, noch jede Presto-Kapriole fein gestaltend die Streicher; in ihrer fein abgestimmten Plastizität förmlich zu greifen die Bläser. Brausender Beifall in der voll besetzten Beethovenhalle samt Sonderapplaus für die Instrumentalisten, beginnend beim Fagott.
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General-Anzeiger vom 21.10.2003
Von Ostern bis zum Advent
KONZERT Chur Cölnischer Chor und Klassische Philharmonie unter Beissel in der Schlosskirche

Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
In der Schlosskirche der Universität gaben Chur Cölnischer Chor und Klassische Philharmonie unter ihrem Dirigenten Heribert Beissel ein schönes klang- und aus drucksreiches Konzert mit geistlichen Werken zweier Großer der Barock-Musik. Bachs frühe Osterkantate (Nr. 4) „Christ lag in Todesbanden“ führte dabei über die „Musikalischen Exequien“ (1636) von Heinrich Schütz zu Bachs adventlicher Kantate Nr. 140 „Wachet auf, ruft uns die Stimme“.
Der Chur Cölnische Chor erwies sich, unter Beissels engagiert mitgehender Leitung, allen drei Werk-Typen als ausdrucksintensiver, dynamisch biegsamer Sachwalter, wobei sich vor allem die kräftigen und präzisen Männerstimmen auszeichneten. Aber auch das Tutti zeigte jeweils viel Strahlkraft. Die Klassische Philharmonie ihrerseits beeindruckte durch konzise Tonschönheit und Fülle, so speziell etwa in der kurzen, seufzerartig skandierten Einleitungs-Sinfonia zur Kantate Nr. 4 oder in dem berühmten markanten Orchestersatz zum Choralvers „Zion hört die Wächter singen“ aus der Kantate Nr. 140.
Hier auch spielte Kazumi Suzuki sehr ansprechend die Solo-Violine; intensiv leuchtend und geschmeidig erklang die Solo-Oboe von Joanne Walter-Unkel. Emanuela Simeonova (Violoncello) und Thomas Synofzik (Orgel) verwalteten jederzeit sicher und differenziert die Continuo- Parts.
Als Gesangssolisten in der Nr. 140 schließlich waren der schon bei den Schütz-Exequien jeweils kurz eingesetzte Chor-Tenor Bruno Michalke, die mit sehr hellem und klarem Organ aufwartende Sopranistin Jeanette Warnecke und der bewährte sonore Bass Franz Gerihsen zu hören. Gerade auch die Duette Sopran/Bass hatten schöne Intensität. Langanhaltender Beifall dann am Ende für alle Mitwirkenden, zu Recht.
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General-Anzeiger vom 20.10.2003
Von „Coriolan“ zur 7. Sinfonie: Drei Mal Beethoven mit Beissel

Von Mathias Nofze
Das Beethovenfest ist zu Ende - von Beethovenmüdigkeit ist in Bonn aber nichts zu spüren. Eine vollbesetzte Beethovenhalle wartete auf Heribert Beissel und seine Klassische Philharmonie. Das Programm in der Reihe „Wiener Klassik“ bot Beethoven pur. Die düstere Coriolan-Ouvertüre zeigt des Tonsetzers Neigung zum Theatralischen, das Klavierkonzert Nr. 3 verbindet hochdramatisches Pathos mit zarter Träumerei, und die Siebte Sinfonie zeugt von Rausch und Rasanz.
Kein klar gezeichnetes Motiv, sondern Gefühlsentladungen stehen am Anfang der Coriolan-Ouvertüre. Diese Anfangssituation geriet dem Orchester etwas matt, und auch das zweite Thema hätte man sich noch etwas breiter, strömender und damit kontraststärker gewünscht. Erst im weiteren Verlauf fand das Ensemble zu vitalem und energischem Spiel.
Einen fabelhaften Eindruck hinterließ die japanische Pianistin Sayuri Mukai im c-Moll-Klavierkonzert. Sie bestach durch untrüglichen Formsinn, makellosen Anschlag und hinreißend kantables Spiel. Das konsequent sinfonische Miteinander von Klavier und Orchester, die mitreißende Dynamik gerade des ersten Satzes wurde zwingend herausgespielt. Mit einer kraftvollen Interpretation der 7. Sinfonie endete das Konzert. Nach dem freudigen Taumel des ersten Satzes, dem stilisierten Trauermarsch des Allegretto und dem burlesken Scherzo hinterließ vor allem das tumultuarische Finale nachhaltigen Eindruck.
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Westfalen-Blatt vom 16.10.2003
Beethoven zum Wohlfühlen
Saisonstart der „Wiener Klassik“-Reihe in der Oetkerhalle

Von Michael Beughold
Bielefeld. Beethoven, ein ganzer Abend nur Beethoven. So hielt man es, nicht selten in heute schwerlich goutierter Überlänge, zu Lebzeiten des Wiener Klassik-Titanen, und so startete auch die Reihe „Wiener Klassik“ in ihre mittlerweile fünfte Saison in der Bielefelder Oetkerhalle.

Über das Orchester der „Klassischen Philharmonie Bonn“ unter seinem Gründerchef Heribert Beissel und seine Tugenden der Jugend ist hierorts eigentlich alles gesagt. Der Erfolg, wie er sich in steil anwachsender Abonnentenzahl nicht mehr weit von einem „vollen Haus“ spiegelt, gibt dem Angebot Recht. Man hört diese gepflegte Klassik immer wieder gern. Ob Ouvertüre, Sinfonie, Konzert - seine jungen Bonner Jünger bieten einen Beethoven zum Wohlfühlen. Einen, der schlank mit blankgeputztem Klang daherkommt und einnehmend auf die Leichtigkeit des (Zuhörer-)Seins setzt. Frische, Schwung und Präzision des Musizierens sind in beachtlichem Schliff garantiert.
Die Akzentschläge in der Visitenkarte zum Römerdrama „Coriolan“ etwa „sitzen“, die umdüsterte Unrast des verblendeten Helden teilt sich wohlartikuliert mit. Die 7. Sinfonie erfährt wieder viel Animato und durchlichtete Auffächerung. Heribert Beissel bringt diese „Apotheose des Tanzes“ in allen Sätzen pulsierend auf den Punkt, wobei der schon unbefrachtete Aufbau der Variationen ebenso überzeugt wie akzent-blitzendes Ungestüm als Kehraus oder der Klangfarbensinn beim Auskosten der sanglichen Momente.
Junge Solisten-Talente sind der Reihe eine Zier. Die japanische Pianistin Sayuri Mukai ging Beethovens 3. Klavierkonzert in c-Moll mit einer sehnigen Sicherheit an. Spieltechnisch agiert sie immer klar, im Diskant-Anschlag manchmal etwas klimpernd, in der Dynamik geschmeidig, in der großen Kopfsatz-Kadenz mit klangfroh rumorender Nonchalance. Am melodischen Modellieren, wie im schön orchesterfarbig eingefassten Largo-Satz oder auch ihrer „Menuett“-Zugabe, darf noch musikalisch gefeilt werden.
Das Publikum war sehr zufrieden mit dem reinen Beethoven-Programm und dankte angetan.
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Badische Neueste Nachrichten vom 11.10.2003
Vom tragischen Vorspiel bis zur Apotheose des Tanzes
Die Klassische Philharmonie Bonn widmete den Auftakt zu ihrem Zyklus in Karlsruhe Ludwig van Beethoven

Mit einem reinen Beethoven-Programm wurde die Klassische Philharmome Bonn ihrem Programm und Anpruch, die bekannten und großen Werke vornehmlich der Wiener Klassik zu spielen, gerecht und setzte zugleich einen außergewöhnlichen Auftakt ihrer Karlsruher Saison im Brahmssaal. Im Zentrum standen das dritte Klavierkonzert und die siebte Sinfonie, eingeleitet von der „Coriolan“-Ouvertüre, die, wie Heribert Beissel an diesem Abend bewies völlig zu Unrecht so selten auf dem Konzertpodium erklingt.
Das knapp zehnminütige Werk ist als Bühnenmusik völlig unzureichend charakierisiert und erklang latsächlich auch nur einmal zu dem gleichnamigen Trauerpiel des vergessenen österreichischen Autors Heinrich Joseph von Collin. Vielmehr war es von Beethoven gleich als Konzertstück konzipiert worden und bietet in seiner streng ausformuIierten Architektur und den stark kontrastierenden Themen dem Titelhelden des Stücks wie in dem sanfter und verhaltener gehaltenen Seitenmotiv den beiden Frauen zugeordnet, einen tragisch wirkungvollen Wurf, dessen würdevolles Pathos Beissel und die Klassisch Philharmonie Bonn in ein breites, spannungsvoll gehaltenes Tempo bannten. In dieser Anlage mit den markant gesetzten Akkorden steigerten die Ausführenden den klassizistischen Faltenwurf der Musik zu schlichter, eindrucksvoller Wucht.
Diese Spannung und Kraft durchzog den gesamten Abend bis zum maßlosen Wirbel und der wilden Rhythmik des Schlusssatzes der Siebten. Die gleiche klassizistische Formenstrenge und orchestrale Klarheit bestimmten auch noch die Einleitung das dritten Klavierkonzertes, die Beissel und sein Orchester in dem leise ausgebreiteten Hauptthema und der leidenschaftlichen Steigerung mit großer Konzentration darlegten. (.....)
Hallte in der „Coriolan“-Ouvertüre noch die Musik der französisch Revolutionszeit nach, so betonte Beethoven diese Akzente in der Siebten auf geradezu davonstürmende Weise. Heribert Beissel inszenierte diese „Apotheose des Tanzes“ (Wagner) als irrwitzige, orgiastische Steigerung mit großer instrumentaler Schärfe, einem brachialen Impetus und mitreißend gehämmerten Rhythmus.   Rolf Fath
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General-Anzeiger vom 07.08.2003
Kein Platz frei beim letzten Serenadenkonzert des Jahres
MUSIK Klassische Philharmonie in der Redoute

Von Irmgard Wolf
Rauschender Beifall im bis zum letzten Platz besetzten Beethovensaal der Godesberger Redoute für Heribert Beissel, sein Kammerorchester der Klassischen Philharmonie Bonn und den Solisten des dritten Serenadenkonzertes, Vladien Chernomor. Der 25-Jährige aus Taschkent in Us bekistan, schon in vielen Ländern aufgetreten und mehrfacher Preisträger, ist unter anderem Stipendiat der Friedrich Ebert-Stiftung. In der Redoute spielte er virtuos Kompositionen von Nicoló Paganini, die berühmte Capanella aus dem Violinkonzert Nr. 2 in h-Moll op 7, bei der dem „Teufelsgeiger“ selbst die überanstrengten Saiten des Instruments um die Ohren flogen, so dass der atemberaubende Schluss auf nur einer Saite und mit unglaublicher Technik der linken Hand bestritten wird. Den begeisterten Applaus von Publikum und Orchesterkollegen begleitete Beissel diskret mit dem Taktstock.
Es war im Ganzen ein ausgesprochen hochgestimmter Abend, dem die lebhaft und flexibel melodiös agierenden Bläser einen besonderen Glanz verliehen. Szene für Szene erstand so Christoph Willibald Glucks fast bühnenhafte Melodik in der Don Juan-Suite. In Haydns Sinfonie Nr. 7 hatte insbesondere das Menuett die Grazie des 18. Jahrhunderts.
Mit Wolfgang Amadeus Mozarts früher und beschwingter Sinfonie Nr. 23 D-Dur KV 181 war schon im Allegro spirituoso der lebhaft geistreiche Stil und die besondere Spielfreudigkeit eines jungen Orchesters präsent, das hier in Bad Godesberg in den sommerlichen Serenaden und den herbstlich-winterlichen Matineekonzerten so willkommen ist.
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General-Anzeiger vom 29.07.2003
Trotz Regen: Mozart für Genießer
KONZERT Klingende Kostbarkeiten mit Heribert Beissel und Nina Janßen

Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Dem 3. Poppelsdorfer Schlosskonzert dieses Sommers war der Wettergott wahrhaftig nicht hold, es regnete permanent. So hatte für die Musiker einmal wieder das Überdachungsgerüst aufgebaut werden müssen, und die Zuhörer - die dennoch in großer Zahl erschienen waren - hatte man zumeist unter den Arkaden untergebracht. Freilich mussten nicht wenige dann doch in der Schlosshof-Mitte unter ihren Schirmen ausharren. Entschädigt wurde man durch einen Mozart-Abend, der trotz der widrigen Bedingungen so frisch und lebendig und vor allem klangdynamisch so fein abschattiert daherkam, wie man's nur wünschen konnte. Unter Heribert Beissels wie stets beredt formender und fordernder Gestik entzückte zu Beginn die unsterbliche „Kleine Nachtmusik“ (Serenade Nr. 13 G-Dur KV 525), die von den homogen agierenden Streichern genau und subtil nachgezeichnet wurde. In der Programm-Mitte dann wie üblich das Solistenkonzert, hier war es die immer wieder beglückende Kostbarkeit des Klarinettenkonzerts A-Dur, und zwar bemerkenswerterweise in seiner Urform, also für Bassett-Klarinette, so wie es Mozart für den prominenten Klarinettisten und Erfinder dieses tiefen Instruments, Anton Stadier, entworfen hatte. Die vorzügliche junge, mehrfach preisgekrönte Klarinettistin Nina Janßen, aus Köln stammend, demonstrierte hier einmal mehr ihr großes Können, beeindruckte mit bukolischer Tonschönheit und feinem Piano-Spiel und nicht zuletzt natürlich mit der sonoren Tiefe des Instrumentes. Heribert Beissel und die Klassische Philharmonie lieferten ihr klangsensible Unterstützung und Partnerschaft. Für den Beschluss des Abends war die Es-Dur-Sinfonie KV 543 ausgesucht worden, die erste des Dreigestirns der letzten Sinfonien. Die feierliche Adagio-Einleitung des Eingangs-Allegros, der zärtliche Gestus des Andante con moto, der etwas derbe Tenor des Menuetto und schließlich der quicklebendige, dabei so geistreiche Zuschnitt des Kehraus-Finales - das alles kam ganz prächtig heraus, in allen Instrumentengruppen gleichermaßen. Und trotz des unguten Wetters ging's dann nicht ohne Zugaben.
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General-Anzeiger vom 15.07.2003
„Entführung“ voller Elan
OPEN AIR Auftakt im Poppelsdorfer Schlosshof mit konzertanter Oper

Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Es war eine sehr hübsche Idee, die Reihe der diesjährigen Poppelsdorfer Schlosskonzerte der Klassischen Philharmonie unter Heribert Beissel mit einer konzertanten Aufführung von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ zu beginnen, passt doch dies märchenhafte Singspiel ganz prächtig ins schöne Ambiente des Schlosshofes. Und wenn dann auch das Sommer-Wetter mitspielt und alle Ausführenden, Sänger wie Orchester und Chor und Dirigent, mit viel Klangsinn und Gestaltungsintensität bei der Sache sind, dann ist Genuss garantiert.
Ein wenig gekürzt hatte man für die konzertante Darbietungsweise die gesprochenen Dialoge, auch die reine Sprechrolle des Bassa Selim fiel weg; dafür wurde der Handlungsverlauf abschnittweise sehr ansprechend erzählt und dabei auf die entsprechenden Rezitative und Arien hingewiesen. Diese waren bei den fünf Gesangssolisten in besten Händen beziehungsweise Kehlen.
Für die erkrankte Katarzyna Dondalska war kurzfristig Julia Borchert als Konstanze eingesprungen, die mit ihrem schönen Organ und ausdrucksvoller Intepretation ebenso begeisterte wie mit strahlkräftigen Koloraturen. Als keckes, aber auch mädchenhaft-weiche Töne anschlagendes Blondchen gefiel ausnehmend gut Cordula Berner, ihr zur Seite mit schlanker und klarer Tenorstimme Markus Francke als Pedrillo. Seinen edlen lyrischen Tenor setzte Klaus Schneider als Belmonte ein (diesmal nicht immer ganz mühelos) und verlieh seinen Liebesarien durchaus das rechte Maß an sehnsüchtiger Erwartung und Enthusiasmus. Und einen stimmlich prachtvollen, dazu artikulatorisch köstlich markanten Osmin gab der amerikanische Bass Gregory Frank ab.
Die Klassische Philharmonie schließlich, von Beissels bewegter Gestik schon in der prägnanten Ouvertüre zu lebhaftem Spiel angehalten, ging der reizvoll mit Elementen türkischer Janitscharen-Musik durchsetzten Partitur mit viel Verve und Elan nach, wartete aber auch mit feinen dynamischen Nuancierungen auf. Ein Kabinettstückchen dabei die ganz zarten Pizzicati zu Pedrillos charmanter maurischer Romanze.
Schließlich trug auch der Chur Cölnische Chor das Seine zur prallen Klangsinnlichkeit der Aufführung bei, als Chor der Janitscharen, die ihrem Herrn, dem Bassa Selim, huldigen. Begeisterter, langer Beifall.
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General-Anzeiger vom 19.08.2002
Zwei Klarinetten und die böhmische Bläserkunst
FINALE Poppelsdorfer Schlosskonzert

Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Übervoll war's geworden zum guten Schluss der diesjährigen Poppelsdorfer Schlosskonzerte der Klassischen Philharmonie unter Heribert Beissel: Der wunderbare Sommerabend hatte noch einmal ganz besonders viel Publikum angelockt. Und natürlich war das Programm wieder so recht zum Genießen angetan. Zunächst verdienten sich die Streicher der Klassischen Philharmonie hohes Lob mit einer in bestechender Howie mit dem Orchester lebt die Tradition der böhmischen Bläserkunst fort. Die beiden jungen Solisten, Sabine Grofmeier (seit 2000 Soloklarinettistin der Klassischen Philharmonie und des Kölner Kammerorchesters) und Helge Harding aus Berlin, waren durch und durch ideale Sachwalter der ansprechenden Partitur, immer wieder mit schöner, dynamisch fein abgestufter Kantabilität aufwartend. Sie verstanden sich offensichtlich prächtig und musizierten mit viel Gusto im Duett wie mit dem aufmerksammogenität überaus, differenziert aufgeführten, ja geradezu liebevoll ausziselierten Wiedergabe von Mozarts unsterblicher „Kleiner Nachtmusik”, die Heribert Beissels dezidiert feinsinnige Auslegung mit so viel zierlichem Charme ausstattete, wie man's selten zu hören bekommt. In der Programm-Mitte dann wie üblich das Solistenkonzert, diesmal ein Klarinetten-Doppelkonzert des mährischen Mozart-Zeitgenossen Franz Krommer (1760-1831), den Beissel seit einiger Zeit für sich wiederentdeckt hat. Nicht zuletzt auch in diesem Es-Dur-Konzert für zwei Klarinetten und Orchester op. 35 mit seinem eingängigen Melodien-Reichtum in lebendigem, oft auch witzigen Dialogisieren der beiden Blasinstrumente untereinander stilgenau sekundierenden Tutti. Der Beifall war groß und langanhaltend und hatte noch zwei ganz reizend absolvierte Solo-Duos von Mozart als Zugaben zur Folge. Zum Programm-Schluss dann die Darstellung von Joseph Haydns letzter Sinfonie Nr. 104 D-Dur, der sogenannten „Salomon-Sinfonie”. Hier konnten speziell auch die Holzbläser ihr klangliches Können zeigen, und Spielfreude und Expressivität hielten sich in der Gesamtauffassung Beissels adäquat die Waage. Der Beifall hiernach erfolgte natürlich begeistert und ausdauernd, und auch hier wieder zwei Zugaben (das Andante aus Schumanns „Rheinischer Sinfonie” und, besonders bejubelt, die Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauß).
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Hamburger Abendblatt vom 12.03.2002
Klassik - mal heiter, mal feurig

Hamburg - Der Name ist Programm. die Klassische Philharmonie Bonn spielte in der Großen Musikhalle Werke von Haydn, Mozart und Beethoven. 1773 schrieb Wolfgang Amadeus Mozart seine Serenade Nr. 3 D-Dur, ein Auftragswerk zur Hochzeit des jungen Salzburgers Thaddäus von Antretter. Dirigent Heribert Beissel musizierte das Werk in heiterer Frische. Im Andante und Allegro, einem kleinen Violinkonzert, überzeugte Dmitrij Mischelowitch mit noblem Ton und souverän ausgespielter Musikalität.
Dejan Lazic fand als Solist in Beethovens 2. Klavierkonzert B-Dur die Balance zwischen versponnenen Lyrismen und energischer Rhythmik. Delikat sein Anschlag, virtuos seine manuelle Disposition.
Den Beinamen „Oxford” hat Joseph Haydns Sinfonie Nr. 92 G-Dur, weil sie zur Verleihung der Oxforder Ehrendoktorwürde für Haydn uraufgeführt wurde. Beissel gab dem Werk langen Atem, besonders schön im Adagio. Die schnelleren Tempi hatten Feuer, das presto des vierten Satzes eilte mit ausgefeilter Präzision zum triumphalen Schluss. (d.a.)
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Bonner Rundschau vom 21.01.2002
Haydns Sturm und Drang

Von Niels Rühle
Bonn. Neues Jahr, neues Glück: Endgültig ohne Sponsor präsentierte sich die Klassische Philharmonie Bonn unter ihrem Leiter Heribert Beissel zum Jahresanfang in der Beethovenhalle. Mit Haydns in Esterhaza entstandener Sinfonie Nr. 44 e-Moll Hob. 1:44 begann man sofort zupackend, mit heftigen Akzenten und stürmisch vorwärtsdrängend.
Auch dem Kanon zwischen Geige und Bass im Menuett - ein kühnes Haydnsches Experiment -, mit seinen punktierten Rhythmen verliehen Beissel und sein Orchester eine kämpferische Note. Galant und graziös, durch Dämpfung der Streicher in ganz eigenem Klanggewand ertönte das Adagio, elegant und stürmisch zugleich der wilde, virtuose Wirbel des Finales, der mit bester chorischer Geschlossenheit und rhythmischer Präzision realisiert wurde.
Im Oboenkonzert F-Dur op.52 des Beethoven-Zeitgenossen Franz Krommer übernahm dann Solistin Gunde Botsch, Erste Solo-Oboistin des Beethovenhallen-Orchesters, den führenden Part. Krommers angenehme, leicht ins Ohr gehende, aber hohe Kunstfertigkeit fordernde Musik bot sie makellos und fließend dar, die Mischung aus virtuosen und sanglichen Einfällen bruchlos verknüpfend - mit beeindruckend langem Atem runde Bögen bildend, stets variabel und differenziert artikulierend.
Der Wiener Klassik blieb man auch mit der Linzer Sinfonie treu: In seiner Sinfonie Nr. 36 C-Dur KV 425 zeigt sich Wolfgang Amadeus Mozart trotz der selbst für seine Maßstäbe ungewöhnlich kurzen Kompositionszeit von wenigen Tagen auf der Höhe seiner Meisterschaft.
Die Vielfalt der Motive und Stimmungen, der Farbenreichtum und die Wendigkeit des Orchestersatzes wurde in der Interpretation der Klassischen Philharmonie unter ihrem Chef Heribert Beissel vorzüglich zur Geltung gebracht.
Ein glänzender Start ins neue Jahr, brausender Beifall und eine Strauß-Polka zum Schluss.
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Bonner Rundschau vom 20.11.2001
Erste Geige

Von Niels Rühle
Bonn. „Die erste Geige spielen“ heißt Führungsanspruch. Warum das so ist, wurde im zweiten Konzert der Klassischen Philharmonie in der Reihe Wiener Klassik deutlich: Bereits in Carl Philipp Emanuel Bachs Streichersinfonie h-moll waren die meisten der aufgeregten Einfälle des Meisters den ersten Geigen anvertraut. Erst im rasanten Presto-Schlussteil durften auch die tieferen Streicher ihre Fingerfertigkeit einbringen.
Anschließend aber gab es nur noch eine erste Geige: Für Mozarts fünftes Violinkonzert A-Dur, KV 219, hatte Heribert Beissel den mehrfach preisgekrönten Solisten Tobias Steymans gewonnen. Und der überzeugte von den ersten Tönen an durch einen leuchtend klaren Klang und gelassene Ausstrahlung: Steymans ging es in keinem Augenblick um solistische Selbstdarstellung, sondern um ein „anmutiges“ Spiel, d.h. um eine ebenso natürlich scheinende wie geistig durchdrungene musikalische Rede in Motiven und Melodien.
Von packender Intensität so die eher ruhig, versonnen daherkommene, erst gegen Ende beschleunigende Kadenz des ersten Satzes wie auch später die mit großer Souveränität präsentierte Zugabe, Paganinis 24. Caprice.
In Haydns Sinfonie Nr. 97 C-Dur nach der Pause kamen endlich im ersten Satz die Bläser zum Zuge: Von Beissel sorgsam herauspräpariert, prägten Holz, Hörner, Trompeten (samt Pauke) mit Genuss eine energisch-festliche Stimmung aus. Schon im Variationensatz allerdings dominierten wieder die ersten Geigen mit ihrem Figurenzierrat, um schließlich im Presto-Finale das jagende Spiel aller Instrumente anzuführen. Und in der Zugabe, einem Impromptu von Jean Sibelius, durften die Streicher dann romantisch schwelgen und schwärmen - kräftiger Beifall in der Beethovenhalle.
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Weser Kurier vom 24.10.2001
Franz Schubert im Weichspülgang
„Wiener Klassik“ fand ihren Auftakt

Von unserem Mitarbeiter Michael Pitz-Grewenig
Bremen. Die mittlerweile etablierte und gut besuchte Konzertreihe „Wiener Klassik“ mit dem Orchester „Klassische Philharmonie Bonn“ wurde mit Antonin Dvoraks D-Dur, op.39 eröffnet. Wie von Heribert Beissel nicht anders zu erwarten, wurde nicht nach Feinheiten in der Partitur gesucht, die der Interpretation einen Stempel von Einmaligkeit aufdrücken würde.
Die Tempi waren zügig, die gesamte Interpretationshaltung aber von einem Drang nach Schönklang beseelt, der vor allem in den schnellen Sätzen die Spannung vermissen ließ. Bemerkenswert aber trotz allem die Romanza, bei der eine Brise „böhmischer Sentimentalität“ durchschien. Kompliment vor allem an die wundervoll klangvoll musizierenden Holzbläser.
Ein gleicher Höreindruck bot sich bei der Sinfonie Nr. 2 in B-Dur, D 125, von Franz Schubert. Heribert Beissels Interpretation vermochte zwar zu gefallen, aber man vermisste den großen, schwungvollen Bogen. Heribert Beissel betonte stets die Melodiestimme und verabreichte den Zuhörern einen emotionalen Schubert mit kurmäßig verabreichtem Weichspüler. Vor allem die schroffe Rhythmik des vierten Satzes wurde gnadenlos glattgebügelt.
Mit dem frisch gebackenen ARD-Preisträger Danjulo Ishizaka hat Heribert Beissel allerdings einen exzellenten Cellisten verpflichten können. Peter Tschaikowskys sentimentale Variationen op.33 über ein Rokoko-Thema erklangen weder süßlich noch fade. Danjulo Ishizakas Spiel strahlte innere Ruhe und kontrollierte Melancholie aus, ohne jemals langweilig oder leblos zu wirken. Heribert Beissel fand hier noblere und überzeugendere Töne und agierte wohltuend vor allem im Hintergrund. Danjulo Ishizaka konnte dabei seine Qualitäten ausspielen, besonders sein „mezza voce“, das vor allem auf der Bogenführung und einem kontrollierten Vibrato beruht.
Als Zugabe spielte Danjulo Ishizaka nach rauschendem Beifall ein Stück aus Bachs Suite für Violoncello.
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Bonner Rundschau vom 27.08.2001
Abschluss der Poppeldorfer Schlosskonzerte: Kompositionen von Gluck, Weber und Haydn
Mit liebenswürdigem Esprit

Von Claudia Wallendorf
Bonn. Auch beim sechsten und letzten Schlosskonzert hatten Heribert Beissel und die Klassische Philharmonie Bonn sowie ihre zahlreichen Fans Glück mit dem Wetter: Ein heißer Augusttag bescherte ihnen einen laue Sommernacht und bot so auch meteorologisch einen passenden Rahmen für die Werke von Gluck, Weber und Haydn.
Bei der Progammgestaltung hatte man einmal mehr ein glückliches Händchen bewiesen, denn es begann gleich mit einem musikalischen Kleinod. Glucks Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis“ machte den Auftakt und konnte ihren opernhaften Gestus kaum verbergen. Gleichwohl wurde sie von dem gut aufgelegten Klangkörper transparent dargeboten. Die präzise agierenden Musiker kosteten die innewohnende Dramatik bis zum Schluss aus. Und vor dem geistigen Auge der Zuhörer hob sich so zusagen der Vorhang ...
Nun folgte allerdings keine Oper, sondern das Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 1 in f-Moll von Carl Maria von Weber. Nicole Spuhler übernahm hierbei den Solopart. Das im Mai 1811 entstandene Werk kann seine künstlerische Nähe zu Mozarts berühmtem Klarinettenkonzert in A-Dur kaum verleugnen. Besonders das Adagio erinnerte an das berühmte Vorbild. Mühelos, wie aus dem Nichts, setzte Spuhler mit ihrer Klarinette ein und hinterließ einen sehr guten Eindruck. Zu Beginn, so schien es, setzte sie vor allem auf die elegisch anmutende Ausdeutung ihrer Klarinettenstimme. Im 3. Satz dann ließ sich die Solistin fast ein wenig von dem tänzerischen Schwung des Rondos mitreißen, hatte aber dennoch die virtuosen Herausforderungen der Komposition stets im Griff.
Bei Haydn schließlich zeigte sich wieder, wie sehr die Klassische Philharmonie Bonn bei dieser Musik zu Hause ist. Insbesondere das Allegro vivace wurde unter dem souveränen Dirigat von Heribert Beissel mit liebenswürdigem Esprit umgesetzt. Der lebhafte Charakter des Menuetto war ebenfalls wunderbar deutlich herausgearbeitet. Und weil alles so schön war, schenkten die Aufführenden sich und dem Publikum noch ein bisschen Mozart und ein bisschen Händel als Zugaben.
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General-Anzeiger vom 18.08.2001
Beissel serviert Mozart pur
KONZERT Die Klassische Philharmonie Bonn im Poppelsdorfer Schloss

Von Norbert Stich
Es stimmte wirklich alles: die schöne, laue Abendluft, die gute Laune des Publikums und der besondere Charme des Dirigenten, mit dem er diese Musik gestaltet. Heribert Beissel und die Klassische Philharmonie Bonn hatten für das 5. Poppelsdorfer Schlosskonzert ein reines Mozart-Programm ausgesucht, von serenadenhaftem Charakter, so recht dazu angetan, Gefühle von Harmonie und Zufriedenheit zu erzeugen.
Zu Beginn spielten sie ein Divertimento (C-Dur, KV 157), in dem die Streichinstrumente sich mit sensibel eingefärbten Lautstärken und Schattierungen geschmeidig und anschmiegsam gaben, das Andante rückten sie in die Nähe eines Singspiels, kantabel, manchmal wie gehaucht, sehr verspielt, zwischendurch ein wenig abgedunkelt zu einer Art galanter Tragik, und im Finale gelangen ihnen die vertrackten synkopischen Strukturen hinter einer eleganten Fassade.
Das Divertimento (F-Dur, KV 247), nach der Auftraggeberin „1. Lodronische Nachtmusik“ genannt, erhielt durch die reizvolle Einbeziehung der beiden Hörner manchmal einen Anflug von Dramatik, beherrscht wurde die Szene aber von schwebendem, leichtfüßigem Figurenwerk, wie zärtliches Geflüster, und der Schluss sprudelte vor Freude.
Nach der Pause erklang mit der Sinfonie (Nr. 36, C-Dur, KV 425, „Linzer“) eine etwas gewichtigere Komposition, die aber durchaus auch in demselben unterhaltsamen Tön gehalten wurde, das Zierliche und Artige, auch die zahlreichen Lyrismen, deckten die dramatischen Ansätze zu. Herzlicher Beifall.
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General-Anzeiger vom 24.07.2001
Virtuose Zugabe als Dank für den Beifall
SERENADENKONZERT Gelungene Bach-Interpretation von Dmitrij Mischelowitch

Was könnte dem Stil einer Serenade eher entsprechen als der „Sommernachtstraum??? Heribert Beissel hat denn auch das zweite der Serenadenkonzerte des Kammerorchesters der Klassischen Philharmonie Bonn im Beethovensaal der Redoute mit Sätzen aus Henry Purcells gleichnamiger Suite begonnen: mit dem liedhaften Air, dem grazilen Elfentanz und der rhythmisch so zeittypischen Hornpipe. Brillant musiziert.
Als Solisten stellte Beissel mit dem E-Dur-Konzert von Johann Sebastian Bach den jungen russischen Geiger Dmitrij Mischelowitch vor, der die typisch spontane Musikalität seines Volkes hat und auch hier schon mit dem ersten Satz den Funken zu den Hörern überspringen lassen konnte.
Sein Spiel vor und mit dem Orchester, dem er zurzeit auch als Konzertmeister vorsteht, bezeugte eine intime Vertrautheit mit dem Werk, besonders deutlich in dem Mittelsatz (Adagio) mit dem freien Aufsteigen der melodischen Elemente und der klaren Partnerschaft der Geige mit Celli und Bässen. Für den großen Beifall dankte der Solist mit einer virtuosen Zugabe.
Gleitend feingliedrig erschienen im zweiten Teil Sätze aus den „Zypressen“ von Antonin Dvorak. Musikalische Stimmungsmalerei bis hin zu dem abschließenden Allegro scherzando, das durch den raschen Wechsel der Tempi böhmi- sches Temperament verrät. Schließlich eine Serenade von Robert Volkmann, offenbar eine „Ausgrabung“ von Heribert Beissel, der ja gelegentlich gern weithin Vergessenes aus dem 19. Jahrhundert aufwertet.
Volkmann dürfte der Spätromantik zuzurechnen sein nach den beiden Sätzen Allegro moderato und Molto vivace. Walzer und Marsch indes gehörten so deutlich der Salonmusik dieser Zeit an und wurden mit allen stilistischen Mitteln so liebevoll ausgestattet, dass es eine reine Freude war, ihnen hier zu begegnen. Großer Beifall und Bitten um Zugabe eines Publikums, das sich übrigens deutlich verjüngt.  wf
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Neue Westfälische vom 07.05.2001
Unterhaltsamer Abend
Klassische Philharmonie Bonn in der Oetkerhalle

Von Katalin Janosi
Bielefeld. Große Sponsoren hinterlassen bei ihrem Ausscheiden große Löcher und es bedarf vieler kleiner Sponsoren, um das Loch zu stopfen. Mit diesen Worten warb Heribert Beissel, Gründer und Dirigent der Klassischen Philharmonie Bonn, beim Konzert des Orchesters in der Oetkerhalle ums Überleben seines Orchesters.

Sein bestes Argument bei der Suche nach der erforderlichen Finanzspritze ist die hervorragende musikalische Leistung, die sich das Orchester während der zehnjährigen Förderung durch die Deutsche Telekom angeeignet und bewahrt hat. In Bielefeld standen diesmal das Brandenburgische Konzert Nr. 4 in G-Dur (BWV 1049), das Konzert für Violine und Orchester in E-Dur (BWV 1042) von Bach und die „Haffner-Serenade“ von Mozart auf dem Programm.
Die Klassische Philharmonie Bonn hat sich der Förderung von hochtalentierten jungen Musikern verschrieben. Eines von diesen Talenten ist die japanische Violinistin Riyo Uemura. Zusammen mit ihren Querflötisten-Kollegen Ingo Nelken und Valentin Weichert bildete sie das Concertino im 4. Brandenburgischen Konzert. Technisch versiert und ausdrucksstark erklang das ständige Mit- und Gegeneinander von Flöten und Violine in den ersten beiden Sätzen. Ein kurzweiliges Katz- und Mausspiel inmitten all der kontrapunktisch angelegten Polyphonie, in dem die Violine im letzten Satz in ausladenden und hochvirtuosen Solopassagen die beiden Flöten überflügelte.
Diffizile Doppelgriffe und tückische Arpeggien
spielerisch im Griff

Spielerisch bewältigte Riyo Uemura tückische Arpeggien und diffizile Doppelgriffe. Mit viel Feingefühl und ihrem schönen Geigenton durchdrang sie die Bachsche Tonsprache in ihren Abstufungen und Nuancen. Außerordentlich musikalisch interpretierte sie das Adagio des Violinkonzertes. Selbstbewußt profilierte sich die junge Solistin auch in den Ecksätzen des Violinkonzerts.
Mozarts „Haffner-Serenade“, die er 1776 anläßlich der Hochzeit von Elisabeth Haffner, der Tochter des damaligen Salzburger Bürgermeisters und Großhändlers Sigismund Haffner, komponierte, wurde leichtfüßig und expressiv zugleich gespielt. Die Klassische Philharmonie Bonn beendete mit dem Mehrsätzer einen unterhaltsamen Abend.
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General-Anzeiger vom 19.03.2001
Beethovens düster gefärbte Rezitative
KONZERT Beissels „Wiener Klassik“

Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Der Schwerpunkt des letzten „Wiener Klassik“-Konzerts der Klassischen Philharmonie in der Beethovenhalle lag in der Mitte des Programms. Da nämlich gab's Beethovens viertes Klavierkonzert mit dem bemerkenswerten Pianisten Sebastian Knauer.
Für die elegisch getönte Stimmung des ersten und den schwermütigen, mit den düsteren Rezitativen des Orchesters eindrucksvoll kontrastierenden Gesang des zweiten Satzes, brachte der 30-jährige gebürtige Hamburger ebenso die richtige Mischung aus klanglichem Feinsinn und jugendlichem Schwung mit wie für den sprühenden Gestus des Finales. Und dass er dabei über eine blendende Technik verfügt, scheint eine Selbstverständlichkeit. Die Partnerschaft mit dem unter Heribert Beissel spielenden Orchester wirkte in der Auffassung sehr harmonisch und im Zusammenspiel höchst präzise. Für den Applaus bedankte Knauer sich mit Schuberts Es-Dur-lmpromptu.
Eröffnet wurde der Abend mit der charmanten wie kompositorisch anspruchsvollen Serenade Es-Dur KV 375 für Bläser-Oktett von Wolfgang Amadeus Mozart. Die acht Bläser der Klassischen Philharmonie warteten mit weichem Klang und geschmeidigem Spiel auf. Hell und schwungvoll kamen dann zum Abschluss des Abends die Allegro- und Presto-Sätze von Mendelssohns A-Dur-Sinfonie op. 90 der „Italienischen“ daher, das Saltarello-Finale war sogar zu rechter Rasanz gesteigert. Das Orchester hinterließ im Tutti wie in seinen einzelnen Gruppen, unter Beissels hochengagiertem Dirigat gerade auch hier einen vorzüglichen Eindruck, der denn auch mit dem entsprechenden Beifall honoriert wurde.
Eine höchst lebendige und energische „Figaro“-Ouvertüre gab es daraufhin noch als Zugabe.
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General-Anzeiger vom 20.02.2001
Musik macht munter: Matinee in Muffendorf

Von Susanne Haase-Mühlbauer
Wieder einmal waren Heribert Beissel und seine Klassische Philharmonie Bonn bei ihrer Matinee in der Kleinen Beethovenhalle Garanten für einen klangschönen, harmonischen Start in den Sonntag. In dieser Grundstimmung war der Konzerttitel „Die großen Serenaden“ keineswegs ein Widerspruch, und so genossen die zahlreichen Zuhörer in Muffendorf den musikalischen Vormittag mit Mozarts Divertimento D-Dur (KV 136), zwei Vivaldi-Konzerten für Gitarre und Orchester (D-Dur und d-Moll), einer Telemann-Fantasie für Gitarre solo, zwei lyrischen Stücken (op. 68) von Grieg und der Serenade Nr. 2 von Robert Volkmann.
Mit kammermusikalischer Besetzung zeigte Beissel, wie selbst das so volkstümlich-bodenständige Werk Volkmanns mit Dezenz und Feingefühl in der Streicherführung leichten Fußes daherkommen kann. Volkmann ist Romantiker durch und durch, folgt kompositorisch dem Postulat der Melodie. Und Beissel ließ der Kantabilität, die auch in Griegs lyrischen Stücken wunderbar den Vortragsfluss gesteuert hatte, freien Lauf. Da verzückte das Kammerorchester mit der ungetrübt-heiteren Spiellust, die das Publikum von der Klassischen Philharmonie geradezu erwartet.
Dass auch die Gitarre als Soloinstrument mit dem Orchester kommunizieren kann, bewies der Auftritt von Marco Schmidt. Sein Originalinstrument aus dem 19. Jahrhundert, das ihn zu Konzertabenden mit der Musik dieser Zeit ständig begleitet, ließ Schmidt diesmal zu Hause. Für die weitaus früheren Vivaldi-Konzerte und Telemanns Fantasie in e-Moll, die der Gitarrist in einer eigenen Bearbeitung der für Laute vorgesehenen Originalfassung spielte, gab eine moderne Gitarre einfach mehr dynamische Sicherheit. Das begeisterte Publikum in der Kleinen Beethovenhalle forderte zwei Zugaben.
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Bonner Rundschau vom 23.01.2001
Serenaden vor ernstem Hintergrund

Verwegener Gedanke: Die Stadt Bonn müßte wegen der bekannten Finanznot im Kulturbereich die teuren Institutionen wie Oper und Orchester aufgeben. Dann verbliebe die Klassische Philharmonie als einziger „Träger“ des Bonner Musiklebens. Doch auch dieses Orchester ist, darauf musste sein Chef Heribert Beissel auch am letzten Sonntag bei der Matinee in der Muffendorfer „Kleinen Beethovenhalle“ erneut hinweisen, akut gefährdet, wenn die Stadt nicht ihre vor acht Jahren reduzierte Fördersumme wieder auf die alte Höhe bringt. Denn mit Auslaufen des Sponsorings durch die Deutsche Telekom fällt auch der Ausgleich dieses Fehlbetrages weg. Doch es geht hier ja - man muss es so nennen angesichts der Millionensummen, um die der Bund seine Unterstützung kappt - nur um „schmale“ 90.000 Mark im Jahr, für die Bonn und seine Musikfreunde eine Menge geboten bekommen: Beispielsweise die Reihe „Große Serenaden“, die diesmal Mozarts F-Dur Divertimento (KV 247) mit betont Romatischem von Elgar und Dvorak kombinierte. Die wegen des Auftraggebers so genannte „Lodronische Nachtmusiken“ von Mozart sind eigentlich reinste Kammermusik für Streicherquintett und zwei Hörner. „Chorisch“ gespielt, sind die typisch solistischen Verzierungen insbesondere der 1. Geigenstimme sehr anfällig für geringste Trübungen. Doch bot das Kammerorchester der Klassischen Philharmonie gleichwohl einen in sich stimmigen, musizierfreudigen Mozartstil, der darüber leicht hinweghalf, zumal das besinnliche Adagio voller Wärme aufleuchten ließ. Im weiteren Verlauf dieser Matinee verbreiteten die Streicher dann nur noch eitel Sonnenschein: Eine etwas grüblerische „Elegie“ von Edward Elgar, dessen kostbare Serenade e-Moll den eleganten Schlusspunkt des Programms bildete, sowie eine Walzer-Serie von Schubert und zwei geschmackvoll ausgekostete Walzer von Dvorak fanden lautstarken Beifall des zahlreichen, den Saal füllenden Publikums, das hernach noch zwei feinsinnige Zugaben serviert bekam.
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Wiesbadener Tagblatt vom 13.01.2001
Solist und Orchester mit großem Elan

In starker dramatischer Spannung begann das Konzert der Klassischen Philharmonie Bonn im Wiesbadener Kurhaus. Heribert Beissel hatte Beethovens dritte Leonoren-Ouvertüre an den Beginn des Abends gestellt und dokumentierte mit der passionierten Interpretation dieser symphonischen Kleinform schon eingangs den hohen Leistungsstand des Orchesters. In der anschließenden Gestaltung des Violinkonzerts in d-Moll von Jean Sibelius stellte sich der 23-jährige russische Geiger Dmitij Mischelowitsch vor. Ein hoch begabter Künstler, dem man unschwer eine große Karriere voraussagen kann. Sein intonationssicheres, sensibles Spiel zeichnete sich durch kantablen, in allen Lagen ausgewogenen Klang in hervorragender Strichtechnik aus. Exzellent die Bewältigung der Doppelgriffe, wunderschön die Flageolettöne. Wach und konzentriert die Begleitung des Orchesters, das sich mit der Interpretation der populären neunten Symphonie in e-Moll Antonin Dvoraks in Hochform darstellte. Beissel entwickelte im Kopf- und Finalsatz in eleganter, weit ausholender und präziser Schlagtechnik sehr geschärften, markanten und von starkem Impuls bestimmten Klang, kontrastierend hierzu die poetische Stimmung des Idylle des Largos. Stürmisch kantig, mit federnd tänzerischen Intermezzi, nahm Beissel das Scherzo. Beachtlich, wie die jungen Instrumentalisten, unter denen man immer wieder neue Gesichter sieht, auf die souveräne Zeichengebung des Dirigenten reagieren, seine Vorstellungen höchst professionell umsetzen. Dieses „Sprungbrett“ für den künstlerischen Nachwuchs muß erhalten bleiben.
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General-Anzeiger vom 03.01.2001
An der schönen blauen Donau

Beim traditionellen Neujahrskonzert der Klassischen Philharmonie Bonn waren erstmalig weder Beethoven noch Orff zu hören, sondern ein Programm mit Werken von Johannes Brahms und Johann Strauß. Und Heribert Beissels getreues Publikum dankte es ihm und seinen Musikern in der Beethovenhalle mit ausdauernder Begeisterung und Bravo-Rufen. Mit Espressivo und viel klanglicher Emphase waren die vier Sätze von Brahms´ erster Sinfoie c-Moll op. 68 nachgezeichnet, vom dramatisch bewegten Allegro des Beginns über das tröstliche Andante und das graziöse Allegretto bis hin zum noch einmal erregungsreichen, endlich jdoch in ein sieghaftes Freudenthema einmündenden Finale.Nach der Pause war dann nur noch unbeschwertes Musizieren angesagt. Mit sehr viel Spieltemperament, klanglicher Verve und Markanz kamen beispielweise die beiden ungarischsten aus der Reihe der Ungarischen Tänze von Johannes Brahms, die Nummern eins und fünf heraus. Und die wohl berühmstesten Straußwalzer -An der schönen blauen Donau- und -Kaiserwalzer- sowie -Annenpolka- machten Dirigent und Orchester offensichtlich ebensoviel Spaß wie dem Publikum. Dieses erklatschte sich dann aber noch drei weitere Strauß-Klassiker als Zugaben: die Tritsch-Tratsch-Polka, den Radetzky-Marsch und die charmante Pizzicato-Polka.
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Wiesbadener Tagblatt vom 15.12.2000
Ausgefeilte Technik

Wenn sich virtuose Brillanz und geistige Durchdringung einer Komposition die Waage halten, kann mit Fug und Recht von einer vorzüglichen Interpretation gesprochen werden. Im Rahmen der Konzertreihe Wiener Klassik war den Besuchern im gut besetzten Friedrich-von-Thiersch-Saal des Kurhauses ein solches Erlebnis vergönnt. Die japanische Pianistin Kazue Suzuki spielte, dezent und flexibel vom Orchester der Klassischen Philharmonie Bonn unter Leitung Heribert Beissels begleitet, Mozarts Klavierkonzert Nr. 15 in B-Dur (KN 450). Die bescheiden auftretende Künstlerin fesselte mit federleichtem Anschlag, aber auch markantem Zugriff, spielte die schwierigen Laufpassagen, von denen Mozart selbst meinte, daß sie -schwitzen machen- könten, in ausgefeilter Technik mit lupenreiner Präzision, ohne jeden vordergründigen Effekt.Das Finale wurde zur stürmischen Aktion einer Jagdszene, die mitreißende Kontur erhielt. Begonnen hatte das ausschließlich Werken Mozarts vorbehaltene Konzert mit der Gestaltung der Serenade Nr. 4 in D-Dur (KV 203). Es bot Gelegenheit, den Konzertmeister des Orchesters als Solisten zu hören: Matthias Bruns spielte seinen Part mit feinem, intonationsreichem, schlankem Ton, zuverläßig sekundiert von den durchweg jungen Instrumentalisten, die unter Beissels anfeuerndem Dirigat eine grazile, filigrane und sehr profilerte Nachtmusik mit einem ausgezeichneten Oboisten realisierten. Am Ende des Abends stand die Sinfonie Nr. 40 in g-Moll (KV 450), eine aus der Trias der letzten Sinfonien des Komponisten. Beissel betonte im Kopfsatz den leidenschaftlichen, resignativen Grundton, der auch den melodischen Fluss des zweiten Satzes bestimmte. Er erreichte vibrierende Spannung, die in der Schroffheit und Drastik des Menuetts ihre Fortsetzung fand. Intensiv drängend und scharf akzentuiert das Finale - eine Gestaltung, die mit herzlicher Zustimmung bedacht wurde. Beissel appellierte nach dem Konzert an Besucher und Sponsoren, das Ensemble, dessen Ziel die Förderung junger Nachwuchsmusiker ist, weiterhin zu unterstützen, da das Weiterbestehen dieses so wichtigen Kulturträgers gefährdet sei.
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Hannoversche Allgemeine vom 14.11.2000
Mit Parfüm

In ihrem jüngsten Konzert der Reihe Wiener Klassik kam die Klassische Philharmonie Bonn unter Heribert Beissel zunächst französisch daher. Denn die spät entdeckte 1. Symphonie des kaum 16-jährigen Georges Bizet bildete den Auftakt des Abends im Großen Sendesaals des NDR-Funkhauses Hannover. Der Gymnasiast Bizet nahm damals Einflüsse der Wiener Klassik auf. Durch die ungewollten Einbrüche programmatischer Musik ist sein Werk bis heute lebendig und interessant geblieben. Eben diese Aspekte arbeitete Heribert Beissel heraus und ließ das Orchester französisches Parfüm verströmen. In gepflegter Interpretation erklang anschließend Camille Saint-Saens´Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 33 mit Justus Grimm als Solist. Obwohl Saint-Saens solistische Virtuosität abhold war, bietet sein Cello-Konzert manche Passagen dafür. Doch faßte Justus Grimm dies nicht als Selbstzweck auf, sondern ordnete seine brillante Technik dem Ausdruck unter. Das Orchester war dabei stets ein behutsamer Begleiter. Nach der pause kam mit Beethovens 7. Symphonie A-Dur op. 92 endlich die Wiener Klassik zu ihrem Recht. In diesem wie in kaum einem anderen Werk wurde Beethoven zutiefst mißverstanden. Die Symphonie wollte eine Vorwegnahme der Zeit nach Napoleon sein. Demgegenüber nannte sie einer seiner späteren Exegeten überspitzt -Gipfel der Gestaltlosigkeit-. Beissel lotete die Werte der auch als -rhytmische- bekannten Symphonie aus und übertrug diese Qualitäten mit der Gestik eines Zuchtmeisters auf das Orchester. Wir erlebten Beethovens 7. frisch und spannungsgeladen wie nur selten.
eck
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Karlsruher Neue Nachrichten vom 20.10.2000
Engagiert und leidenschaftlich

Elegant und virtuos, bravourös und mutig präsentierte sich das Sinfonieorchester der Klassischen Philahrmonie Bonn beim Eröffnungskonzert der zweiten Spielzeit der Reihe Wiener Klassik im Brahmssaal der Karlsruher Stadthalle. Werke von Peter Tschaikowsky, Johannes Brahms und Car-Maria von Weber standen auf dem Programm des über zweistündigen Konzerts unter der Leitung von Heribert Beissel. Dazu gab es für das begeisterte Publikum den 2. Satz der Frühlingsdymphonie von Robert Schumann als erfrischende Zugabe. Eröffnet wurde der Konzertabend des über 70-köpfigen Orchesters mit der Ouvertüre aus Oberon von Carl-Maria von Weber, einer Oper, die wegen ihres mäßigen Librettos selten gespielt wird, deren instrumentaler Auftakt mit seinen wechselnden Stimmungen jedoch zu einem eigenständigen Konzertstück wurde. Traumhaft zart und transparent vom Horn angekündigt, unterstrichen die jungen Musikerinnen und Musiker ihre harmonische Spielfreude und ihre solistischen Qualitäten gerade in den Holz-und Blechblasinstrumenten. Ihre Sensibilität, das Ensemble als differenzierten Klangkörper geschickt einzusetzen, unterstrichen die Musikerinnen und Musiker eindrucksvoll beim Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23 von Peter Tschaikowsky. Herausragend virtuos und beherzigt wie auch höchst charmant und ungekünstlelt von Thomas Duis am Flügel entwickelt, begleitete das Orchester zurückhaltend dicht (bei gedämpften Passagen) wie gewaltig und voluminös (bei markanten Motiven). Besonders im sanft umspielten Dialog mit Oboe, Horn und Klarinette im Andantino semplice sprühte Thomas Duis vor Esprit, entfachte aber gleichsam ein fulminantes Solo oder führte hymnisch im finalen Allegro con fuoco. Seinen Spielwitz demonstrierte der erst 30-jährige Professor für Klavier mit einer solistischen Zugabe vor der Pause, bei der er Händelsche Motive - einer furiosen Fingerübung - gleich solistisch vorführte. Den Abschluß des Gastspiels bildete die Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 90 von Johannes Brahms mit ihren vier Sätzen. Im ersten mächtig in den Bläserakkorden, verspielt und leicht in den Streichern im zweiten, expressiv im dritten oder auch geschlossen und kompakt im vierten führte Dirigent Heribert Beissel sein sinfonisches Ensemble, das er bereits 1959 als Chur Cölnisches Orchester Bonn gründete, engagiert und leidenschaftlich durch die Brahmsche Verinnerlichung der musikalishen Sprache, vertont und instrumentiert von unverkrampften jungen Musikerinnen und Musikern voller Ausstrahlung.
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Corriere de la sera vom 21.5.2000
Klassische Philharmonie in Venedig

Gran publico in Basilika San Marco. ...Basilica di San Marco gremita per la grandiosa esecuzione del „Messiah“ di Händel ...un aura celebrativa e solenne, grazie anche l´interpretazione intensa ed enzusiasta che ne hanno offerto la giovane orchestra Klassische Philharmonie Bonn e il Chur Cölnischer Chor Bonn, diretti dal maestro Heribert Beissel. (Venedig)
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Bremer Nachrichten vom 29.03.2000
Klassische Philharmonie in der Glocke
Bei Mozart ging es hurtig zu

Von unserer Mitarbeiterin Irene Grotefend.
„Der Frühling ist da - wir sind weg“. verabschiedete sich Heribert Beissel und seine „Klassische Philharmonie Bonn“ bis zur nächsten Saison vor nahezu ausverkauftem Haus. Mit dem lichten Presto des letzten Satzes aus Mendelssohns Vierter, der „Italienischen“, wären die Musiker auch schon wieder in Richtung Süden davongestürmt, wenn ein vor Begeisterung stampfendes Publikum nicht noch eine zweite Zugabe ertrotzt hätte. So quirlig wie die vorbeirauschende Ouvertüre zu „Abu Hassan“ das Publikum auf das flotte Tempo dieses Abends eingestimmt hatte, so besänftigend wurde es mit dem satten Streicherklang von Regers „Lyrischem Andante“ nach Hause geschickt. Vorher hatten sie eine ebenso flinke wie blitzsaubere und gut konturierte „Haffner Sinfonie“ gespielt, die schon „recht feurig“ begann, im Menuett ein bisschen derb auftrat, aber am Schluss, wie vom Komponisten verlangt, „so geschwind als es möglich ist“ herunterschnurrte. Mozart hätte wohl seine Freude daran gehabt, und es ist nicht sicher, ob Beissel aus den enthusiastischen Musikern wirklich schon die letzten Temporeserven herausgeholt hatte. Jedenfalls überraschten sie mit erstaunlicher Klangschärfe und Präzision. Präzision lieferte auch das Stichwort für Tobias Steymans' Violinspiel. Mit ganz hinter der Komposition zurücktretendem Understatement breitete der 26-jährige Kölner sein technisches Können in Dvoraks a-Moll-Konzert aus. Eher sachlich sportlich und ohne große Gesten in den Ecksätzen, aber dann doch mit unerwarteter Tiefe und Intimität in dem gesanglichen Adagio und seinen unvergleichlichen Violin-Horn-Dialogen. Temperamentvoll verlief das mit folkloristischen Elementen durchwirkte Finale mit seinem scharf synkopierenden Rhythmen - unbestrittenes Glanzstück des Abends, vertraut man der „Abstimmung“ des Publikums mit den Füßen. Als hätte er sich gerade erst eingespielt, nutzte Steymans frei nach Tucholskys „Ratschlägen an einen schlechten Redner“ die Chance, dem ihm verfallenen Publikum den sperrigen ersten Satz aus Bartòks Solosonate quasi auf dem Silbertablett zu servieren. Ein wenig verhaltenere Zustimmung honorierte offensichtlich mehr die Kunstfertigkeiten des Interpreten, der mit dieser Zugabe das Firmenschild „Wiener Klassik“ kurzerhand umgedreht hatte. Aber auch das ehemalige Wunderkind zauberte noch einen Bonbon aus seiner Wundertüte und holte durch faszinierende Springbogentechnik die verlorenen Schäfchen mit dem ersten Capriccio von Nicolo Paganini wieder zurück.
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Stuttgarter Nachrichten vom 14.03.2000
Die Klassische Philharmonie Bonn unter Heribert Beissel zu Gast in der Stuttgarter Liederhalle
Das Geheimnis des singenden Tons

Selten, fast nie wird Carl Maria von Webers Oper „Abu Hassan“ aufgeführt. Nur die Ouvertüre ist immer noch ein Publikumsliebling. Ist ja auch ein witzig-freches Stück und bunt obendrein mit seinem orientalischen Kolorit.
Die Klassische Philharmonie Bonn, vorwiegend aus jungen hoch begabten Musikern zusammengesetzt, spielte die Ouvertüre denn auch im Beethovensaal frisch mit Verve, ohne Hang zur Romantisierung. Heribert Beissel legte größten Wert auf motivische Detailarbeit und Balance der Instrumentalgruppen. Insofern war die Ouvertüre auch hervorragende Einstimmung auf das folgende Violinkonzert a-Moll op. 53 von Dvorák. Auch hier trifft Nationalkolorit auf Romantik, auch hier findet ein diffiziles Wechselspiel der Instrumentalgruppen statt. Es ist schwer, aus diesen klein- und kleinstmotivischen Mustern ein homogenes Ganzes zu bilden.
Die Klassische Philharmonie hat das auf sehr hohem Niveau geschafft, dank Beissels akribischem Dirigat und im Übrigen hervorragend disponierten Bläsern.
Selten schön waren deren Melodiebögen gerade im Pianissimo-Bereich. Solist war Tobias Steymans, ein 25-jähriger Geiger, der bei den großen der Zunft wie Igor Ozim und Zakhar Bron studiert hat. Seine Technik, aber nicht nur diese, ist das Ergebnis.
Tobias Steymans, ein ausgesprochenes Appassionato-Temperament, zeigte, dass er seinen künstlerischen Horizont bei Meisterkursen von Max Rostal, Shmuel Ashkenazy, Dimitry Sitkovetsky, dem Alban Berg Quartett und anderen schon enorm weit aufgespannt hat. Das hatte Größe, wie er selbst in virtuosesten Passagen noch einen singenden Ton beibehielt, von silbernem Glanz und gleichzeitig voller Wärme. Riesenapplaus, für einen, der mit dem Herzen denkt.
Danach noch Mozarts Haffner-Sinfonie KV 385. Er müsse „recht feurig gehen“, schrieb Mozart über den ersten Satz, Beissel nahm' s wörtlich. Vor allem aber lotete er die Ensembletechnik Mozarts mit feinsten dynamischen Schattierungen aus. Langer Applaus und Finalsatz aus Mendelssohns Italienischer Sinfonie als Zugabe.
eck
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Westfalen-Blatt vom 21.01.2000
Klassische Philharmonie Bonn spielt Mozart-Programm
Winzigkeiten und weicher Klang

Bielefeld (WB).
Das Köchelverzeichnis, die chronologisch-thematische Liste sämtlicher Werke von W.A.Mozart, geht bis weit über die Zahl 600 (>Requiem< KV 626), und man könnte noch Jahrzehnte lang Konzerte besuchen und hätte womöglich immer noch nicht alles gehört. Dies wurde einmal mehr deutlich im 2. Konzert der Klassischen Philharmonie Bonn unter Leitung von Heribert Beissel, dessen Dirigat wieder etwas ungemein Nobles und Bestechendes hatte. Wie kaum ein anderes Orchester in Deutschland steht dieser aus dem ehemaligen Chur Cölnischen Orchester hervorgegangene Klangkörper für mustergültige Interpretation von Werken aus höfischer Zeit. Das zweite Konzert, sichtbar besser verkauft als das erste Mitte November letzten Jahres, blieb dem Genius aus Salzburg vorbehalten, und das von der Deutschen Telekom geförderte
Fabelhafte Intonation

Ensemble konnte in Sachen Mozart alle Register seines Könnens ziehen. Auf dem Programm standen eine Ballettmusik unter dem ganz bescheidenen Titel >Les petits riens< KV 299 b, die hier wohl noch nie zuvor erklungen ist; das allbekannte wunderbare Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622 sowie nach der Pause die Sinfonie Nr. 33 B-Dur KV 319. Wiederum hatte Heribert Beissel, wie das Konzept es vorsieht, eine ausgezeichnete Solistin mitgebracht, die in vielfacher Weise gefördert worden ist und beachtliche Erfolge bei Wettbewerben und Festivals aufzuweisen hat. Natürlich hat diese gespielt, bis sie ihre solistische und kammermusikalische Tätigkeit aufnahm - eine beneidenswerte sich abzeichnende Karriere, die auch vor der Moderne nicht ausweicht. Im Mozartschen Klarinettenkonzert überzeugte Nina Janßen, so heißt die Musikerin, durch einen wunderbar ebenmäßig-weichen, biegsamen, runden Ton und eine fabelhafte Intonation. Kaum vorstellbar, dass jemand dies herrliche Konzert noch besser spielen könnte als sie. Gegen ein solches Spiel freilich waren die vorausgegangenen kleinen ballettösen >Nichtse<, dieses >Freudenstück< für Noverre mit gutgefügter Ouvertüre und mindestens 13 anmutigen, von Mozart selber komponieren Tänzen (man hörte zehn davon), um alte französische Arien gruppiert, in der Tat nur artige Winzigkeiten. Indes: Die Ouvertüre mit großer Bläserbesetzung und verschiedenen Details wie die Gavotte, die zarte hübsche Pantomime, ein reizvolles Flöten-Andantino, ein deftig-folkloristisches Presto, eine feierlich elegante Aria vor Schluss sowie ein zünftiges Finale-Allegro halten das Hörerinteresse bis zum Ende wach. Immerhin hat sich Mozart offenbar noch mit einem zweiten Ballett für den Maitre de ballet an der Akademie in Paris beschäftigt. Tonschönheit und Tonreinheit des virtuosen Spiels auf der so weich klingenden Bassettklarinette mit den berückenden Tonfolgen Mozarts hatten etwas Überwältigendes. Der Beifall für Nina Janßen war so intensiv und langanhaltend, dass noch etwas vom elfjährigen Mozart erklang, sozusagen als Pendant zum Mozart der letzten Zeit: eine kleine bewegende >Arie des Engels<. Und bei der Wiedergabe der Sinfonie, die Mozart mit 23 Jahren noch in Salzburg vollendete (für Streicher, je zwei Oboen, Fagotte und Hörner) ließen sich die Präzision und Eleganz eines jungen Orchesters, eine beseelt-schwingende, federnde Kraft und musikalischer Übermut bewundern; es wurde einem wieder bewußt, welch ein Genie Mozart war, wie er es verstand, bestimmte charakteristische Intervall-Symbole einzusetzen, pointierte Bewegungen, Motive, Schritte, um ein sinfonisches Geschehen in Fluss zu bringen, durchzuführen, in andere Färbungen und >Geschäftigkeiten< überzuleiten, und wie er effektvoll einen Schluss gestaltet. Dem Orchester gebührt hohe Anerkennung, der Dirigent schüttelte seinerseits fleißig Hände der Instrumentalisten und gab noch etwas
Ein Schmankerl von Johann Strauß

dazu: eine - sogleich unverkennbar - Rossini-Ouvertüre (im Vorausblick auf das Konzert am 28. Februar in der Oetkerhalle: Streichersonate G-Dur) und ein vom Orchester fein ausziseliertes Schmankerl von Johann Strauß. Den Titel dieses Stückes verschwieg der Dirigent, um wie er sagte, das Publikum nicht zu >beleidigen<. Verspätete Hommage zum gewesenen 100. Todestag des österreichischen Komponisten oder einfach ein kleiner Neujahrsgruß.
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General-Anzeiger vom 10.10.1999

Daß sich die Klassische Philharmonie zu einem Spitzenorchester entwickelt hat, davon konnte sich das Publikum jetzt in der Beethovenhalle überzeugen. Das Konzert begann mit der Ouvertüre zu Rossinis „Barbier von Sevilla“. In diesem schwungvoll - charmanten Opernvorspiel zeichnete sich bereits ab, was für den gesamten Abend Gültigkeit behalten sollte.
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Stand 15.05.2011
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